Genau das richtige USB-Kabel? Vielleicht...

Praxis: Ordnung im USB-Salat

Was für ein Segen, dieser USB-Standard! Endlich EIN System zum Anschließen von allem möglichen Kram an alle möglichen Rechner. Und Strom kann man per USB auch noch ziehen – ein unglaublicher Fortschritt gegenüber der Steinzeit mit ihren parallelen und seriellen Schnittstellen und den zugehörigen komplizierten Kabeln. Apropos: Jeder User hat sicher ein gutes Dutzend USB-Kabel in der Schublade, aber nicht selten ist genau das dabei, was in diesem Moment gebraucht wird. Das hat mit einem gewissen Wildwuchs bei den Steckern und Buchsen zu tun, der im folgenden ein bisschen gerodet werden soll.

Wikipedia beschreibt das Phänomen ganz gut:

Mit USB ausgestattete Geräte oder Speichermedien, wie etwa USB-Speichersticks, können im laufenden Betrieb miteinander verbunden (Hot Plugging) und angeschlossene Geräte sowie deren Eigenschaften automatisch erkannt werden. Vor der Einführung von USB gab es eine Vielzahl verschiedener Schnittstellentypen mit unterschiedlichsten Steckern zum Anschluss von Zubehör und Peripheriegeräten an Heim- und Personal Computer. Fast alle diese Schnittstellenvarianten wurden durch USB ersetzt, was für die Anwender Vereinfachungen mit sich brachte, die jedoch durch die Vielzahl an unterschiedlichen USB-Steckern und -Buchsen wieder teilweise relativiert wurden. [Quelle: Wikipedia]

Dabei fing alles so gut an. Es gab Stecker vom Typ A, die in die Buchsen am Computer gehörten, und vom Typ B, die in die Buchsen von Peripheriegeräten zu stecken waren. Typ-A-Stecker- und Buchse haben bis heute unverändert überlebt. Aber schon kurz nach der Einführung von USB 1.0 im Jahr 1996 begannen Hersteller von externen Geräten damit, eigene Varianten zu basteln. Das führte dazu, dass die Devices solcher Firmen nur mit Kabeln an den PC anzuschließen waren, die einen entsprechenden Stecker am Ende hatten. In der langen Ära von USB 2.0 (2000 bis ca. 2010) reduzierte sich das Chaos bei den Typ-B-Steckern ein wenig. Aber immerhin blieben der Mini-B- und zwei bis drei Varianten des Micro-B-Steckers am Leben.

USB-Stecker (Bild: netzmafia.de)
USB-Stecker (Bild: netzmafia.de)
Und dann kam USB 3.0, und alles änderte sich wieder. Die gute Nachrichte: Typ-A-Stecker alten Typs passen auch in Buchsen mit blauem Innenleben. Überhaupt macht dieser Stecker am wenigsten Probleme, weil an ihm nicht dauernd herumgedoktert wurde. Das ist auch gut so, weil auch der beliebte USB-Stick an seinem Ende einen solchen Stecker hat. Dementsprechend verfügen alle aktuellen PCs über mehr oder weniger viele Typ-A-Buchsen. Eine Extrawurst brät sich wieder einmal die Firma Apple, die auf USB-C setzt, den neuen Buchsen-Stecker-Standard für USB-Verbindungen, der sich aber außerhalb der Mac-Welt noch nicht durchgesetzt hat.

Am weitesten verbreitet auf der anderen Seite des Kabels ist inzwischen der Micro-B-Stecker für USB 2.0 und kleiner. Die passende Buchse dafür findet sich an vielen Peripheriegeräten (insbesondere externe Laufwerke) sowie an einer Mehrheit aktueller Tablets und Smartphones. In der Regel ist das Kabel, an dem ein solcher Stecker hängt auch geeignet, den Akku des verbundenen Gerätes zu laden. Ja, mittlerweile verfügen viele Steckernetzteile von Ladegeräten über eine Typ-A-Buchse, in die ein Kabel mit Micro-B-Stecker gesteckt werden kann.

Fragen und Antworten

Aus dem bisher Geschriebenen ergeben sich ein paar Fragen, auf die es hier Antworten gibt:

Frage: Welches USB-Kabel wird am häufigsten gebraucht?
Antwort: Ganz eindeutig eines mit Typ-A-Stecker nach USB-2.0-Standard am einen und einem Micro-B-Stecker (USB 2.0) am anderen.

F: Sollte man ungewöhnliche USB-Kabel aufbewahren?
A: Ja, weil es Geräte gibt, die sich nur mit einer bestimmter Stecker anschließen lassen. Das gilt besonders für Kabel mit einem „großen“ Typ-B-Stecker ausgestattet sind.

F: Spielt die Länge von USB-Kabeln eine Rolle?
A: Bei der Datenübertragung zwischen Computer und externem Gerät auf jeden Fall. Generell wird eine maximale Länge von 5 Metern empfohlen. Muss eine längere Strecke überwunden werden, kann man aktive Hubs einsetzen.

F: Wenn ich am Computer schon blaue USB-3.0-Buchsen hab, muss ich dann auch Kabel mit blauen Steckern verwenden?
A: Nein, eine Verbindung funktioniert auch mit „alten“ Kabeln. Aber Achtung: In den Genuss von USB-3.0-Speed kommt man nur, wenn die 3.0-Buchse am Computer per 3.0-Kabel mit einer 3.0-Buchse am Endgerät verbunden wird!

F: Kann man Akkus über alle USB-Kabel laden?
A: Im Prinzip ja, weil Standard-USB-Kabel immer stromführend sind. Es gibt aber proprietäre Ausnahmen, bei denen auf den stromführenden Draht verzichtet wurde. Außerdem funktioniert die Ladefunktion unabhängig von der Art der Stecker.

Fazit

So schlimm ist es mit den USB-Kabeln nun auch wieder nicht. Denn viele Hersteller von externen Geräten legen ein passende Kabel bei. Zum Problem wird das nur, wenn es die mit proprietären Typ-B-Steckern ausgerüstet sind. Es empfiehlt sich, solche ungewöhnlichen Kabel von Anfang zu beschriften, damit man schnell erkennt, zu welchem Device sie gehören. Ansonsten ist es eine gute Idee, immer ein paar Kabel mit Typ-A-Stecker am einen und Micro-Typ-B-Stecker am anderen in der Schublade zu haben. Und wer die Vorteile von USB 3.0 nutzen will, kommt um die Anschaffung der Kabel mit blauen Steckern nicht herum.

[Abbildung USB-Stecker by netzmafia.de]

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