Ganz schöner Unterschied: 6-Zoll-Phone und 10-Zoll-Pad

Was zur Hölle… Großes Smartphone oder Tablet als Arbeitsgerät?

Die Betonung liegt auf „Arbeitsgerät“. Es gibt ja immer mehr Menschen, die unterwegs tatsächlich ernsthaft arbeiten – auf dem Beifahrersitz eines Autos, im Zug oder im Flugzeug. Fragt man solche Leute, dann geben sie an, vorwiegend im Internet zu recherchieren und Office-Anwendungen zu nutzen. Während man auch mit kleineren Displays auf einem iPhone oder einem Android-Smartphone relativ bequem surfen kann, sieht das mit der Textverarbeitung, der Tabellenkalkulation oder dem Präsentationsprogramm schon anders aus. Da braucht man halt Platz auf der Anzeige. Bis vor ein paar Jahren hieß das für fleißige Reisebienen: Unterwegs mit dem Laptop oder einem Notebook. Heutzutage kommen aber auch Phones mit Display-Diagonalen oberhalb von sechs Zoll und Tablets in Frage.

Tablets auch mit Windows 10

Größenvergleich: Das iPad Pro mit 10,5" und 12,8" (Abb.: Apple)
Größenvergleich: Das iPad Pro mit 10,5″ und 12,8″ (Abb.: Apple)
Vorausgeschickt: Der Modebegriff „Phablet“ hat sich dann doch nicht durchgesetzt. Auch, weil sich die Größe der Dinger dann doch bei maximal 6,2 Zoll eingependelt hat. Anders sieht es bei Tablets aus, die es mittlerweile in allen möglichen Maßen zwischen sieben und zwölf Zoll gibt.

Neben den typischen Smartphone-Betriebssystemen iOS (bei allen Mobilteilen von Apple) und Android haben sich Pads mit Windows 10 inzwischen ebenfalls etabliert. Nach dem Ende der Ära der Windows-Phones spielen letztere als Arbeitsgeräte für unterwegs eine wichtige Rolle. Warum? Weil auf diesen Flachmaschinchen eben die für viele immer noch unverzichtbaren Anwendungen der Office-Familie laufen.

Brauchbar nur mit Tastatur

Nicht gerade billig: Microsoft Surface Pro mit Maus und Tastatur für knapp 1.500 Euro (Foto: Microsoft)
Nicht gerade billig: Microsoft Surface Pro mit Maus und Tastatur für knapp 1.500 Euro (Foto: Microsoft)
Die Praxis zeigt: Auf einem Tablet ab zehn Zoll Diagonale geht das ganz gut, das Arbeiten mit Word, Excel und Powerpoint. Zumal die Windows-Pads sowohl im Tablet-, als auch im Desktop-Modus betrieben werden können. Den Unterschied macht die angeflanschte Tastatur aus. Das sogenannte „Type-Cover“, also das Keyboard, das gleichzeitig als Deckel das Display schützt, wurde vor ein paar Jahren zuerst von Zubehörherstellern fürs iPad angeboten. Heute, so die Aussage von Anbietern von Windows-Tablets, bestellt die überwiegende Mehrheit der Käufer das Gerät gleich zusammen mit einem solchen Tastaturdeckel.

Kommt eine (kleine) Bluetooth-Maus dazu, ist der vollwertige Windows-Computer, der nicht aufträgt, perfekt. Das gilt natürlich auch für die iPad und das kleinere iPad Pro von Apple. Die persönliche Erfahrung lehrt: Die Obergrenze für ein wirklich mobiles Tablet liegt bei einer Bildschirmdiagonale von knapp über zehn Zoll. Schon bei 12 Zoll – wie beim größeren iPad Pro und dem Surface Pro von Microsoft – nähert man sich Transportproblemen wie bei einem Notebook.

Alternative: Smartphone + Dockingstation?

Die Alternative? Samsung Dex verbindet Smartphone mit Bildschirm, Tastatur und Maus (Foto: Samsung)
Die Alternative? Samsung Dex verbindet Smartphone mit Bildschirm, Tastatur und Maus (Foto: Samsung)
Nun sind aber auch Smartphones der aktuellen Generation ziemlich leistungsstarke und vollwertige Computer, denen es nur an einer physischen Tastatur, einer Maus und einem ausreichend großen Bildschirm mangelt. Samsung hat das zuerst erkannt und mit Dex eine Dockingstation entwickelt, die das Phone auf intelligente Weise mit einem Display, Tastatur und Maus sowie externen Speichermedien verbindet. Und wer’s ganz clever machen will, der nutzt das Google Chromecast als eine Art Dockingstation.

Nun hilft das wenig in den genannten Reisesituationen, und längere Exposés möchte niemand per Bildschirmtastatur ins Smartphone hacken. Insofern scheiden auch große Smartphones, also diese ominösen „Phablets“ als Arbeitsgeräte aus. Stattdessen ist ein Unterwegsarbeiter mit einer Kombination aus einem kleinen (unter fünf Zoll) oder mittelgroßem Phone (unter sechs Zoll) und einem 10-Zoll-Tablet bestens bedient; das Smartphone dient dann nicht nur als Telefon, sondern bei Bedarf auch als Hotspot für die Wlan-Versorgung des Pads.

Billiger als „richtige“ Notebooks mit 12-Zoll-Displays (oder größer) sind die kleinen Tablets nur in der Windows-Welt. Während es Tragbare mit Windows 10 schon für um die 250 Euro gibt, beginnen brauchbare Win-Pads erst bei etwa 500 Euro. Brauchbar wird solch ein Flachmann übrigens erst mit 4 GB RAM und einem SSD-Speicher von mindestens 128 GB. In der Apple-Welt bekommt man so etwas für ca. 900 Euro, während das Macbook mit 8 GB RAM und 256-GB-Speicher schon rund 1.500 Euro kostet.

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