Windows 10 und seine Apps - ein positives Erlebnis

Erlebnis: Wie ich die Schönheit der Windows-Apps entdeckte

Wir ollen Digisaurier sind manchmal auch ganz schön konservativ. Als Windows in der Version 8.0 mit Apps und Kacheln begann, schrien viele von uns auf: Wir wolln unser Startmenü zurück! Mit 8.1 tat uns Microsoft den Gefallen, und die Zahl derjenigen, die mit einem Kacheldesktop und Win-Apps auf einem Desktop-PC oder Notebook hantierten, blieb gering. Mir ging’s da nicht anders. Aber ich konnte ja schon mit den komischen Mini-Dingern nichts anfangen, die bei Vista und 7 auf den Desktop kleben konnte. Nach der generellen Umstellung aller heimischen Computer auf Windows 10 geriet das Thema hier in Vergessenheit. Die Kacheln im Startmenü konnte man ja weitestgehend wegmachen und ansonsten ignorieren. Nun kam im vergangenen August ein 15-Zoll-Convertible der Marke Terra ins Haus. Also ein Notebook, das Desktop und Tablet kann. Ganz ehrlich: Als Tablet benutzt man einen 15-Zoll-Klopps eher nicht. Aber man kann wunderbar im Tablet-Modus mit einem Pen auf dem Display Malings machen oder die Maus durch den Finger ersetzen.

Und irgendwann fiel es mir als altem Android-Fan wie Schuppen aus den Haaren: Das mit den Apps ist ja wie auf dem Smartphone! Lachen Sie nicht, genauso war’s. Ich kam mir selbst einigermaßen blöd vor, dass ich das weltumspannende Konzept der Firma Microsoft in den Zeiten von Satya Nadella nicht kapiert hatte: EIN Betriebssystem für alle Endgeräte! Eigentlich sensationell. Eigentlich um mindestens einen Notch schlauer als bei Apple, von Google ganz zu schweigen. Wer will, so sagt Microsoft, kann auf seinem Desktop-PC, dem ollen Notebook, einem Tablet-PC wie dem Surface und auch einem Windows-Smartphone überall dieselben Apps benutzen – automatische Synchronisation der erzeugten und verwendeten Daten inklusive. Zu dem Zeitpunkt waren aber nur Windows-Computer im Haus und ein paar Android-Smartphones.

Die Kacheln auf dem Desktop - Notebook im Tablet-Modus
Die Kacheln auf dem Desktop – Notebook im Tablet-Modus

Dann kam ein leihweises Lumia dazu und ein Surface 3 wurde als Ersatz fürs völlig abgeranzte Nexus-Tablet angeschafft. Und plötzlich erschloss sich mir die Schönheit der Windows-Apps. Ja, das ist toll, dass auf allen Geräten dieselben Dinger am Start sind. Ich begab mich auf die Suche nach Windows-Apps für alle möglichen Zwecke und kam auch auf Sachen, die ich zuvor im Browser benutzt hatte – zum Beispiel die schicke Anwendung „Wunderlist“, mit der man alle möglichen Listen anlegen, teilen und verwalten kann. Viel einfacher, die als App auf dem Desktop rumliegen zu haben, als wunderlist.com im Browser ansurfen zu müssen. Facebook – macht als App viel mehr Spaß. Viele der Microsoft-eigenen, dem User ungefragt ins System gespülte Apps sind weniger lustig.

Bald stellte ich fest, dass es ungefähr zwei Drittel meiner Android-Lieblings-Apps auch für Windows gibt: Her damit. Und zuletzt entdeckte ich, dass ja auch diverse Win-10-Systemfunktionen app-artig genutzt werden können – unter anderem den immer noch zu Unrecht unterschätzten Browser Edge. Ja, ich bin zum ersten Mal seit über 25 Jahren wieder Microsoft-Fan geworden. Weil deren Zeug inzwischen Hand und Fuß hat. Was ich aber nicht verstehe ist die harmlos, stille Kommunikation, die das Unternehmen rund um seinen Windows-Kosmos betreibt. Von Begeisterung und Leidenschaft ist da wenig zu spüren. Vielleicht wissen deshalb so wenige Menschen weltweit, was es mit „Windows für alles“ auf sich hat.

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