Irgendwo hämmert es. Irgendwo läuft ein Akku-Schraubenzieher auf Hochtouren. Irgendwo sägt einer. Na – wer errät wo wir sind? Genau: Auf der IFA 2026 – aber einen Tag vor dem offiziellen Pressetag und zwei Tage vor Eröffnung. Die gute Nachricht: Hannes Headset filtert die meisten der Nebengeräusche der noch im Aufbau befindlichen Messestände weg. Und weil Hannes so früh schon mal sich umschauen konnte, kann er über Trends und Entwicklungen der IFA 2026 sprechen und ich kann ihn bei der Schalte auch gut hören – aber in einer Sache hat er sich total verschätzt.
Hannes sagte im Vorfeld zu mir: „Selbst am Vorvorpressetag sind viele schon sehr weit mit den Ständen…“ Hmmm… Sagen wir mal so. Sehr weit ist ein Begriff, den man interpretieren kann. Und darum kam es anders, als Hannes dachte…
Der Vorvorpressetag – bleiben oder fliehen?
Wenn man einen Tag vor dem offiziellen Presse-Tag über das IFA-Gelände läuft, sieht man 2026 vor allem eins: Rohbau. Und was Hannes sich anders dachte war der Zustand vom Fritz! (ehemals AVM Stand). Zu seiner Überraschung wird auch dort noch heftig gebastelt. „Viel konkretes zeigen kann ich dir also noch nicht… Also: Eigentlich gar nix, weil die Produkte noch nicht ausgepackt und eingeräumt sind. Auch nicht die neue Fritz-Box von denen.“, sagt er mir kurz vor der Schalte. Aber wir entscheiden uns dafür die Schalte doch von dort zu machen. Erstens sind die weiter als viele andere. Und Zweitens ist es dort aktuell einer der ruhigsten Plätze was den Baulärm betrifft. Und ums Produkte zeigen geht es uns eh weniger, bei diesem Video und diesem Beitrag. Es geht um die größeren Trends. Und die kann man schon sehen, auch wenn noch aufgebaut wird.

Darum frage ich Hannes gleich am Anfang, als die LiveOnTape Schalte (ein Interview das nicht geschnitten wird, sondern so gesendet wie es gelaufen ist, nur noch als Video etwas hübscher gemach) losgeht: „Na – musstest du selbst Hammer und Nagel mitbringen, um mit anzupacken, damit sie dich so früh reinlassen?“ Ne – musste er nicht – ein Helm ist auch nicht mehr Pflicht. Dabei überlege ich als ich das frage schon kurz, ob ich ihm im Schnitt des Videos einen aufsetze – als Videotrick… Mal sehen. Mein heißer Tipp an Hannes: „Sollte doch jemand versuchen, dir Werkzeug in die Hand zu drücken, bleibt dir ja noch die rasche Flucht. Und damit kommen wir zu ersten Themenrunde…
Trend Nummer eins: Hausgeräte werden kleiner, die Leistung größer
Der erste Trend, den Hannes sieht betrifft nicht das vernetzte Heim selbst, sondern das, was hineinpassen muss. Viele Familien bekommen derzeit keine größere Wohnung, auch wenn die Familie wächst – gleichzeitig steigt der Bedarf, etwa an Waschkapazität. Die Antwort der Hausgeräte-Hersteller: Geräte, die bei gleichbleibender Außengröße mehr leisten. Jeder Zentimeter zählt, kann man sagen. Die Größe von Geräten wird zu einer Größenordnung bei der Kaufentscheidung, wie es scheint.
Hannes ordnet das historisch ein. „Miniaturisierung bei Hausgeräten gab es schon früher, allerdings mit andern Vorzeichen – der Eierkocher für zwei Eier oder der Ein-Scheiben-Toaster waren Antworten auf Single-Haushalte, also auf weniger Menschen bei gleicher Wohnungsgröße.“, sagt er. Jetzt geht der Trend in die andere Richtung: mehr Menschen, gleich kleine Wohnung, aber Geräte, die dafür mehr leisten müssen. Als Beispiel nennt er die neue Serie „Fit & Max“ von LG, deren Waschmaschinen beispielsweise bei identischen Außenmaßen mehr Wäsche fassen sollen.

