Nach unserer Liesendung – und damit der Premiere von „Anwenderkurs Reloaded“ haben wir nochmal in der Redaktion zusammengesessen. Sendung angucken und Manöverkritik. Und vor allem: Ein paar neue und wirklich wichtige Aspekte auf die man beim Umstieg von Windows 10 auf Windows 11 mit älteren Rechner unbedingt achten muss, und die wir bisher in der Artikelserie nicht drinnen hatten. Teils weil wir was übersehen haben und teils weil sich die Dinge seit der Serie weiter entwickelt haben. Hier unsere wichtigsten Updates für Euch aus der Sendung…
Was soll man sagen: Live ist Live – hier ein paar Dinge, die wir aus unseren anderthalbstündigen Sendung gelernt haben. Denn: Nix ist fix – sprich alles was man vor Wochen recherchiert hat kann sich ändern oder braucht Ergänzungen. Oder kommt einfach durch Zuschauerfragen zur Sprache – und man erklärt etwas ausführlicher. All das passierte in unserer Sendung. Und falls ihr selber gucken wollt (bei 90 Minuten als fast eine „Neues…der Awenderkurs“ Triple in Sachen Länge), dann könnt ihr hier gucken.
Was wir in der Sendung noch gelernt haben ist: Gut hinhören wenn Dirk aus dem Hintergrund sich zu Wort meldet. Das sind ganz oft gute Tipps dabei.
Ein Überblick über neue Erkenntnisse – die Redaktions-Nachbesprechung der Live-Sendung
„Du – wir sollten nochmal über die Livesendung sprechen“, sagt Hannes, während er seinen Kaffee umrührt. „Da sind ein paar Sachen rausgekommen, die in unseren Artikeln noch gar nicht stehen ode rnicht ausführlich genug.“
Christian schaut von seinem Bildschirm auf. „Stimmt. Dirk hatte zum Beispiel noch ein paar wichtige Hinweise zum TPM-Nachrüsten. Und ich habe meine Fast-Katastrophe beim PC-Kauf erzählt, die auch nirgendwo steht. Obwohl – die muss ich vielleicht nicht nochmal ausbreiten…“
„Doch, doch! Genau sowas ist wichtig, als Erfarung“, nickt Hannes. Wohl wissen, das Christian die Geschichte auch ein wenig peinlich ist. „Und ich habe ein paar Warnungen erwähnt, die wir beim Schreiben der Artikel irgendwie vergessen haben oder da noch nicht wussten. Die Bitlocker-Geschichte zum Beispiel.“ Das wiederum ist nun Hannes ein wenig peinlich.
Während also Kaffeeduft (und der Geruch der ersten Plätzchen – wir sind kurz vor dem 1. Advent 2025) durch die Redaktion weht, fangen wir an aufzuschreiben. Was war, was wichtig ist und was unbedingt in einen Update-Artikel gehört.

Denn tatsächlich: Als wir unsere vierteilige Serie zum Windows-11-Umstieg geschrieben haben, war das wie immer bei uns – gründlich recherchiert, ausführlich getestet, mit vielen persönlichen Erfahrungen. Aber dann kam die Livesendung. Und im Live-Gespräch, in den spontanen Dialogen mit Dirk, in den Fragen aus dem Chat – da kamen plötzlich noch Details ans Licht, die wichtig sind. Zu wichtig, um sie einfach in den YouTube-Kommentaren verschwinden zu lassen.
