Nein – das ist Absicht. Also das ich hier „Raumschiff Enterprise“ schreibe und nicht Star Trek. Das hat weniger damit zu tun, dass ich vor allem ein Fan der alten Serie bin (obwohl ich die Kinofilme später auch gesehen habe) sondern mehr damit, dass ich mal überlegt habe, welche Elemente dieser alten Serie aus den 60igern (die in Deutschland aber erst in den 70igern im ZDF kam) mich und vermutlich viele von uns aus dieser Generation eigentlich so getriggert haben. Bei mir bis hin zur Entscheidung für ein Handy – bei dem dann eine Sache gar nicht so funktionierte, wie bei Captain Kirk. Ganz im Gegenteil. Aber lest selbst…
Es gibt Sendungen, die schaut man sich als Kind an und vergisst sie wieder. Und es gibt Sendungen, die brennen sich so tief ein, dass man Jahrzehnte später noch merkt, wie sehr sie einen geprägt haben. Bei mir war das „Raumschiff Enterprise“. Am 8. September 1966 flimmerte die Serie zum ersten Mal über amerikanische Bildschirme – vor ziemlich genau 60 Jahren. Bei uns im deutschen Fernsehen dauerte es deutlich länger, bis die Enterprise losflog: Das ZDF zeigte sie erst ab dem 27. Mai 1972, und nicht einmal mit der ersten Folge, sondern mit „Morgen ist gestern“. Aber vielleicht wäre ich gar kein Fan geworden, wenn die beim ZDF mit der ersten offiziellen Folge gestartet hätten. Warum? Erkläre ich Euch gleich…

Ich war auf jeden Fall damals etwa 9 Jahre alt – und genau das ist der Grund, warum meine frühe Tech-Kindheitserinnerung aus 1972 stammt und nicht aus dem Jahr, in dem die Serie in den USA startete. Denn logisch: 1966 wäre ich gerade mal drei gewesen und hätte mit ziemlicher Sicherheit eh nix kapiert. So erwischte mich die Enterpreise genau zum richtigen Zeitpunkt. Okay – das ist nur eine kleine Randnotiz, aber für meine spätere Tech-Begeisterung bis hin zu eben konkreten Produktentscheidungen nicht unwichtig.
Die wichigste „Technologie“ in Raumschiff Enterprise war eigentlich gar keine Technologie
Was mich als Kind gepackt hat, war natürlich vordergründig nicht die große Weltraumphilosophie der Serie. Es war die Technik. Der Kommunikator. Der Tricorder. Und natürlich Spock, dieser komische aber coole Typ mit den spitzen Ohren, der nie die Beherrschung verlor. (Hat man damals cool gesagt? Hmmm… Keine Ahnung – aber er war cool).
Erlaubt mir einen kurzer Einschub zu diesem Thema: Denn Gene Roddenberry, der Mann der dieses ganze Universum im wahrsten Sinne des Wortes erschaffen hatte, machte still und leise noch etwas mit mir. Er prägte meine Idee von einer Welt und von der Art, wie Menschen idealerweise sein sollten. Klingt hochtrabend. Aber Rodenberrys Geschichten, waren zutiefst humanistisch, wie ich heute weiß. Nicht nur weil die Mannschaft der Enterprise für die damalige Zeit extrem „bunt“ war (heute würde man sagen „divers“ – aber das Prinzip war das gleiche.) Menschen mit dunkler (Uhura) und heller Hautfarbe. Menschen aus allen Ländern die damals eigentlich Streß miteinander hatten (Checkov, der Russe oder Sulu aus Japan). Und sogar Mensch und Vulkanier in einer Person – wie eben Spock.