„Oder ein Kühlschrank, der ein paar Zentimeter näher an der Wand stehen kann, als früher…“ Hört sich klein an. Aber wie gesagt: Jeder Zentimeter zählt.
Der Hintergrund ist der Immobilienmarkt: Mieten sind teuer, Kaufen noch teurer, viele Menschen stecken in Wohnungen fest, die für ihre Lebenssituation eigentlich zu klein sind. Darum spielen solche Lösungen eine Rolle und sind wohl – unerfreulicherweise für viele die gerne umziehen und sich vergrößern würden – leider ein Trend.
Trend Nummer 1,5: Fritz! Die Box mit neuem Namen und vor allem neuem Look
Jetzt sprechen wir über die Produkte (die noch verpackt sind) an dem Stand an Hannes gerade steht. Aus AVM ist offiziell Fritz! geworden – und die Mitarbeiter selbst legen intern großen Wert darauf. Hannes berichtet, dass es bei Fritz! intern eine kleine Kasse geben soll, in die jeder Mitarbeiter fünf Euro einwerfen muss, der aus Gewohnheit noch „AVM“ statt „Fritz!“ sagt. Er korrigiert mich darum direkt im Gespräch , als mir der alte Name herausrutscht. Okay – ich bitte ihn für mich trotzdem fünf Euro einzuzahlen. Notiz an mich selbst: Ich darf nicht vergessen die AV… äh… Fritz! Leute zu fragen, ob er das auch gemacht hat…
Zur Sache: Fritz! hat ein neues Modell vorgestellt, das Hannes wegen halt leider noch nicht zeigen kann. Aber er kann es beschreiben: Das Design wurde aufgeräumt, weg vom technischen Look, hin zu etwas, das – mit etwas gutem Willen – als Design-Objekt im Wohnzimmer durchgehen könnte. Kabel verschwinden im Gehäuse, die frühere Rot-Weiß-Farbgebung ist Geschichte, das neue Gerät kommt komplett in Weiß. Und mit treuem Augenaufschlag sagt er zu mir: „Ich bin sicher Du findest bei denen im Pressebereich ein schönes Bild. Das kannst Du dann ja einblenden im Video…“ Das nennt man elegantes delegieren á la Digisaurier…

Auch bei der Namensgebung räumt Fritz! auf. Die neue Nomenklatur funktioniert ähnlich wie bei Autoherstellern: Eine Ziffer im Namen steht für den WLAN-Standard, eine andere für die Anschluss-Technologie. Ein Gerät, das sowohl DSL als auch Glasfaser unterstützt, trägt entsprechend beide Kennungen im Namen. „Naja…“ entgegne ich. „Einfacher als früher ist das schon irgendwie. Aber auf sowas wie „Die Box 2026″ haben die sich wohl nicht einigen können…“ Hannes schüttelt den Kopf. Es sind halt Techniker da bei AV… äh… Fritz!
Übrigens: Genau gegenüber ist der große Mitbewerber TP-Link. Auch mit sowas ähnlichem „TP-Link-Box“ heißt es da. Da passt es ja, das bei allen beiden die Geräte noch in der „Box“ sind, denke ich so bei mir. Aber weiter im Text…
Trend Nummer 2: Hausarbeit schafft sich ab – ein Versprechen mit langer Tradition
Ich frage nach einem Thema, das mir bei der Vor-Recherche untergekommen ist und wo ich dachte: „Immer noch? Echt jetzt?“ Der IFA Dauerbrenner: Hausarbeit soll sich fast von selbst erledigen. Hannes bremst (auch wie jedes Jahr) die Erwartungen sofort – das als diesjährigen Trend besonders auszurufen, „…wäre echt übertrieben. Aber es geht voran.“ Das sagen die Hersteller gefühlt seit 10 Jahren denke ich und sage auch sowas ähnliches.