Darum gibt es jetzt diesen Artikel. Sozusagen die schriftliche Variante als „Director’s Cut Extended Edition“ unserer Windows-11-Serie. Mit eigentlich wichtigen Szenen, die beim ersten Durchgang auf dem Schneideraum-Boden liegen geblieben sind, weil kein Platz mehr im Film wahr. Nur dass wir bei uns keine Schneideräume haben und die Schnipsel auf einer Festplatte sind… Über die Betacam-Recorder aus den Redaktionsräumen bei „Neues…“ die auch in der Sendung mal am Rande ein Thema waren gar nicht zu reden…
Als Dirk aus dem Off rief: „Moment – da gibt’s noch was!“
„Erinnerst du dich an den Moment in der Livesendung, als du über TPM-Nachrüstung gesprochen hast?“, fragt Christian. „Da habe ich Dirk dazugeschaltet, weil der nämlich bei einem seiner Rechner genau das gemacht hat.“ Hannes grinst. „Dirk, unser Mann für die Hardware-Details. Mit der perfekten Erkältungsstimme.“
„Ja, ‚The Voice'“, lacht Christian. „Aber er hatte recht wichtige Zusatz-Infos. Die standen so im Artikel gar nicht drin.“
TPM-Nachrüstung: Mehr als nur ein Hinweis
In unserem zweiten Artikel zur Serie hatten wir geschrieben, dass man bei manchen PCs ein TPM-Modul nachrüsten kann. Kurzer Satz, weiter im Text. Aber in der Livesendung haben wir Dirk dazu geholt – und der konnte aus der Praxis berichten.
Hier geht es, wenn ihr den lesen wollt zu diesem Artikel:
„Dirk hat das bei einem seiner älteren Desktop-PCs tatsächlich gemacht“, erzählt Christian. „Er hat uns erklärt, wie man rausfindet, ob das Mainboard überhaupt einen TPM-Header hat. Das war deutlich ausführlicher als in unserem Artikel.“

Dirk hatte in der Sendung erklärt: Man muss ins Handbuch des Mainboards schauen oder auf der Hersteller-Website nach dem genauen Modell suchen. Bei vielen Boards – vor allem im Business-Bereich – gibt es diese TPM-Header tatsächlich. Nur weiß das kaum jemand, weil die Chips früher optional waren und separat bestellt werden mussten.

„Und dann sagte Dirk noch was Wichtiges“, ergänzt Hannes. „Nämlich dass diese TPM-Module gar nicht so teuer sind. 20 bis 40 Euro bei seriösen Händlern. Aber man muss genau das richtige Modell für sein Mainboard kaufen.“
Das steht so nicht in unseren Artikeln. Weil wir beim Schreiben gedacht haben: Ist eh nur für Spezialisten interessant. Aber in der Livesendung merkten wir: Nein, das interessiert viele Leute. Die haben durchaus Lust, noch ein bisschen Geld in ihre alten Desktop-PCs zu stecken, wenn das die Alternative zu einem teuren Neukauf ist.
Übrigens: Die Nachfrage von Christian, wie das mit Laptops ist führte leider nicht zu einer erfreulichen Antwort. Nur die wenigsten Geräte könnten eventuell nachgerüstet werden. Da muss jeder selber kontrollieren ob das geht oder nicht. Die Chancen stehen aber schlecht.
Die OOBE-Geschichte: Oder wie man Microsoft austrickst (Teil 2)
„Beim Thema Microsoft-Konto hattest du auch nochmal Dirk dazugeholt“, sagt Hannes. „Wegen diesem OOBE-Trick.“
Christian nickt. „Genau. Wir hatten in Artikel 2 ja schon geschrieben, dass man mit Netzwerkkabel ziehen oder mit dem Befehl oobe\bypassnro die Microsoft-Konto-Pflicht umgehen kann. Aber Dirk hatte noch einen Zusatztipp.“
In der Sendung hatte Dirk nämlich erklärt, dass bei manchen neueren Windows-11-Versionen selbst der OOBE-Trick nicht mehr so einfach funktioniert. Microsoft patcht regelmäßig diese Umgehungen. Aber – und das ist der wichtige Punkt – es gibt immer wieder neue Wege, die in der Community dokumentiert werden.