Enterprise Geschichten erzählten (oft, wenn auch nicht immer konsequent) von der Überzeugung, dass der Mensch nicht dazu verdammt ist, für immer Kriege führen zu müssen und dieselben Vorurteile zu pflegen. Wissenschaft und Technik in der Serie waren natürlich wichtige Werkzeuge, die mich getriggert haben. Aber ohne es zu merken, entstand in mir auch eben dieses Weltbild, dass ich erst sehr viel später formulieren konnte: Die eigentliche „Zukunftstechnologie“ hieß Vernunft, Mitgefühl und Zusammenarbeit. Für mich und ich denke für viele Kinder jener Generation zeigte Raumschiff Enterprise nicht nur, wie die Zukunft aussehen könnte. Die Serie vermittelte uns auch eine Vorstellung davon, wie Menschen in dieser Zukunft miteinander umgehen sollten.
Ein Stück meines manchmal durchaus blauäugigenTechnologie-Glaubens von später kam vermutlich daher. Immerhin waren die Menschen bei Raumschiff Enterprise trotz und vielleicht auch wegen all der SciFi Technik ja wirklich sehr menschlich untereinander. Und zu anderen Wesen. Und ja – ein paar der Rollenbilder und Klischees sind heute natürlich trotzdem überholt. Zu Recht. Aber selbst die fremden Planeten und Lebewesen wurden von Captain Kirk erstmal positiv betrachtet und vieles konnte man letztlich friedlich lösen – auch wenn gerne mal Felsbrocken durch die Gegend geworfen wurden in irgendwelchen Zweikämpfen. Das bringt mich zurück zur Serie und wie sie gemacht wurde. Der Blick auf mich damals davor und gleichzeitig hinter den Kulissen der Produktion, jetzt heute. Zusammen mit Euch.
Von Technik, Felsen und viiiiiieeeel Styropor, dass ich nicht mal bemerkt habe…
Für mich war das Raumschiff Enterprise ganz sicher auch der Anfang von etwas, das mich mein ganzes Leben begleiten sollte: die Faszination für Geräte, die es noch gar nicht gab, aber die aussahen, als könnte man sie morgen kaufen. Aber die Phantasie machte alles wett. Das ging soweit, dass wir den ausrangierten Citroen DS (damals in der Form und auch in der Innenausstattung sehr futuristisch aber eben leider nicht mehr fahrtüchtig) solange er hinten im Hof stand regelmässig zum Raumschiff Enterprise machten und ich alleine oder mit meiner tapferen Mannschaft (Nachbarskinder) fremde Planeten erkundete.

Das Ding sah doch auch einfach aus wie ein Raumschiff in seiner besonderen Form, oder? Ich versuchte übrigens – meine Eltern fuhren noch einige andere Citroen Modelle später- solange wir diese Marke fuhren immer zuerst im Auto zu sein. Denn der hatte eine Federung die wenn man den Wagen startete den vorderen und hinteren Teil erstmal hochhob. Ich lag auf der Rückbank, schloss die Augen und spürte wie der Wagen „hochfuhr“. Vom ersten DS bis zu den späteren Fahrzeugen war das so. Nur mein eigener erster Citroen (ein 2CV) der konnte das nicht. Aber da hatte ich auch schon andere Prioritäten ;-)

Wir brauchten Fantasie beim spielen – um uns vorzustellen welches Ding im Auto was war und was es tat. An Vorstellungskraft mangelte es mir nie. Und wie ich lernen sollte brauchten das die Raumschiff Enterprise Macher auch genau das. Denn auch bei denen waren viele Requisiten eben gar nicht, was sie schienen. Es waren halt MockUps. Requisiten. Dabei spielte Styropor eine große Rolle und sogar Salzstreuer…
Als Kind ist einem so etwas natürlich nicht aufgefallen, aber später habe ich gelesen oder gehört, dass die Ausstatter der Serie aus Kostengründen altes Verpackungsmaterial der Desilu-Studios verwendet haben sollen – Material aus der Produktion der Erfolgsserie „I Love Lucy“, silbern angesprüht und in die Brücke der Enterprise eingebaut. Ich muss ehrlich zugeben: Ich habe diese Geschichte fest im Kopf, aber als ich sie gegenchecken wollte, fand sich dafür keine belastbare Quelle online. Ich habe es glaube ich mal in einem Buch über Raumschiff Enterprise gelesen.