Aber gut: Konkret gibt es trotzdem Neues, vermeldet Hannes aus seiner Rumlauferei auf der „frühen Messe“. Miele zum Beispiel hat einen Akkusauger vorgestellt, der gleichzeitig saugen und wischen kann. Ein bekanntes Problem bei solchen Geräten sind Haare, die sich um die Bürste wickeln. Von Menschen, Katzen & Hunden. Neu ist, dass das Gerät sie automatisch mit einer kleinen Klinge abschneidet, damit sie weggesaugt werden können. Das Prinzip gibt es laut Hannes bei anderen Herstellern bereits, jetzt zieht Miele nach, „mit natürlich wahnsinnig viel KI da drinnen“, wie er anmerkt. KI zum Haareschneiden, denke ich, das wär doch mal was. Aber momentan geht es wohl eher ums Haare schnipseln…
Den Backofen mit Bildern füttern – KI als Trend ohne Nummer
Interessanter ist, wo die KI sonst noch zum Einsatz kommt. Miele arbeitet an Rezeptsammlungen, die aus verschiedenen Quellen gespeist werden und dann automatisch Küchenmaschine und Ofen mit passenden Einstellungen versorgen. Ich erinnere Hannes an das Vorjahresthema, bei dem handschriftliche Rezepte zum Beispiel aus dem alten Rezeptbuch der Oma digitalisiert und dann passend für das Küchengerät auch angepasst wurden. „und fragt, ob man mittlerweile sogar „Ja – aber so wie ich es verstanden habe, geht das jetzt auch mit einem Foto eines fertigen Gerichts, das man hochladen kann, um es nachkochen zu lassen.“ Aber da wird er an den Ständen nochmal nachfragen. Unser beider Einschätzung bleibt vorsichtig: Die eigentliche Frage ist nicht, ob die KI ein Foto erkennt, sondern wie treffsicher am Ende das Ergebnis wirklich der ursprünglichen Absicht entspricht.
Trend Nummer 3: Die Abo-Falle zieht weitere Kreise
Ein Trend aus dem Vorjahr setzt sich nach Hannes‘ Einschätzung fort und wird eher noch ausgeprägter: Geräte, die technisch alles können, ihr volles Potenzial aber erst mit einem Abo freischalten. Bei Bosch hat Hannes das am Vormittag selbst gesehen. Unter dem Namen „Home Plus“ – kein neues Abo, sondern eine Erweiterung der bestehenden Smart-Home-Funktionen für 4,99 Euro – wandert unter anderem eine Funktion namens „thermischer Abgleich“ ins Abonnement.
Dahinter steckt eine Aufgabe, die früher der Heizungsinstallateur von Hand erledigen musste: Die Durchflussleistung mehrerer Heizkörper in einer Reihenschaltung so aufeinander abstimmen, dass auch der letzte Heizkörper im obersten Stockwerk noch ausreichend Wärme bekommt, weil sich der Druck mit jedem Heizkörper in der Reihe weiter abbaut. Diese Feinjustierung landet jetzt im Abo-Modell.