„Dirk meinte, man sollte vor der Installation einfach kurz googeln: ‚Windows 11 local account bypass 2025′ oder so“, erklärt Christian. „Weil sich diese Tricks eben ändern. Was heute funktioniert, kann nach dem nächsten Windows-Update schon wieder blockiert sein.“
„Das ist so typisch für den Katz-und-Maus-Spiel zwischen Microsoft und der Community“, sinniert Hannes. „Microsoft will die Leute ins Online-Konto zwingen, die Community findet Wege drumherum, Microsoft blockt diese Wege, die Community findet neue… und so weiter.“ Aber wer sich nicht gut auskennt, der beschließt dann womöglich um eine schnelle Lösung zu haben einfach doch einen neuen Rechner anzuschaffen. „Sozusagen eine Kurzschluss-Handlung.“, denkt Christian laut. „Apropos Kurzschluss…“, grinst Hannes und holt sich noch einen Kaffee. „Wir sollten keinesfalls Deinen Kurzschluss-Moment vergessen. Der wo Dirk Dich vor einem teuren Spontan-Kauf bewahrt hat…“
Christians Fast-Katastrophe beim PC-Kauf
„Ich muss ja zugeben“, beginnt Christian etwas verlegen, „dass ich beim Thema Neukauf damals wirklich fast einen ziemlichen digitalen und kapitalen Bock geschossen hätte.“ Hannes lehnt sich zurück. „Sollten wir unbedingt im Artikel haben. Das war nämlich lehrreich. Ich glaub das das schnell passiert und vielen so geht.“
Die Geschichte ist schnell erzählt: Wir brauchten ja für einen der Rechner, die wirklich nicht mehr zu retten waren, Ersatz. Christian hatte von Dirk einen Tipp für einen passenden Rechner bekommt. Mit Namen und Link. „Jetzt wollte ich halt gucken, ob ich den irgendwo bei einem Laden in der Nähe schnell abholen kann, weil…“ „Du halt ungeduldig bist…“ bringt Hannes den Satz zu Ende. Christian nickt. Er dachte, er hätte online das Modell gefunden. „Und noch dazu, zu einem guten Preis, Es war sogar direkt in der Filiale verfügbar.“ Alles schien zu passen.
„Und?“ „Und ich wollte natürlich schnell Nägel mit Köpfen machen. Also schnell zur Filiale, abholen, fertig. Aber dann habe ich – eher zufällig – noch Dirk auf dem Weg angerufen und gefragt: ‚Hey, ist das ein gutes Schnäppchen? Der Rechner den Du empfohlen hast – verfügbar und noch ein ganzes Stück günstiger…'“ Das hätte ja nun auch die strapazierte Digisaurier-Redaktionskasse gefreut… Aaaaber…

Hannes grinst schon. „Und was sagte Dirk?“ „Dirk checkte die Modellnummer ganz genau. Und dann sagte er: ‚Christian, guck nochmal wirklich hin. Das online was ich Dir geschickt habe und das in der Filiale – das sind zwei verschiedene Modelle.'“ „Nö – das ist doch genau die Bezeichnung… Upps.“
„Ja, upps. Ein einziger Buchstabe Unterschied in der Modellbezeichnung. Aber ein ganz anderer Prozessor. Schwächer. Und weniger RAM. Hätte ich fast aus Ungeduld gekauft, nur weil ich dachte: Ist doch derselbe Name.“
„Das ist wie bei den alten Intel-Prozessoren“, wirft Hannes ein. „Core i5 klingt gleich, aber welcher Core i5? Von welcher Generation? Mit welchem Buchstaben-Suffix?“
„Exakt“, nickt Christian. „Seit die Zeiten von 286, 386, 486 vorbei sind, ist PC-Kauf echt kompliziert geworden. Damals wusste man: Die größere Zahl ist besser. Heute kann ein Core i5-1235U schlechter sein als ein Core i5-12600K, obwohl beides ‚Core i5′ heißt.“
Vielleicht sollten wir mal einen „Anwenderkurs Reloaded Hardware“ machen? Also nicht aufrüsten von Hardware, sondern einen Einkaufsratgeber? Da denken wir mal drüber nach.
Der Tipp, den Christian daraus gelernt hat
„Was ich daraus gelernt habe“, sagt Christian, „ist: Nimm dir Zeit. Wirklich. Ich hätte in der Hektik – ‚schnell noch vor Ladenschluss‘ – einen PC gekauft, der einfach eine Fehl-Investition gewesen wäre. Nur weil ich nicht genau hingeschaut habe.“ „Und immer vorher Dirk an rufen“, grinst Hannes.