Was tatsächlich stimmt, ist der größere Zusammenhang dahinter: Desilu produzierte sowohl „I Love Lucy“ als auch Star Trek, und die Serie musste bei jeder Requisite sparen, wo es nur ging. Alltagsgegenstände wurden ständig zu Zukunftstechnik umfunktioniert. Ob es sich dabei ausgerechnet um Verpackungsmaterial von Lucille Balls Erfolgsserie handelte, kann ich also nicht sicher sagen. Vielleicht haben sich hier über die Jahrzehnte mehrere wahre Geschichten in meinem Kopf zu einer verschmolzen. Nehmt sie also bitte genau so, wie ich sie erzähle: als Erinnerung, nicht als gesicherte Tatsache.

Was aber sicher so ist: Die Felsen die so mancher Mensch oder Außerirdische stemmte, die waren aus Styropor. Leicht zu formen, leicht anzumalen und leicht hochzuheben. Wer heute die Folgen ansieht, der kann das auch gut erkennen.
Und auch die Sache mit dem Salzstreuer stimmt. Wenn auch nicht ganz so, wie manchmal erzählt wird.
Salzstreuer als Wunderinstrument
McCoys Krankenstation, für mich als Kind der Inbegriff medizinischer Zukunftstechnik, hatte ihre ganz eigene Beschaffungsgeschichte. Für die Folge „The Man Trap“ beispielsweise kaufte die Produktion offensichtlich moderne skandinavische Salz- und Pfefferstreuer, weil sie futuristisch genug aussahen. Diese schicken skandinavischen Exemplare wurden dann kurzerhand zu McCoys medizinischen Instrumenten erklärt, unter anderem zu seinen berühmten „Laserskalpellen“. Eine kleine Präzisierung ist mir dabei aber wichtig, weil sich hartnäckig eine falsche Version dieser Geschichte hält: Der bekannte rotierende Handscanner des medizinischen Tricorders war kein Salzstreuer, das wird oft durcheinandergebracht.
Spocks Ohren und der Teufel im Bible Belt
Diese Geschichte dagegen hält sich im Kern erstaunlich gut, nur ein Detail muss ich korrigieren. Ich war überzeugt, gelesen zu haben, dass die große amerikanische TV-Programmzeitschrift TV Guide die Enterprise-Crew nur mit wegretuschierten Spock-Ohren abdrucken durfte, weil man im religiös-konservativen amerikanischen Bible Belt sofort an den Teufel gedacht hätte. Online habe ich dafür keine Belege gefunden. Ihr vielleicht? Wie auch immer – die Sorge bei NBC wegen der spitzen Ohren gab es tatsächlich. Leonard Nimoy selbst hat später erzählt, dass man ausdrücklich an mögliche Reaktionen im Bible Belt gedacht hat. Nur war es wohl nicht TV Guide, der die Ohren abrundete. Es war eine interne NBC-Verkaufsbroschüre für Fernsehsender und Werbekunden, in der ein Künstler der Werbeabteilung Spocks spitze Ohren in sämtlichen Abbildungen glattbügelte.

Der erste große TV-Guide-Titel mit Shatner und Nimoy erschien übrigens erst im März 1967 – da war Spock längst zum Publikumsliebling geworden, spitze Ohren inklusive. Es hat sich aber wirklich erstmal niemand getraut, den „teufelartigen“ weil spitzohrigen Spock so im US-Wohnzimmer des Bible Belts zu präsentieren. Aber als er erstmal da war, da haben die Fans ihn offensichtlich überall geliebt. Ich auch – ich versuchte sogar mal eine zeitlang nicht nur genauso logisch, sondern auch emotionslos mit Dingen umzugehen. Gelang mir nicht sehr lang. Vermutlich im Nachhinein betrachtet kein Schaden.
Von der Enterprise-Brücke ins Smartphone
Was mich an alldem am meisten fasziniert: Wie viel von dem, was uns als Kind wie pure Fantasie vorkam, tatsächlich später Realität wurde – oft sogar ziemlich direkt inspiriert von genau dieser Serie. Das StarTAC ist für mich so ein Beispiel. Erstmal kurz zurück zur Serie und zum Kommunkator
Man muss sich das mal vor Augen führen: Kirk klappt ein kleines Ding mit lockerem Handschwung auf und sagt „Kirk an Enterprise“, und schon ist er verbunden. Kein Kabel, keine Vermittlung, einfach auf-klappen-und-reden. In den Sechzigern war das reine Science-Fiction. Jahrzehnte später sah ich bei einer Pressekonferenz das erste Motorola StarTAC und wusste: Das ist er. Das ist der Enterprise-Communicator, endlich wahr geworden.