Fanden und finden wir nicht so cool: Hannes hat das bei Bosch darum direkt angesprochen; die Antwort: „Sobald ein Rechenzentrum für KI-gestützte Funktionen nötig ist, entstehen laufende Kosten, die zumindest teilweise gegenfinanziert werden sollen.“ Ich lache laut – auch eine hübsche Begründung. Nicht von der Hand zu weisen, aber dennoch – sagen wir mal – kreativ. Der zweit Grund der in Wahrheit auf der Hand liegt: Ein Hersteller wie Bosch – zumindest die Leute dort die für die Umsätze gerade stehen müssen – der über seine E-Bikes bereits ähnliche Modelle fährt, will nicht nur einmal kassieren, sondern einen dauerhaften Umsatzstrom.
Christian erinnert an ein bekanntes Beispiel aus der Debatte im Bereich Automobil: die BMW-Sitzheizung, die früher nur per Abo freizuschalten war. Hannes ergänzt ein Detail dazu, das BMWs Pressestelle kürzlich selbst genannt hat: „Funktionen, die ursprünglich nicht mitbestellt wurden, sollen beim späteren Verkauf aus dem Leasing heraus nachträglich freigeschaltet werden können – ein Zusatznutzen für Gebrauchtwagenkäufer.“ Bei der Sitzheizung findet Hannes dieses Argument dünn, bei komplexeren Nachrüstoptionen wie der Hinterradlenkung von Mercedes kann man das wenigstens diskutieren.
Aber – sosehr mich der Trend auch stört – muss ich eines sagen: Das ist vermutlich kein IFA-spezifischer Trend, sondern eine generelle Entwicklung, weil KI-Funktionen kaum dauerhaft so günstig bleiben, wie sie aktuell oft noch angeboten werden. Sobald Nutzer an bequeme KI-Funktionen gewöhnt sind, folgen erfahrungsgemäß Preiserhöhungen – und die Hersteller kalkulieren das bereits ein. Man nennt das anfüttern glaube ich ;-) Okay – wir werden damit leben müssen oder uns auf „smarte“ Grundfunktionen beschränken müssen. Kenne ich ja auch von unserer WMF Küchenmaschine. (So eine Art hübschere Version des alten Thermomix).
Trend Nummer 4: Sprache – der Fernseher hört aufs Wort – vielleicht
Von der Abo-Nerverei geht es zur Sprachsteuerung. Christian kennt das von Amazons Echo-Geräten, bei denen man sich per Zuruf eine Serie wünschen kann, mit wechselndem Erfolg. Neu ist laut Hannes, dass LG zum Beispiel eine Sprachsteuerung jetzt direkt in die Gerätefunktionen des Fernsehers einbaut. Und damit nicht nur Programmwünsche, sondern auch die Einstellung geändert werden kann. Das Beispiel: „Das Bild ist zu dunkel“ – und das Gerät passt die Einstellung selbstständig an. Hoffentlich.

Ich bin skeptisch und bringe ein Gegenbeispiel aus eigener Lektüre ein: einen Artikel bei Spiegel Online, in dem eine ähnliche Sprachsteuerung in einem Auto genau ganz was anderes gemacht hat. Die Tester erlebten wie ein seeeehr moderner chinesischer Wagen (XPeng) statt „Tempomat“ zu verstehen „Temperatur“ verstanden hat und statt 50 km/h Geschwindigkeit einzustellen versucht die Klimaanlage auf „50 Grad“ einzustellen. 50 Grad ging zum Glück nicht – aber die Heizung wurde auf eine „äußerst unerfreuliche Wärme“ hochgedreht. Und der gleichzeitig getestete aktuelle Audi sagt: „Diese Funktion ist nicht verfügbar“. (Ich muss hier kurz vorwarnen: Im Live-Video hatte ich die Geschichte nicht mehr so ganz genau im Kopf und habe sie leicht anders erzählt – aber mit dem gleichen Ergebnis.
Hannes ordnet das ganze Thema nochmal realistisch ein: Video-Tester von Fachzeitschriften arbeiten mit feinteiligen Einstellungskatalogen für Kontrast, Helligkeit und Farbintensität, gegen die ein einfaches „Bild ist zu dunkel“ grob wirkt. Für den durchschnittlichen Nutzer sei das aber wahrscheinlich völlig ausreichend. Aber wer mehr will, wird wohl doch mit der Fernbedienung hantieren müssen – zumindest noch.
Die aus Hannes Sicht eigentlich wichtigere Frage ist aber eine andere: „Es geht nicht nur um Bildhelligkeit, sondern potenziell auch um Anfragen zu vielleicht inhaltlich sensiblen Themen. Wer Sprachsteuerung im Wohnzimmer nutzt, sollte sich bewusst sein, in welchem Umfang dabei mitgehört wird. Da hat er recht. Sollte man sich also vorher drüber informieren. Also: Vor dem Kauf. Und mir fällt noch aus eigener Erfahrung mit Bildbearbeitungs-KI ein: Ein einfaches „Mach das Bild heller“ liefert bei entsprechenden Tools nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Manchmal eher eines, dass man nicht sehen möchte…
Trend Nummer 5: Mehr und intelligentere Stromspeicher mit KI
Von der Wohnzimmer-KI geht es zu Energiespeichern, die Hannes bereits selbst getestet hat. Balkonkraftwerke und größere Solarinstallationen kommen zunehmend mit KI-Funktionen mit Batteriespeiche, die das Nutzungsverhalten eines Haushalts lernen. Der Grundgedanke: Solarpanels produzieren mittags am meisten Strom, wenn viele Menschen gar nicht zu Hause sind. Abends, wenn Geräte und Fernseher laufen sollen, scheint dafür aber keine Sonne mehr. Ein Speicher, der tagsüber lädt und abends abgibt, gleicht das aus. Und wenn er lernt, kann das natürlich nachhaltiger werden.