„Oder einen anderen technikaffinen Freund“, lacht jetzt auch Christian. „Aber ja: Eine zweite Meinung einholen, bevor man auf ‚Kaufen‘ klickt. Gerade bei Elektronik.“
Hier ist übrigens der Teil 1 aus unserer Windows 11 Serie, der sich damit beschäftigt, welche Wege man grundsätzlich hat, wenn man alte Hardware hat und die Windows 11 Herausforderung meistern muss:
Die Bitlocker-Warnung, die Hannes vergessen hatte
„Okay, jetzt zu meiner Wissenslücke“, sagt Hannes. „Beim Rufus-Thema.“ Die Sache ist nun wiederum Hannes etwas unangenehm. Christian schaut interessiert auf. „Die Bitlocker-Sache?“
„Genau. In unserem Artikel über Rufus – also die Methode, mit der man Windows 11 auf nicht-kompatible Hardware zwingt – hatten wir die üblichen Warnungen drin. Kein Support von Microsoft, möglicherweise keine Updates, nur auf eigene Gefahr, und so weiter.“ „Aber?“ „Aber ich hatte vergessen zu erwähnen, was passiert, wenn man Bitlocker-Verschlüsselung auf dem Rechner hat.“
Bitlocker ist Microsofts eingebaute Festplattenverschlüsselung. Viele Business-Laptops und auch manche privaten Rechner haben das aktiviert, oft ohne dass der Nutzer es wirklich mitbekommt.
„Und das Problem ist echt wichtig und eine richtige Falle, wenn man nicht aufpasst. Muss unbedingt in den Artikel!“, bestätigt Christian.

„Das Problem ist“, erklärt Hannes, „dass Bitlocker normalerweise auf den TPM-Chip angewiesen ist. Der speichert den Entschlüsselungs-Key. Wenn man jetzt mit Rufus die TPM-Prüfung umgeht oder vorgaukelt, dass ein TPM da ist, obwohl keiner da ist – dann kann es passieren, dass der bisherige Wiederherstellungsschlüssel nicht mehr funktioniert.“ „Im Klartext?“ „Im Klartext: Im dümmsten Fall kommst du nicht mehr an deine verschlüsselte Festplatte ran. Daten weg.“
Christian pfeift leise durch die Zähne. „Das ist wirklich heftig. Das hätten wir im Artikel erwähnen sollen.“ „Ja“, gibt Hannes zu. „Habe ich einfach nicht dran gedacht. Darum erwähnen wir es jetzt hier.“
Wer Rufus nutzen will, sollte vorher unbedingt checken, ob Bitlocker aktiv ist. Und wenn ja: Den Wiederherstellungsschlüssel sichern. Oder Bitlocker vor dem Rufus-Abenteuer deaktivieren.
Wie man checkt, ob Bitlocker aktiv ist
„Für die Leser, die jetzt denken ‚Äh, habe ich das?'“, sagt Christian, „wie findet man das raus?“
Hannes: „Windows-Taste, dann ‚Bitlocker‘ eintippen. Wenn da steht ‚Bitlocker-Laufwerkverschlüsselung‘, kannst du sehen, ob es für deine Festplatten aktiviert ist. Steht da ‚Ein‘ oder ‚Wird verschlüsselt‘ – dann ist es aktiv.“

„Und dann?“
„Dann entweder den Wiederherstellungsschlüssel sichern – der wird normalerweise im Microsoft-Konto gespeichert, wenn man eins hat – oder Bitlocker vor dem Rufus-Experiment ausschalten.“
Programme, die einfach verschwinden
„Was auch neu war in der Sendung“, sagt Christian, „war dein Hinweis, dass Microsoft beim Upgrade automatisch Programme deinstalliert.“
„Ah ja“, erinnert sich Hannes. „Das kam, als wir über die Installation gesprochen haben. Auch wenn man ‚Keep personal files and apps‘ auswählt, heißt das nicht, dass wirklich alle Apps bleiben.“
„Müssen wir unbedingt in den Artikel packen – erklär das nochmal…“
„Microsoft hat eine interne Liste von Programmen, die als ‚inkompatibel‘ mit Windows 11 gelten. Das können alte Treiber sein, bestimmte System-Tools, manchmal glaube ich auch einfach Software, die Microsoft nicht mag. Diese Programme werden während der Installation automatisch deinstalliert – ohne zu fragen.“
Ergebnis: Nach dem Upgrade liegt auf dem Desktop zwar eine Datei – meist ein HTML-Dokument – mit einer Liste der entfernten Programme. Sehr hilfsbereit von Microsoft, uns zu sagen, was sie gelöscht haben. Aber halt erst nachdem sie es gelöscht haben. Nicht cool…
Christian verzieht das Gesicht. „Also sollte man vorher ein Backup machen. Nicht nur von den Daten, sondern auch wissen, welche Programme man installiert hat.“

