Was zur Hölle… brauche ich eine Apple Watch?

Am ersten Tag habe ich meine Apple Watch gehasst. Warum? Weil sie mich bei der Installation nach meinem Körpergewicht fragte. Und weil ich mich dann auf die Waage gestellt habe. Und weil ich dann die dreistellige Wahrheit erfahren habe.

Apple Watch als  Sportuhr

Eine Stunde später habe ich meine Laufschuhe geschnürt und bin los gelaufen. Nicht ohne in der Watch das Laufprogramm zu starten, damit die Uhr alles brav mit aufzeichnet.

Ziffernblatt der Apple Watch
Eines von vielen Ziffernblättern der Apple Watch. Ich mag es eher schlicht.

Mein Groll auf die Apple Watch verflog, als die Kilometer vor sich hin tickten. Als Sportuhr hat die Watch schon mal gewonnen. Vor allem deshalb, weil sie neben Wegstrecke, Zeit und Geschwindigkeit auch meinen Puls mit messen konnte. Bislang war dafür ein unbequemer Brustgurt notwendig. So unbequem, dass ich schon vor vielen Jahren aufgehört hatte, einen zu tragen.

Die Watch speichert alle Läufe, Radausfahrten, Schwimmen, sogar Spaziergänge und viele andere Bewegungsarten in der Health App auf dem Smartphone. Hier laufen all die Gesundheitsdaten zusammen und natürlich kann ich hier auch mein Gewicht erfassen.

Bewegung im Alltag

Nicht nur für Sportler ist die Apple Watch interessant. Sie versucht auch, im Alltag für Bewegung zu sorgen. Ich bekomme jede Stunde einmal die Aufforderung, aufzustehen und eine Minute lang herum zu laufen. Keine schlechte Idee – denn manchmal sitze ich zu lang am Schreibtisch und ein paar Schritte zwischendurch helfen. Außerdem misst die Watch die Zeiten, in denen ich mich intensiver bewege und wertet diese als Training. Und sie erfasst den Kalorienverbrauch.

All diese Daten bilden jeden Tag drei Kreise – blau für das Stehen, Grün für das Training und rot für den Kalorienverbrauch. Ich selbst gebe vor, wie intensiv ich mich bewegen muss, um die Ringe zu füllen. Kleiner Tipp: Kind wecken, durch die Morgen-Routine schleusen und in den Kindergarten bringen ist schon eine halbe Trainingseinheit.

Drei Kreise der Apple Watch
Die drei Kreise der Apple Watch: Rot für Kalorienverbrauch, Grün für Training, Blau für das Stehen.

Die Apple Watch animiert zur Bewegung, nervt aber nicht. Es gibt kein kein negatives Feedback, wenn man die Ringe nicht jeden Tag schließt. Dennoch versuche ich es immer.

Apple Watch als  Interface zum Handy

Die zweite große Rolle der Apple Watch ist die als Interface zum Handy. Klingt anfangs ganz schön albern. Schließlich ist das Smartphone ohnehin schon ein persönliches Gerät, um Nachrichten zu empfangen und zu senden. Jedoch: Ich musste bislang bei jeder eingehenden Meldung das iPhone aus der Tasche ziehen und drauf schauen.

Jetzt habe ich die Watch. Sobald eine Nachricht ankommt, macht sie mich mit leichter Vibration darauf aufmerksam und ich kann mit einem schnellen Blick auf die Uhr entscheiden, ob die Meldung für mich wichtig ist oder nicht. Das ist eine enorme Vereinfachung im Alltag.

Auch bei Anrufen hilft mir die Apple Watch. Denn ich stelle mein iPhone oft stumm, vergesse es dann, wieder laut zu stellen und habe damit schon eine Menge Anrufe verpasst. Mit der Uhr verpasse ich nichts mehr. Außer, ich habe das iPhone in einer Tasche vergessen. Dann suche ich das Telefon so lange, bis der Anrufer aufgibt.  Dabei wäre das Suchen des iPhone nicht notwendig – schließlich kann ich auch an der Uhr einen Anruf annehmen. (Mit meiner LTE-Version kann ich sogar komplett unabhängig vom iPhone telefonieren.)

Übrigens ist die die Apple Watch nicht auf Vibrationsalarme beschränkt. Sie kann auch Töne von sich geben, sobald Nachrichten oder Anrufe herein kommen. Aber das habe ich am ersten Tag abgestellt. Warum soll es tönen, wenn es den viel dezenteren Vibrationsalarm gibt?

Apple Watch als Alltagswerkzeug

Sportuhr? Kann man brauchen. Extra-Interface zum Handy? Luxus. Aber es gibt noch einen dritten Bereich, in dem ich die Uhr nicht mehr missen möchte. Nämlich im Alltag. Ganz simple Dinge wie einen Timer zu setzen oder eine Weckzeit einzustellen gehen dank Spracherkennung mit Siri ganz einfach. Das sieht zwar ein wenig nach Agentenfilm der 60 Jahre aus, wenn ich die Uhr anhebe, den Knopf drücke und spreche – aber es funktioniert.

Auch die Wetter App nutze ich dauernd. Das Ziffernblatt der Uhr habe ich so eingestellt, dass ich auf einen Blick die Wetterlage und die Temperatur sehe. Einmal antippen und ich sehe die Vorhersage für den Tag. Nochmal tippen, es erscheint die Wochenübersicht.

Wettervorhersage auf der Apple Watch.
Wettervorhersage auf der Apple Watch. Hier der Ausblick auf die kommenden Tage.

Bevor ich es vergesse: Als Uhr kann man die Apple Watch natürlich auch verwenden. Weil es ein Bildschirm ist, kann man unterschiedliche Ziffernblätter einstellen. Vom ganz schlichten Design mit Strichen und reduzierter Farbgebung, bis hin zur quietschenden Micky Maus.

Das Fazit

Braucht man eine Smartwatch? Nein. Braucht man eine Apple Watch? Bestimmt nicht. Habe ich den Kauf bereut? Nein! Ich nutze die Uhr ständig, sie ist praktisch und nützlich und wirklich einfach zu bedienen – wenn man aus der Apple Welt kommt.

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