MWC 2026: Wenn Smartphones noch mehr Falten kriegen, KI handelt und Telcos zittern

Ich gestehe: Wenn Hannes anfängt, von Mobilfunk-Infrastruktur und Standardisierungsgremien zu schwärmen, überlege ich insgeheim ob ich schon mal das Gähnkit hervor holen soll. Klingt soooo langweilig. Aber dann sagt er bei Konzepten wie OpenRAN so Sätze wie: „Das ist im Prinzip Open Source für Mobilfunk-Infrastruktur“ – und plötzlich macht es Klick. Sogar ich hab das verstanden. Und was es bedeuten könnte. Und ganz ehrlich: Genau das ist es, was den Mobile World Congress 2026 so spannend macht. Nicht die glänzenden Gehäuse-Präsentationen (obwohl – zweimal faltbares Smartphone! – dazu gleich mehr), sondern das, was im Hintergrund brodelt. Die Telcos kämpfen ums Überleben, 6G ist noch nicht mal richtig definiert, und die KI hat sich inzwischen so tief in jedes Gerät gefressen, dass man fragt: Wann kauft mein Handy eigentlich sein Zubehör einfach selbst mit meiner Kreditkarte auf?

Ein Wesen das man nicht kennt, greift sich die Kreditkarte und geht shoppen. Meine Generation denkt dabei vielleicht an die TV-Serie „Alf“ und die geplagte Familie Tanner. Alf (der eigentlich Gordon Shumway heißt, den die Tanners aber Alf, kurz für „Alien Life Form“ nennen) flüchtet von seinem von Zerstörung bedrohten Planeten Melmac und kracht bei einer Notlandung in die Garage der Tanners. Womit er im wahrsten Sinne des Wortes plötzlich im Haushalt der Tanners landet und den auf den Kopf stellt. Und da verhält er sich ein wenig wie KI: regelmäßig erwischt Willie Tanner Alf dabei, dass er via Telefon und mit der Familienkreditkarte unsinnige Dinge kauft. Soweit meine Assoziation.

Der moderne Mensch und MWC Besucher Hannes denkt an die KI im Handy. Warum – dazu kommen wir gleich. Übrigens: „Alf“ – eine Serie der späten 80iger – als Serientipp zum lachen ist hiermit kostenlos beim Artikel dabei. In der Sendung fiel mir dieser Vergleich leider nicht so spontan ein. Kommen wir also zum ernsten Inhalt der Sendung. Da haben – kurz vor dem MWC Hannes und ich die Lage gesichtet – er mit dem nüchternen Blick des Infrastruktur-Veteranen, ich mit dem gesunden Misstrauen eines Menschen, der mal dachte, 5G würde alle Probleme lösen. Wer Recht hat? Lest selbst.

Smartphones: Evolution mit gelegentlichem Knack-Geräusch & Kühlung

Samsung hat sein Galaxy S26 bewusst drei Tage vor dem MWC in San Francisco vorgestellt – man möchte im Messerummel nicht untergehen. Klug. Das Gerät selbst? Hannes bringt es auf den Punkt: mehr Rechenleistung, verbesserte Kühlung, bessere Kameras, neue KI-Funktionen. „Da hätte man glaube ich keinen Event gebraucht, um das vorhersagen zu können“, meint er trocken.

Aber es gibt ein paar Details, die mich dann doch aufhorchen lassen. Zum Beispiel die verbesserte Kühlung. Ich frage naiv: „Hat es denn Probleme mit der Kühlung gegeben?“ – Hannes kennt mich ja und erklärt darum geduldig, dass moderne KI-Chips so viel Rechenleistung brauchen, dass das Gerät irgendwann drosselt, wenn es zu warm wird. Das S26 soll das besser managen. Martin aus dem Publikum schlägt per Kommentar während der Sendung Wasserkühlung vor. Ich finde das gar nicht so abwegig. Ein anderer Zuschauer schreibt dann sogar dass es bereits so ein Handy gibt. Soweit wir recherchieren konnten, ist das von REDMAGIC die sich auf (man glaubt es kaum) Gaming Smartphones spezialisiert haben. Eine Tochtergesellschaft von ZTE.