„Exakt. Schreib dir vorher auf, was du alles installiert hast. Dann kannst du nach dem Upgrade gezielt nachinstallieren, was fehlt. Sonst ist es wie der Zaubertrick von Copperfield den wir in einem anderen Artikel erwähnt haben. Der wo er die Freiheitstatue verschwinden lässt. Nur bei Microsoft ist es kein Trick, sondern nachher für Dich als Nutzer Realität. Weg ist weg.“
Der ESU-Bonus, von dem keiner spricht
„Beim Thema Extended Security Updates“, beginnt Hannes, „gab es auch noch eine Info, die ich in meinem Einspieler erwähnt habe, die aber nirgendwo sonst steht. Die aber mal erfreulich ist…“ „Erfreulich – ach, das war die Defender-Geschichte, oder?“
„Genau. Also: ESU – die kostenlosen Sicherheitsupdates für Windows 10 – laufen bis Oktober 2026. Das wissen wir. Das steht auch in unserem ESU-Artikel.“ „Aber?“ „Aber die Virendefinitionen für Microsoft Defender, also den eingebauten Virenschutz von Windows, werden sogar bis Oktober 2028 aktualisiert. Zwei Jahre länger!“
Christian runzelt die Stirn. „Das hatte ich auch bei der Recherche nirgendwo gelesen… Geht so eine Nachricht einfach bei all dem Upgrade Stress unter? Und warum macht Microsoft das eigentlich? Nächstenliebe?“
„Ich vermute“, sagt Hannes, „weil sie verhindern wollen, dass Millionen von Windows-10-Rechnern zu Zombie-Computern werden, die Viren und Malware verbreiten. Ein ungepatchtes Betriebssystem ist eine Sache. Aber ein Betriebssystem ohne aktuellen Virenschutz ist ein Risiko für das gesamte Internet.“ „Also quasi Schadensbegrenzung.“
„Genau. Microsoft ist es lieber, dass die alten Windows-10-Kisten zumindest vor Viren geschützt sind, auch wenn sie keine Sicherheitsupdates mehr kriegen.“
Die 60-Tage-Regel nicht vergessen
„Und dann noch die 60-Tage-Regel bei ESU“, ergänzt Hannes. „Die hatte ich im Einspieler erwähnt, aber ich weiß nicht, ob das im Artikel so prominent stand.“
„Welche Regel?“
„Microsoft prüft alle 60 Tage, ob dein Microsoft-Konto noch aktiv ist. Wenn du dich in diesen 60 Tagen nirgendwo mit dem Konto angemeldet hast – Outlook.com, Office.com, Xbox, egal wo – dann kann es sein, dass ESU deaktiviert wird.“
Christian greift zu seinem Handy. „Ich setze mir gerade einen Kalender-Reminder. Alle acht Wochen: ‚Bei Microsoft anmelden‘. Nicht, dass ich nach sechs Monaten plötzlich keine Updates mehr kriege.“
„Gute Idee“, nickt Hannes. „Einmal alle zwei Monate kurz bei Outlook.com einloggen, E-Mails checken, wieder ausloggen. Dauert 30 Sekunden, hält ESU am Leben.“
Der Artikel rund um das Thema ESU-Update ist übrigens hier zu finden, falls ihr nachlesen wollt:
Der Rechner wie eine Wohnung
„Und dann“, sagt Hannes, „gab es noch meine Metapher zum Thema alte PCs weitergeben.“ „Die fand ich gut“, lacht Christian. „Behandle den PC wie eine Wohnung beim Auszug.“
„Ja, genau. Erst komplett ausräumen – also alle persönlichen Daten löschen. Dann frisch streichen – also Windows neu installieren oder zumindest auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Und dann erst kann der nächste Bewohner einziehen.“ „Viele Leute machen das nicht“, sagt Christian. „Die verkaufen oder verschenken ihren alten PC und denken, ‚ach, ich lösche mal kurz meine Dokumente-Ordner, passt schon.'“
„Dabei bleiben dann oft noch jede Menge persönliche Daten auf der Platte“, warnt Hannes. „Browser-Passwörter, E-Mail-Konten, gespeicherte Fotos in irgendwelchen versteckten Ordnern…“ Dirk hat in der Sendung direkt gesagt: Wenn er Rechner nicht mehr braucht, baut er die Festplatte aus. Das gilt natürlich vor allem dann, wenn die auf den Schrottplatz kommen. Da kann sich dann mal einer die Platten krallen und gucken was noch so drauf ist. Dazu gibt es tatsächlich ein paar Beispiele in der Geschichte, wo das nicht gut ausging, für die ursprünglichen PC Besitzer. Zumal man ja nie weiß, ob der Rechner über irgendeine Plattform doch noch weiter verkauft wird…
„Was ist deine Empfehlung?“ will Christian von Hannes wissen, nachdem er diese Story notiert hat.