Und ich ich glaube, ich war wirklich nicht der Einzige, der das so sah. Ich bin sehr sicher: Das StarTAC wurde genau wegen dieser Assoziation zum Kult-Handy. Nur hatte die Realität, wie so oft, einen Haken, den Gene Roddenberry seinen Requisiteuren erspart hatte: Wer versuchte, das StarTAC mit dem gleichen lässigen Schwung aufzuklappen wie Kirk, Spock & Co ihre Communicator, riskierte, dass die Akku-Abdeckung im Oberteil sich löste und die Batterie durch die Gegend flog. Ist mir genauso passiert, als ich es einmal versuchte. Ich war etwas enttäuscht und verzichtet künftig auf diese Art des Aufklappens. Was soll ich sagen: Die Zukunft war eben doch noch nicht ganz fertig entwickelt.
Aber das StarTAC ist ja nur ein Beispiel. Die PADDs, diese flachen Klemmbretter mit Bildschirm, mit denen Offiziere auf der Brücke herumliefen, wirken im Rückblick verblüffend wie ein Vorgriff auf das iPad oder andere Tablets – Jahrzehnte bevor Tablets tatsächlich existierten.
Der Universalübersetzer, mit dem sich die Crew mühelos mit jeder Spezies verständigen konnte, liest sich heute wie eine Beschreibung von Google Translate oder Echtzeit-Dolmetsch-Kopfhörern. Und wenn man mit „Computer, Status der Schilde“ durchs Schiff ruft, ist das im Grunde nichts anderes als „Hey Siri“ oder „Alexa“ – nur eben mit deutlich weniger Missverständnissen. Also: Meistens zumindest.

Sogar die automatischen Schiebetüren, die sich beim Näherkommen einfach öffneten, waren für das Publikum der Sechziger eine kleine Sensation und sind heute in jedem Supermarkt Standard. Die Enterprise war eben nicht nur ein Raumschiff, sie war über Jahrzehnte hinweg eine Art Wunschzettel für Ingenieure. Und ich glaube, es hat bewusst oder unbewusst viele Designs und Konzepte geprägt, die wir heute sehen und die vermutlich auch deshalb ihre Erfolge hatten. Oder wie seht ihr das?
Der Mann, der Kommunikator und Tricorder erfand – und nie genannt wurde
Übrigens: Diese Geschichte hat mich richtig nachdenklich gemacht. Wah Chang war der Designer hinter einigen der bekanntesten Requisiten der Serie, darunter eben genau Kommunikator und Tricorder – also die beiden Geräte, die mich als Kind am so begeistert haben. Wegen gewerkschaftlicher Bestimmungen durfte seine externe Werkstatt aber offiziell gar nicht für die Produktion arbeiten. Produzent Robert Justman löste das Problem, indem er Changs Arbeiten einfach als bereits existierende, käuflich erworbene Gegenstände deklarierte. Im Abspann taucht Wah Chang deshalb nicht auf. Der Mann, der zwei – wie ich denke – der einflussreichsten Technikdesigns der Fernsehgeschichte geschaffen hat, war für uns Zuschauer praktisch unsichtbar. Okay – zugegeben. Damals hätte ich den Abspann gar nicht geguckt und ihn so oder so nicht wahrgenommen. Ich musste ja wieder raus zu meinem Raumschiff Enterprise in Citroen DS Form und selber meine eigenen Abenteuer weiter erleben. Aber eine Geschichte bin ich Euch noch schuldig. Warum es gut war, dass das ZDF Raumschiff Enterprise nicht mit der wirklich ersten Folge startete.