Bild: Samsung Presse

Zurück zu Samsung. Was mir am S26 tatsächlich gefällt: das zuschaltbare Privacy Display. Wer kennt das nicht – erster Klasse im ICE, und der Herr neben einem bereitet sich für seine Kundenpräsentation vor, inklusive der internen Marge von 30 Prozent – was man hinter ihm sitzend gut lesen kann. Samsung baut jetzt eine Blickschutzfunktion direkt ins Display ein, keine aufgeklebte Folie mehr wie früher bei den Laptops. Und clever: Man kann sie nur für Teile des Screens aktivieren – zum Beispiel nur für Benachrichtigungs-Popups. Hannes hat allerdings schon von Insidern gerüchteweise gehört, dass das ein bisschen zulasten der Displayhelligkeit geht. Also unser Tipp: Abwarten. Und erstmal ausprobieren, wenn einem das wichtig ist.

Der KI-Bildassistent kann per Sprachbefehl einen angebissenen Cupcake wieder „ganz“ machen oder aus einer Tagaufnahme eine Nachtaufnahme zaubern. Klingt magisch, ist aber das, was Hannes nüchtern „Computational Photography“ nennt: Die KI erfindet, was der Sensor nicht mehr erfassen kann. Ob das noch Fotografie ist? Große Grundsatzdiskussion. Ich sage in der Sendung: „Aber ist der Mond den ich dann fotografiere wirklich der Mond? Oder nur eine KI-Kugel?“ Hannes wiegt bedächtig den Kopf. „Gute Frage…“ Okay – ich denke während der Sendung: Wenn das Ergebnis schön ist, zähle ich es als OK.

Und dann ist da noch „Now Nudge“: eine lokale KI, die kontextbezogene Vorschläge macht. Sprich, wenn jemand im Chat die Urlaubsfotos erwähnt, poppt das passende Album direkt unten rein. Alles on-device, ohne Cloud. Das ist gleichzeitig praktisch und leicht gruselig – das System muss ja mitlesen, um zu wissen, wann es was vorschlagen soll.

Wobei mir plözlich der Schreck in die Glieder fährt: Kopiert das Handy die „passenden“ Bilder auch direkt in den Chat? Das könnte ja peinlich sein. Nein – tut es nicht. Aber Hannes mahnt generell zur Vorsicht: Was erlaubt man dem System? Ein KI-Browser, der auch munter Urlaube auf der Kreditkarte bucht, ist da kein hypothetisches Szenario mehr. Womit wir bei Alf und de Familie Tanner wären… Fällt mir aber wie gesagt, da gerade in der Sendung nicht ein.

Galaxy Z TriFold: Wie viele Falten verträgt ein modernes Smartphone?

Diese Frage habe ich zu Beginn der Sendung gestellt – halb als Witz, halb ernst. Die Antwort lautet: derzeit zwei. Das Galaxy Z TriFold lässt sich zweimal aufklappen und wird dabei bis zu zehn Zoll groß, mit einem annähernd quadratischen Hauptbildschirm. Samsung nennt das „Slim Design“. Als ich das Pressebild zeige, entfährt mir ein: „Das ist ordentlich dick.“ Hannes stimmt zu. Zumal wir beide nicht sicher sind, ob das Bild von Samsung geschönt ist… Ich hole mein eigenes Fold vor die Kamera und beim aufklappen zum zeigen knackt es verdächtig. Ist jetzt zwei Jahre alt. Aber – kurzer Check nach der Sendung – es ist nix kaputt gegangen. Und ich bin recht zufrieden damit. Brauch ich die 10 Zoll? Mein aktuelles Fold klappe ich nur auf, wenn ich was längeres lesen will. Oder bei Video. Aber die wird trotzdem meist nur eine Hälfte vom Display bespielt und die andere enthält die Bedienelemente für das Video. Würde ich wegen 10 Zoll umsteigen? Ich glaube nicht. Zumal Hannes noch ein Problem nennt. Und zwar eines für alle, die gerne und viel mit dem Smartphone fotografieren.