Komplexer wird es mit dynamischen Stromtarifen. Dabei steht laut Hannes bereits 24 Stunden im Voraus fest, wann Strom teuer und wann er günstig ist – Steuerungssysteme können ihre Lade- und Entnahmestrategie entsprechend anpassen. Beispiel: Der günstige Stromtarif wird zum laden der Batterie genutzt, damit man unabhängig von der Sonne auch zu „dunklen“ Zeiten günstigeren Strom aus der Batterie nutzen kann. Ob sich der Aufwand lohnt, sieht Hannes selbst skeptisch: „Die Stiftung Warentest hat kürzlich durchgerechnet, dass der finanzielle Hebel dabei erstaunlich klein ausfällt, zumal man erst in die nötige Technik investieren muss.“ Hannes Einschätzung: Bei einigen dieser Angebote lohnt sich die Frage, was echter Nutzen und was Marketing ist. Generell wenn es um die Stromspeicher geht, scheint derzeit mehr Marketinghype dahinter zu stecken, als echter Nutzen. Die Hersteller suchen neue Gründe solche Speicher in die Haushalte zu bringen.
Als Beispiel nennt er einen Speicheranbieter mit einem eigens für den Kühlschrank vermarkteten System, das vor Stromausfällen schützen soll und damit wirbt, dass der Speicher in Millisekunden umschaltet und der Kühlschrank keine Stromunterbrechnung hat. Ein aus Hannes Sicht eher diskussionsfähiges Anwendungsszenario, „…weil ein Kühlschrank kurze Stromausfälle ohnehin problemlos übersteht. Technisch handelt es sich also schlicht um einen Speicher, der an jedes beliebige Elektrogerät angeschlossen werden kann.“ Naja – vielleicht nutzt man das Gerät dann eher als USV für einen Computer. Wenn es den unterbrechungsfrei bei Stromausfall betreiben kann, ist meine Überlegung.

Spannender fand Hannes ein prompt-basiertes KI-System eines Anbieters, das für alle, die den Umgang mit Perplexity oder Claude gewohnt sind, vertraut wirkt: Man tippt eine Anweisung wie „Stelle sicher, dass morgen um 12 Uhr der Speicher aufgeladen ist“ direkt in die App, das System entwickelt daraufhin eine Strategie und legt sie zur Bestätigung vor – eine direktere Form von KI-Interaktion als reines Beobachten und Lernen im Hintergrund. Der Anbieter heißt Sigenergy.

