Firefox und der Drache IEeee

Tschüss Firefox – oder: Das Märchen von der ollen Hexe Mozilla

Liebe Kinder, heute erzähle ich euch das Märchen vom strahlenden Ritter Firefox und warum er nicht mehr strahlt. Vor langen, langen Zeiten herrschte im Königreich Internet ein hässlicher Drache, bei dessen Anblick die Menschen vor Abscheu „IEeee!“ riefen. Der hatte den alten Riesen Netscape verjagt und die Macht übernommen. Die Bürger mühten und plagten sich mit diesem Drachen-Browser, der sich an keine Regeln hielt und tat, was er wollte. Immer wieder versuchten anderen Browser ins Königreich einzudringen. Da gab es den wendigen Helden Opera, aber der kam aus Norwegen, und das sagt schon alles. Eines Tages aber kam ein strahlender Ritter ins Land geritten, der nannte sich Phoenix und eroberte die Herzen der Leute im Sturm. Und der machte sich auf, den Drachen IEeeee zu besiegen. Ein Weiser im Königreich gab ihm dazu einen Rat: Hömma, sagte der Weise, du kannst das schaffen, aber dein Name, der ist doch doof – nenn dich doch Firefox, dann klappt das auch mit dem Drachen.

Gesagt, getan. Und schon bald beherrschte der strahlende Ritter Firefox das halbe Königreich. Der Drache ließ sich ein paar Mal liften, aber weil ihn nie jemand gemocht hatte und immer noch niemand mochte, half das alles nichts – seine Zeit war gekommen. Und so übernahm Firefox die Macht im Lande, und alle waren’s zufrieden. Erst da merkten die Leute, dass seine Mutter, die olle Hexe Mozilla, ihm einflüsterte, was er zu tun und zu lassen hätte. Außerdem feilte sie ständig an seiner Rüstung herum, um sie noch strahlender und noch mächtiger zu machen. Je mehr Nieten und Knöpfe und Glöckchen und Spiegelchen an die Rüstung kamen, umso schwerer wurde sie. Und je mehr der Ritter Firefox sich seiner Macht sicher sein konnte, desto selbstgewisser wurde er, faul und träge. So kam es, dass er immer öfter vom Pferd fiel und seinen Job nicht auf die Reihe bekam.

Bald verspotteten ihn die Menschen im Königreich und ersetzten heimlich sein Banner durch Fahnen mit seiner berühmten Absturzmeldung. In seinem zunehmenden Wahn merkte Firefox nicht, dass seine Felle davon schwammen, und seine Mutter redete ihm ein, er sei immer noch voll krass geil, aber die Menschen, die seien verblendet. So merkten Mutter und Sohn nicht, dass sich von Westen her ein topmoderner, schlanker und sachlicher Browsing-Consultant aus dem Riesenreiche Google eingeschlichen hatte und unter dem schicken Namen Chrome an Beliebtheit gewann. Von Süden hatte sich ein anderer cooler Typ namens Safari aufgemacht, und das Enkelchen vom Drachen IEeee – es hieß Edge – kam ebenfalls ins Land und fand rasch Freunde. Die Hexe Mozilla aber klebte unentwegt weiteres Zubehör an die Rüstung vom ehemals strahlenden Ritter Firefox, der sich bald überhaupt nicht mehr bewegen konnte.

Und so kam es, dass sich die Bürger im Königreich Internet von ihm abwandten und zusammen mit den neuen Helden surften. Kurz bevor der Ritter Firefox dann an Herzverfettung starb, trat die Hexe Mozilla vors Volk und sprach: Ihr lieben Einwohner von Internet, wir haben eure Botschaft verstanden. Firefox wird in ein Fitness-Camp gehen und rank und schlank wie einst zurückkehren. Das versprechen wir euch. Und ihr werdet ihn wieder lieben. Aber den letzten Satz hörte kaum noch jemand, denn die Menschen hatten lachend und mit höhnischen Sprüchen den Platz vorm Schloss längst verlassen. Die olle Hexe Mozilla aber, die glaubte weiter an ihren Sohn und versuchte, Firefox zu reanimieren. Und wenn sie selbst nicht gestorben ist, dann versucht sie das immer noch.

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