Bild: Samsung Presse

Denn das Grundproblem bei Foldables bleibt: Kamera und Gehäusetiefe durch die Foldfunktion beißen sich. 200 Megapixel klingt beeindruckend, aber Hannes prognostiziert nüchtern, dass die Kamera zur Achillesferse des Geräts werden dürfte. Echte Tests werden es zeigen. Samsung DeX, das System, das das Handy als Mini-Desktop nutzbar macht, bekommt auch ein Update – das große Display macht das Konzept zumindest interessanter als bisher. Ob es im Alltag taugt, ist eine andere Frage. Ich nutze DEX praktisch nie.

Xiaomi, Honor und der rotierende Mini-Gimbal-Arm

Xiaomi zeigt mit dem 17 und 17 Ultra, wohin die Reise bei chinesischen Premium-Anbietern geht: Snapdragon 8 Elite, drei Leica-Kameras, Dolby-Vision-Display. Alles vom Feinsten. Die Leica-Kooperation – ja, das haben gefühlt mal alle gemacht, die Verbindung zur Kameraexpertise suchen. Ob das wirklich Expertise bedeutet oder nur einen klingenden Markennamen? Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte, wie Hannes sagt.

Bild: Xiaomi Presse

Und dann ist da Honor mit dem sogenannten „Robot Phone“ – einem Konzept-Smartphone, bei dem eine Klappe aufgeht und ein Mini-Gimbal-Arm herausfährt. Das Ding dreht sich 360 Grad, trackt Objekte per KI und ermöglicht Selfies mit der Hauptkamera. Klingt nach Science Fiction? Ist bislang auch nur Konzept. Kann man also vermutlich angucken auf der Messe. Aber nicht kaufen. Marktstart: irgendwann später im Jahr, vielleicht. Mit Vorsicht zu genießen. Auch da muss ich zumindest nicht erster sein – obwohl es praktisch wäre.

Bild: Honor Presse – das Gerät ist noch eine Studie und nicht käuflich

Google Gemini regiert – und alle tun so, als wäre es ihre eigene Idee

Hannes formuliert es so klar, dass ich es fast wortwörtlich zitieren muss: Google Gemini ist bei Android-Smartphones inzwischen de facto Standard. Wer genauer hinschaut, stellt fest, dass die meisten „Hersteller-KIs“ in Wirklichkeit nur Abwandlungen davon sind, angedockt an die Grundbasis von Gemini. Die Telcos versuchen zwar, den Fuß in der Tür zu behalten, aber in einer zunehmend schwächeren Position – warum sollte jemand eine zusätzliche Telco-KI im Abo bezahlen, wenn die Funktionen ohnehin über das Betriebssystem kommen?

Aber wenn wir schon über KI im Handy reden, muss man auch an eine ganz andere Sache denken. Das Handy – mit der kleinen Tastatur – bringt einen schnelle zur Nutzung via Sprache. Und zwar Frage und Antwort. KI kann das super. Und die Stimmen klingen immer nett. Also neigt man beim Handy wohl noch mehr zur KI Nutzung. Ist bequem. Aaaaaber…

Künstliche Intelligenz: Wer hat hier eigentlich das Sagen?