„Kann man die Batteriespeicher denn mittlerweile leichter transportieren?“, will ich wissen. Damit man damit gezielt Geräte betreiben kann die einem wichtig sind, statt zu versuchen das ganze Haus am laufen zu halten. „Bei der Portabilität gibt es noch Luft nach oben.“ grinst Hannes vielsagend. Ein Gerät, das er gesehen hat, kam bei vergleichsweise geringen 2.700 Wattstunden Kapazität – eher am unteren Ende der Skala – bereits auf rund 30 Kilo Gewicht. Zur Einordnung, was diese Kapazität leistet: Ein Kühlschrank lässt sich damit wahrscheinlich längere Zeit betreiben, während stromhungrige Geräte wie Grill, Backofen oder ein Kaffeevollautomat die schnell mal mehrere KW brauchen, wenn sie laufen – den Speicher viel schneller leeren könnten. Irgendwie wäre so ein Baukasten-System clever denke ich, wo man einen Teil des Speichers abziehen und direkt am Gerät nutzen kann. Aber ich vergesse Hannes zu bitten, das mal zu recherchieren auf der IFA. Kommt auf die ToDo Liste. Also gibt es so eine Art Bausteinsystem wie Lego bei Speichern? Apropos Lego…
Trend 6 Haushaltsroboter: Die Ente kommt und sammelt Lego-Bausteine oder Socken
Zum Abschluss das kurioseste Thema unserer Schalte. Hannes sagte mir in der Vorbesprechung, er hofft in Berlin einer „Ente“ zu begegnen – nicht im Zoo oder im Park, sondern auf dem Messegelände. Gemeint ist ein autonomer Haushaltsroboter in einer Art „Entendesign“.

Die Idee dahinter: Kleine, humanoide Helfer-Roboter scheinen langsam aber sicher bis in die Haushalte zu kommen. Aber: Sie haben ein Designproblem. Wirken sie zu menschenähnlich oder zu kantig, entsteht bei vielen Nutzern schnell Unbehagen. Der Hersteller Pollen Robotics hat dafür eine ungewöhnliche Lösung gewählt namens Microduck: ein komplettes Entendesign.
Das Gerät watschelt durch die Wohnung, sammelt Socken oder Schuhe ein und bringt sie an vorher festgelegte Orte. Nach Hannes‘ Einschätzung ist das Ganze Thema aktuell vor allem eine Spielwiese für KI-Programmierer, die mit Robotik experimentieren wollen – aber mit einem unverbindlichen Preis von rund 440 Euro relativ günstig.

Christian denkt das Ganze weiter: Bei Eltern, die eigentlich wollen, dass ihre Kinder selbst aufräumen, wäre eine Terminator-Variante vielleicht der wirksamere Ansatz. Mit blitzenden Augen und drohender Stimme kommt dann beim aufräumen der Satz: „Nächstes Mal räumst Du selbst Dein Zimmer auf…“ Hannes hält dagegen, dass die eigentliche Killer-App der Ente wohl das automatische Einsammeln von Legosteinen sein könnte. Denn das würde einem vielleicht manchen schmerzhaften Moment auf Socken in der Wohnung ersparen…
Kein Trend: Unser Fazit
Natürlich bitte ich Hannes noch um ein Selfie mit dem Enten-Roboter, sollte er ihm über den Weg laufen. Zum Abschied gibt es nochmal meine Warnung, aufzupassen, dass ihm niemand Hammer und Nagel in die Hand drückt – und er erzählt eine Anekdote von einem Kollegen, der sich schon einmal von einem Gabelstapler hat anfahren lassen. Und verspricht vorsichtig zu sein in diesen frühen Vor-Messetagen. Find ich gut. Sonst kriege ich kein Hannes und Enten Selfie… ;-)

Der erste Eindruck von der IFA 2026: Zwischen kompakteren Hausgeräten, wachsenden Abo-Paketen und der KI, die mal besser mal schlechter löst was man will, bleibt vor allem eine Frage interessant – wie viel davon echter Fortschritt ist und wie viel geschicktes Marketing. Sollte Hannes in den kommenden Tagen noch auf die Ente treffen oder andere Dinge entdecken, gibt es sicher Nachschlag. Vielleicht sogar per Video.
Und sagt mal: Wärt ihr bereit, für eine Waschmaschine mehr zu bezahlen, die nach Strompreis startet? Und welches Abo-Modell bei Hausgeräten würde euch am ehesten stören? Schreibt es uns in die Kommentare.
Und damit: Ein fröhliches „Quak“ aus Berlin. Ich geh mal meine Socken solange selbst einsammeln…