Der Laserdisc-Schock: Ein Captain, der nicht Kirk war
Diese Geschichte kann ich zu hundert Prozent bestätigen, weil ich sie selbst erlebt habe – und sie hat mich damals wirklich kalt erwischt. Aus den Latschen gehauen wäre glaube ich der Slang der damaligen Zeit gewesen…

Ich war damals häufig in den USA und dort gab es – statt VHS Kassetten – die Laserdisc. Also sowas ähnliches wie eine DVD nur so groß wie eine Langspieltplatte. Da gab es Sonderausgaben von allen möglichen Filmen (wie heute Collectors-Editionen) und das faszinierte mich sehr. Also fing ich an mir in Amerika Laserdiscs zu kaufen. In Deutschland besorgte ich dazu einen entsprechenden Player der auch NTSC (die US-Fernsehnorm dieser Zeit) abspielen konnte und einen Beamer. So entstand sozusagen mein erstes Heimkino.
Ich guckte meist nur nach den Titeln und besonderen Versionen – und so hatte plötzlich eine Laserdisc mit der allerersten Folge von Raumschiff Enterprise in der Hand. Den Titel kannte ich nicht – also sofort gekauft. Voller Vorfreude auf Kirk, Spock und die vertraute Brücke in der allerersten Folge, die ich in Deutschland nie gesehen hatte. Aber das war ein Irrtum. Ich hätte es am Cover erkennen können – aber einfach nicht genau genug hingeguckt. Hättet ihr es gemerkt?

Der Captain hieß nämlich ganz anders. Und war auch ganz anders! Was ich damals beim Kauf nicht wusste: Ich hatte „The Cage“ erwischt, den allerersten Pilotfilm von 1964. Captain der Enterprise war darin nicht James T. Kirk, sondern Christopher Pike, gespielt von Jeffrey Hunter. Der einzige Darsteller, der auch in der zweiten Pilotfassung dabei war, war ausgerechnet Leonard Nimoy als Spock.
Das konnte ich darüber herausfinden: NBC lehnte „The Cage“ ursprünglich ab, war aber andererseits so beeindruckt, dass der Sender den für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Schritt ging, einen zweiten Pilotfilm in Auftrag zu geben. Erst „Where No Man Has Gone Before“ mit William Shatner als Kirk „verkaufte“ die Serie schließlich an NBC. Teile von „The Cage“ wurden später offenbar clever in die Doppelfolge „The Menagerie“ eingebaut, aber der komplette Farbfilm lief in den USA erst – soweit ich weiß – 1988 im Fernsehen. Vorher gab es ihn nur auf Video oder eben auf Laserdisc.
Aber das wirklich schräge an der Geschichte: Ich war wieder zu Hause und merkte, was mir passiert war, als ich hinten genauer las, worum es ging und wer da mitspielte. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Diese Laserdisc liegt noch immer bei mir zuhause. Und bis heute habe ich es nicht geschafft, diese Folge anzugucken. Ich fürchte einfach ich wäre enttäuscht. Also bleibt das Ding ein Sammlerstück.