„Nutze die Windows-eigene Funktion ‚Diesen PC zurücksetzen‘. Die findet man in den Einstellungen unter ‚Update & Sicherheit‘ bzw. bei Windows 11 unter ‚System‘ → ‚Wiederherstellung‘. Da gibt es die Option ‚Alles entfernen‘. Das macht eine saubere Neuinstallation und löscht wirklich alles.“ „Und vorher natürlich Backup machen.“, grinst Christian und denkt an Hannes Lieblingsregel bei allen Dingen, die er am PC so macht. „Selbstverständlich. Erst alles sichern, dann löschen, dann weitergeben. In dieser Reihenfolge.“
Rund um das Thema Hardware beim Umstieg auf Windows 11 dreht sich der dritte Teil unserer Serie. Könnt Ihr alles hier nachlesen:
Auch Christian hat eine goldene Regel beim Umstieg
„Ich habe übrigens auch noch eine Regel“, sagt Christian, „die ich in der Sendung erwähnt habe.“ „Welche?“ „Den alten PC keinesfalls sofort, sondern erst nach Wochen oder nach ein paar Monaten platt machen. Nicht gleich am ersten Tag.“ Hannes nickt anerkennend. „Klug.“
„Hättest Du jetzt nicht gedacht, das ich auf so eine Idee komme, oder?“, stichelt er in Hannes Richtung. „Aber ich habe das mal anders gemacht“, erzählt er weiter. „Neuer PC gekauft, alles rübergeschoben, alte Kiste sofort formatiert. Und dann – zwei Wochen später – gemerkt, dass eine wichtige Datei doch noch auf dem alten Rechner war. In irgendeinem obskuren Unterordner, den ich beim Datenumzug übersehen hatte.“ „Autsch.“
„Genau. Seit dem gilt bei mir: Neuer PC wird eingerichtet, alles läuft, und der alte PC bleibt noch mindestens vier Wochen unangetastet rumstehen. Als Backup. Erst wenn ich mir hundertprozentig sicher bin, dass wirklich alles rüber ist, wird der alte plattgemacht.“ „Das ist wirklich ein sehr guter Tipp“, sagt Hannes. „Kostet ja nichts, einen alten Rechner noch ein paar Wochen in der Ecke stehen zu lassen.“
„Das war es an Update-Infos zur Artikel Serie zum Update auf Windows 11, oder?“ sagt Hannes und guckt die Liste an. „Genau – ich habe alle Stichworte aufgeschrieben. Dann kannst Du jetzt den Artikel dazu schreiben…“, antwortet Christian. „Ich? Wieso, ich? Und was machst Du?“
Naja – ich kümmere mich um den letzten Absatz. Den Retro-Talk, der am Ende der Sendung mit den Zuschauern entstand. Den fand ich nett und der sollte uns schon auch ein paar Zeilen wert sein.