Was sich dieses Jahr verändert: „Agentic AI“ ist der große Trend. KI, die nicht nur antwortet, sondern handelt. Was letztes Jahr noch Demos waren, kommt jetzt in echten Produkten an – von Endgeräten über Browser bis zu Apps. Das klingt großartig, bis man sich vorstellt, dass diese Agenten im Zweifelsfall auch mal eben einen Tapas-Tisch in Barcelona reservieren oder – weniger lustig – eine Kreditkarte belasten könnten, um einen Urlaub zu buchen, den man sich vielleicht so nicht leisten will. Ungefragt also. Wie – Ihr ahnt es beim lesen – es Alf bei den Tanners machte. Die mussten das Problem dann ausbaden.

Klar – KI ist auch auf dem MWC – aber es gibt viele Spielarten

Hannes hofft, dass die Systeme so gebaut sein werden, dass man Zahlungen weiterhin mit Gesicht oder Fingerabdruck autorisieren muss. Ich teile diese Hoffnung. Aber vermute, dass die entscheidende Passage dazu irgendwo in jenen 47 Seiten Kleingedrucktem steht, die wir alle wegklicken.

On-Device KI: Der Gegentrend, der eigentlich keiner ist

Gleichzeitig zur Agentic-AI-Welle gibt es einen interessanten Gegentrend: On-Device-KI. Die Smartphones haben heute irrsinnig viel lokale Rechenleistung – die will genutzt werden. Kein Internet nötig, schneller, datenschutzfreundlicher. Genau deshalb verbessert Samsung die Kühlung im S26: damit die KI-Chips auch wirklich durchhalten. Das „Now Nudge“-Feature läuft komplett lokal. Das passt gut in eine Zeit, in der Cloud-Abhängigkeit zunehmend kritisch gesehen wird.

Aber das Risiko von handelnden Telefonen durch KI wird dadurch natürlich nicht geringer. Es wartet nur bis zur nächsten Online-Verbindung wenn wir nicht aufpassen.

Deutsche Telekom und die KI-Brille: Zweiter Versuch

Letztes Jahr zeigte die Telekom ein KI-Smartphone-Konzept. Ich war skeptisch, Hannes auch: Warum braucht man dafür die Telekom? Zumal im Hintergrund eigentlich nur Perplexity als KI integriert war. Das konnte man aber auch auf jedem Telefob haben. Dieses Jahr versucht die Telekom es mit einer KI-Brille. Vollfarbige MicroLED-Displays, Kamera, Mikrofone, Lautsprecher – alles in rund 76 Gramm. Sprachgesteuert mit Google Gemini. Die Rechenleistung läuft hybrid auf Brille und Smartphone, was erklärt, warum die Brille nicht so ein Klotz ist wie Apples Vision Pro.

Das ist natürlich nur ein symbolisches Bild – die Brille der Telekom wird wohl weniger klobig sein ;-)

Die Brille kann – laut Telekom Presseinfos – Objekte scannen, Texte übersetzen, Navigation und Benachrichtigungen direkt ins Blickfeld einblenden. Klingt gut. Ob es auch gut ist, werden wir sehen – genau wie bei der IFA, wo Hannes schon erste KI-Brillen-Konzepte gesehen hat. Überzeugt hat uns bisher noch keines. Aber: Der Markt für diese Geräte wächst, und da kommt noch viel mehr.

6G: Das neue Netz Versprechen, das erst erfüllt, was 5G schon versprochen hat

Es ist fast schon eine Tradition: Auf dem MWC debattiert die Branche den nächsten Mobilfunkstandard, bevor der aktuelle richtig angekommen ist. 5G wurde 2019 eingeführt. Alle zehn Jahre kommt ein neuer Standard – ergo: 2029 oder 2030 ist 6G dran. Alle positionieren sich. Qualcomm, Nokia, Ericsson, neue Player – alle wollen ihre Claims abstecken.

Was wird 6G technisch bringen? Hannes fasst es zusammen: höhere Datenraten, mehr Geräte pro Funkzelle (IoT lässt grüßen), „Integrated Sensing and Communication“. Das Netz wird also zum Sensor – Radar für Autos, vielleicht sogar die Sturzerkennung für den umgekippten Opa – was ja auch schon WLan Router können. KI direkt im Funk-Zugangsnetz (AI RAN) und Security by Design. Plus Satelliten-Integration, vor allem mit Low-Earth-Orbit-Satelliten für Lückenabdeckung.