Der Retro-Talk am Ende: Oder warum wir über Atari reden sollten und alte Videomaschinen brauchen
„Stimmt. Der Retro-Talk mit den Zuschauern“, nickt Hannes. „Das hatte mit Windows 11 nichts mehr zu tun, aber es war schön.“
In den letzten Minuten der Livesendung hatten Zuschauer im Chat über alte Computer-Zeiten geschrieben. Über Atari, über Amiga, über die alten Zeiten. Jemand erwähnte Wolfgang Rudolph und seinen YouTube-Kanal, der sich oft auch mit Hardware-Basteleien beschäftigt.
„Ich finde es toll, dass es solche Leute gibt“, sagt Christian. „Die nicht nur Mainstream machen, sondern wirklich ihre eigene Nische haben. Wolfgang mit seinem Hardware-Sachen und manchmal auch sehr nachdenklichen Geschichte. Aber auch andere mit Raspberry Pi und wieder andere mit Retrocomputing.“
„Das ist das Schöne an der Community“, ergänzt Hannes. „Es gibt für alles eine Nische. Und in jeder Nische gibt es Leute, die das mit Herzblut machen.“
Ein Zuschauer hatte in der Sendung nach einem Atari-Special gefragt. „Das wäre mal was“, überlegt Christian. „Aber dafür bräuchten wir wirklich Atari-Experten. Leute, die nicht nur theoretisch darüber reden, sondern die damals dabei waren. Die noch Hardware haben. Die Geschichten erzählen können.“
„Wenn ihr da draußen Atari-Leute kennt“, sagt Hannes in Richtung der imaginären Leser, „sagt Bescheid. Wir würden das gerne machen. Aber richtig. Mit echten Zeitzeugen, mit echter Hardware, mit echten Geschichten.“

„Und einer erzählte, dass er bei Dirk im Hintergrund wirklich die Digi-Betamaschine erkannt hat, die da stand. Also die Bandmaschinen die man früher für den Videoschnitt brauchte. Und die zehntausende von Mark gekostet haben.“, ergänzt Hannes. Ja – der Zuschauer der sich daran erinnerte in der Sendung hat sogar selber damit gearbeitet. Bei der ARD in Bremen. Wir Digisaurier haben auch noch eine Menge solcher alter Hardware stehen. Aber nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil wir die Maschinen brauchen, um für unsere Youtube Videos alte Bänder die wir noch haben, von Dreharbeiten oder von Herstellern, zu digitalisieren. Denn ohne die Maschinen könnte man sonst all diese Schätze nicht mehr ansehen oder für Videos aufbereiten.
„Gut – dann fang ich mal an den Teil des Artikels zu schreiben. Und du die anderen Sachen…“´, kommt Christian auf seinen Vorschlag zurück.
„Klar…“ „Klar?“, jetzt ist Christian etwas überrascht. Irgendwie hatte er mit mehr Gegenwehr von Hannes gerechnet.
„In fünf Minuten hast Du meinen Teil. Und Deinen kann ich auch gleich mitmachen. Schau mal hier: Ich hab unsere kleine Unterhaltung einfach aufgenommen, dann lass ich die jetzt von Plaud transkribieren und dann noch durch die KI laufen und selber drüber gehen. Und dann machen wir aus dieser Unterhaltung einfach unseren Artikel.“, grinst er und hält ein kleines silbernes Kästchen hoch. Aber was das tut und kann, erzählen wir ein anderes Mal.
Was wir gelernt haben (und ihr jetzt auch wisst)
Am Ende der Sendung haben wir übrigens nochmal die wichtigsten Learnings zusammengefasst. Das haben wir hier im Artikel für Euch auch gemacht:
Erstens: TPM-Module kann man bei vielen Desktop-PCs nachrüsten, und das ist gar nicht so teuer oder kompliziert wie viele denken. Dirk hat’s vorgemacht.
Zweitens: Der OOBE-Trick für Microsoft-Konten ändert sich ständig. Also vor der Installation kurz googeln, was aktuell funktioniert.
Drittens: Beim PC-Kauf nicht hetzen. Ein Buchstabe Unterschied kann einen ganz anderen Prozessor bedeuten. Zweite Meinung einholen.