Sensorik im Netz – ein künftiges Thema bei 6G. Versprechen zumindest die Experten…

Meine ketzerische Frage: Wird 6G halten, was 5G versprochen hat? Hannes ist ehrlich: „Ja – ich denke zum Teil wird 6G erst Versprechen einlösen, die eigentlich schon mit 5G gegeben wurden. Ich erinnere mich an Pressemitteilungen, in denen der Herzchirurg in München den Patienten auf Sylt per 5G-Roboter operiert. Dann stellte sich heraus: Die Lichtgeschwindigkeit macht da leider nicht mit. Von München an die Nordsee – zu weit. Von München-West nach München-Ost wäre vielleicht machbar.

Hannes erwartet bei 6G das gleiche Muster wie bei 5G: verhaltener Start, Zwischenlösungen wie Dynamic Spectrum Sharing, und dann über Jahre ein langsam aufgetragener Zuckerguss. „Zuckerguss für Mobilfunk“ – so formuliere ich das. Und Hannes findet: „Das ist eines der schönsten Bilder, die Du bisher formuliert hast.“ Ich werde fast ein bißchen rot. Sieht man in der Sendung aber nicht. Uff.

Wi-Fi 8: Weil man sich heute schon positionieren muss, wenn etwas 2028 kommt

Die 8 beim WiFi kommt frühestens 2028. Trotzdem positioniert sich bereits jetzt jeder, der einen Namen hat. Sogar AVM – „Fritz formerly known as AVM“, wie Hannes sagt – redet davon. Was kommt? Höhere Reichweiten, bessere Zuverlässigkeit, ein verbessertes Mesh-System (das Endgerät hält gleichzeitig Kontakt zu mehreren Mesh-Nodes statt nur einem), und besseres Zusammenspiel mit älteren Funkstandards auf denselben Kanälen.

Nein – kommt nicht morgen. Aber ist ein Thema wo sich Hersteller jetzt schon positionieren

Der Letztgenannte Punkt ist unterschätzt aber wichtig: In keinem Haushalt sind plötzlich alle Geräte auf dem neuesten Standard. Irgendwo hat man noch den alten IoT-Sensor, der mit Wi-Fi 4 hantiert. Wi-Fi 8 soll besser damit umgehen können. Ob die heutigen Wi-Fi 7-Router per Software-Update jemals Wi-Fi 8 bekommen? Ein Zuschauer stellt in der Sendung diese Frage. Technisch wäre es laut Hannes möglich. Geschäftlich: eher unwahrscheinlich. „Dann hätten sie ja keinen Grund mehr, neue Geräte zu verkaufen.“

Telcos unter Druck: Die große Konsolidierungswelle kommt

Hier wird es interessant – und ein bisschen düster. Die Mobilfunkanbieter stecken in der Klemme: Netzausbau ist teuer, 5G hat Milliarden gekostet, und 6G steht schon vor der Tür. Gleichzeitig sind die Margen dünn, und die Erwartungshaltung der Kunden ist klar: Es darf nicht teurer werden, eher billiger. Die Telco-Pressestellen betonen mittlerweile immer wieder und stolz, dass der Mobilfunkvertrag das einzige sei, was keine Inflation mitgemacht hat. Was irgendwie stimmt – aber für die Unternehmen kein Grund zur Freude ist.

Branchenkenner, so Hannes, erwarten eine große Konsolidierungswelle. Europa hat derzeit rund 40 Netzbetreiber. Am Ende werden es deutlich weniger sein – die Großen schlucken die Kleinen: Telekom, Vodafone, Telefonica, Orange. Ob der kleine belgische oder spanische Provider in fünf Jahren noch selbstständig ist? Eher nicht.