Viertens: Rufus und Bitlocker vertragen sich nicht gut. Vor dem Experiment Bitlocker-Status checken.
Fünftens: Microsoft deinstalliert bei Windows-11-Upgrade automatisch Programme, die es als inkompatibel ansieht. Vorher Liste machen, was man installiert hat.
Sechstens: Defender-Updates laufen bis 2028, auch wenn ESU nur bis 2026 geht. Und alle 60 Tage mit Microsoft-Konto anmelden, sonst wird ESU deaktiviert.
Siebtens: Alte PCs erst komplett löschen, bevor man sie weitergibt. Wie eine Wohnung beim Auszug.
Achtens: Alte PCs nach dem Umzug erst nach Wochen plattmachen, nicht sofort.“
„Und neuntens“, ergänzt Christian grinsend, „gibt es da draußen tolle Communities und Kanäle zu allen möglichen Retro-Themen. Und wenn jemand Lust hat, mit uns ein Atari-Special zu machen – wir sind offen für Vorschläge.“
Das Format lebt weiter
Nachdem wir auf diese Weise so schnell fertig wurden mit dem eigentlichen Artikel, haben wir noch ein bisschen über die neue Sendereihe „Anwenderkurs Reloaded“ gesprochen. Wenn ihr Lust hab, hier noch ein paar der Dinge die wir so denken dazu: „Es war natürlich auch ein Experiment – diese neue Anwenderkurs-Form“, sagt Christian. „Mit Einspielern, mit Liveteilen, mit mehr Zeit als in normalen YouTube-Videos.“
„Und?“, fragt Hannes. „Denkst Du es hat funktioniert?“ „Ich glaube schon. Die Leute im Chat waren total dabei. Wir hatten für unseren kleinen Kanal echt viele Live-Zuschauer dabei. Die Fragen kamen, die Kommentare waren konstruktiv, und die Sendung hatte eine gute Stimmung.“
„Das lag auch an Dirk“, sagt Hannes. „Mit seiner Erkältungsstimme.“
„Dirk ‚The Voice'“, lacht Christian. „Der saß im Hintergrund mit Kopfhörern und Hustenbonbons und hat recherchiert wie ein Weltmeister.“
„Ohne ihn wären die TPM-Details und die PC-Kauf-Rettung nicht passiert.“
„Stimmt. Ich sollte ihm mal wieder ein Bier ausgeben. Oder seinen nächsten Hustensaft…“
„Also denkst Du, das Experiment wird nicht die letzte Anwenderkurs Reloaded Livesendung gewesen sein?“
„Definitiv nicht“, bestätigt Christian. „Anwenderkurs Reloaded geht weiter. Mit anderen Themen, mit dieser Art von Einspielern und mit Live-Dialogen. Das ist ja ein Teil des besonderen im Gegensatz zu früher bei 3Sat – hier haben wir die Chance direkt mit den Zuschauern zu sprechen.“
„Und Dirk muss auch wieder dabei sein. Halt ohne Erkältung.“
„Aber die Stimme war schon toll.“
„Das stimmt“, lacht Hannes. „Dirk ‚The Voice‘. Der Name bleibt.“

Kennt ihr noch andere Windows-Upgrade-Fallen, die wir vergessen haben? Habt ihr selbst Erfahrungen mit TPM-Nachrüstung, Rufus oder ESU gemacht? Schreibt es uns in die Kommentare oder schickt eine Sprachnachricht über unsere Website! Und wenn ihr Atari-Experten kennt oder selbst welche seid – meldet euch. Wir haben Pläne…
Dieser Artikel ergänzt unsere vierteilige Serie zum Windows-11-Umstieg mit Details und Geschichten aus unserer Livesendung „Anwenderkurs Reloaded“. Die komplette Serie findet ihr hier:
- Teil 1: Wie zur Hölle gehe ich mit dem Support-Ende von Windows 10 um?
- Teil 2: Wie rette ich meinen alten PC in die neue Windows-11-Zeit?
- Teil 3: Der digitale Tapetenwechsel
- Teil 4: Wie komme ich am besten weiter kostenlos an Sicherheit-Updates?
Die komplette Livesendung könnt ihr auf unserem YouTube-Kanal nachschauen.