OpenRAN: Open Source für Mobilfunk – aber nicht für Hobby-Programmierer

In diesem Kontext gewinnt ein Thema an Bedeutung, das Hannes immer wieder erwähnt: OpenRAN. Im Kern ist es das, was Open Source für die Mobilfunk-Infrastruktur bedeutet – aber man sollte sich kein falsches Bild machen. Es sind keine Hobby-Programmierer, die nachts an Basisstationsoftware basteln. Es sind hochspezialisierte Firmen wie Mavenir, Viavi oder Altiostar, die Software entwickeln, die dann auf Standard-Hardware von Dell, HP oder Fujitsu läuft – statt auf proprietären Systemen von Nokia, Ericsson oder Huawei.

Der Vorteil: Netzbetreiber werden flexibler. Wer das erlebt hat, was nach der E-Plus/O2-Fusion passiert ist – jahrelange Übergangszustände, bei denen man nie sicher war, in welchem Netz man gerade eingebucht ist – versteht, warum schnellere Infrastruktur-Zusammenführungen attraktiv und wichtig sind.Auch für uns Anwender. OpenRAN ist auch ein Argument gegen Sicherheitsbedenken: Wenn die Software offen und standardisiert ist, fällt es schwerer, versteckte Hintertüren einzubauen.

Am Ende ist es Marktdruck. Nicht Begeisterung treibt OpenRAN voran, sondern Notwendigkeit. Und was den Verbrauchern bringt? Im Idealfall: schnellere Netzübergänge nach Übernahmen, weniger Übergangschaos. Und wenn diese Wellen wirklich kommen, ist das wichtig. Wir werden sehen.

Fazit: Evolution ist die neue Revolution – nicht erst seit diesem Jahr beim MWC

Was bleibt vom MWC 2026-Vorgeschmack? Hannes hat es gut zusammengefasst: Der Mobile World Congress ist natürlich und schon länger keine Gadget-Show mehr, sondern eine Infrastruktur-Messe mit Gadget-Garnierung. Die spannenden Dinge passieren im Hintergrund – in Standardisierungsgremien, in OpenRAN-Meetings, in den Gesprächen zwischen Telcos und Infrastrukturlieferanten.

Bei den Smartphones: Wer seinen Rhythmus auf alle zwei bis drei Jahre runtergefahren hat, verpasst nichts Wesentliches. Auch Hannes – der als Connect-Redakteur beruflich Early Adopter sein muss und das auch ganz gerne macht – gibt das zu. Die KI-Funktionen werden kommen, ob man ein neues Gerät kauft oder nicht.

Was mich persönlich am meisten beschäftigt: Die Frage, wieviel Kontrolle wir KI-Agenten einräumen. Das Privacy Display schützt uns vor neugierigen Mitreisenden – aber wer schützt uns vor einer KI, die „aus Versehen“ unsere Kreditkarte belastet? Den digitalen Alf – um das Bild nochmal zu bemühen. Hannes hat Recht: Diese Fragen müssen jetzt gestellt werden, nicht wenn die Systeme schon ausgerollt sind.

Hannes ist inzwischen in Barcelona. Wir planen einen Recap nach der Messe – entweder als Live-Sendung oder als Aufzeichnung. Abonniert den Newsletter, dann verpasst ihr nichts.

Kennt ihr noch die Zeiten, als der MWC hauptsächlich für neue Handy-Modelle bekannt war? Was erwartet ihr vom diesjährigen Kongress – schreibt es in die Kommentare!

Wer die Original-Sendung sehen will: Hier lang zu unserem Youtube Kanal der sich (genau wie wir) über Abos freut ;-)

Und wer das Ganze im Original lieber hören will – in der Bahn oder beim Sport, auf dem Heimweg – einfach in eurer Lieblinspodcast App abrufen und gerne abonnieren. Oder direkt hier:

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