Bei Enterprise wurde gebeamt statt mit einem Schiff gelandet. Weil es günstiger war, sagte Gene Roddenberry selber später. „Das landen mit einem Schiff hätte das gesamte Special Effects Budget verschlungen..:“ wird er zitiert. Erinnert mich an „Neues… der Anwenderkurs“ am Anfang. Da mussten wir auch mit dem klar kommen, was wir leicht darstellen konnten. Darum gibt es in der Sendung soviele Telefonate mit Menschen, statt Szenen. Das war billiger ;-)
Und Gene Roddenberry soll über einen genialen Trick das Drehbuch an den Mann gebracht haben. Zumindest scheint er das selbst zu erzählen. Er war – so sagt er – Polizist und gab seinen ersten Drehbuch-Pitch in Polizei Uniform in einer Kneipe einem Agenten mit den Worten „Nehmen sie das und lesen sie es genau…“ Klang wie eine Anklage. Und laut Roddenberry hat es funktioniert. Die meisten Biografen bezweifeln die Geschichte – aber mir als junger Drehbuchautor der selber versuchte seinen Weg zu finden gefiel sie extrem gut. Auch wenn es vielleicht nur eine gute Geschichte ist.
Wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist…
Wir sind heute in einer Welt, die sich damals keiner vorstellen konnte. Einer Welt, in der noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Nicht in fernen Galaxien, sondern auf unserem Heimatplaneten. Vielleicht finden wir ja hier auch einen Weg, das humanistische des Weltbildes von Roddenberry wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Das würde ihm gut gefallen. Und mir auch.
Aber bevor ich jetzt zu nachdenklich und moralisch werden: Rund60 Jahre nach der Erstausstrahlung ist für mich klar: Raumschiff Enterprise war nicht einfach nur eine Serie, die ich als Kind gerne geschaut habe. Sie hat meinen Blick auf Technik geprägt, lange bevor ich wusste, was ein Prozessor ist. Vielleicht ging es euch ähnlich. Hattet ihr auch so ein Erlebnis mit einem Gerät aus dieser Serie oder einem der Filme? Ein Klapphandy, das euch an einen Communicator erinnert hat, ein Tablet, das euch wie ein PADD vorkam? Natürlich gerne auch von den späteren Varianten von Enterprise. Aber am meisten Charme hat natürlich die Ur-Serie. Schreibt es mir gerne in die Kommentare, ich bin gespannt auf eure Geschichten.

Thomas Ricke schrieb mir übrigens auf einen Aufruf vor einiger Zeit, dass ihn das diplomatische Geschick von Picard sehr beeindruckt hat. Bis heute freue ich mich, dass in vielen Varianten von Star Trek dieser Wesenszug von Kirk und Co erhalten geblieben ist. In diesem Sinne: Live long & prosper… „Lebe lange und in Frieden“ – erfunden hat den Gruß übrigens Leonard Nimoy selbst während der Dreharbeiten zu einer Folge, wo er einen anderen Vulkanier begrüssen sollte. Vielleicht auch nur eine gute Geschichte. Vielleicht wahr. Egal. Raumschiff Enterprise ist Geschichte. Und untrennbar auch mit mir verbunden, wie ich so beim schreiben feststelle. Danke Euch fürs Lesen bis zum Schluss.
Vielen Dank für diesen persönlichen Rückblick und die Verknüpfung von Citroen und Enterprise :-). Persönlich bin ich auch heute noch immer wieder erstaunt, welche Themen innerhalb Star Trek behandelt werden und mittlerweile auch sehr begeistert von Voyager. Persönlich hatte ich jedoch auch primär mit TOS, TNG, DS9, VOY und ENT sowie die Kinofilme gesehen und bei DISC und Picard bisher nur die erste Staffel gesehen und sollte wirklich mal neuere Serien eine Chance geben…. nur manchmal hält es mich dann doch stark an vertraute Welten.
Viele Themen, die heute relevant sind, können auch tatsächlich mit Star Trek in Verbindung gebracht werden und für mich zeigt sich dieses besonders in Zusammenhang mit KI und Urheberrechte an den beiden Folgen „Wem gehört Data?“ (TNG 02 09) oder „Die Veröffentlichung / Author, Author“ (VOY 07 20) aber auch sonst sind viele prägende Gedanken für mich immer noch stark mit Star Trek verknüpft komplett unabhängig von der Faszination für Technik, die sicher immer noch vorhanden ist.
Vielleicht hat mir daher auch die Folge der Rechtsbelehrung zum Star Trek Recht auf https://rechtsbelehrung.com/147-star-trek-recht/ so viel Freude gemacht :-) Sollte diese noch nicht bekannt sein von meiner Seite eine echte Hörempfehlung :-).
Nun muss ich aber schauen, ob der Tag nicht mit Earl Grey beginnen sollte oder ob ich doch eher Janeways Pfad folge und mir einen frischen Kaffee repliziere..
Alles Gute und LLAP
Andreas Unkelbach
Danke für Deine Ergänzungen und Gedanken. Tatsächlich habe ich mich bisher nicht mit den späteren Star Trek Varianten und Spin Offs anfreunden können. Vielleicht sollte ich auch mal den „neuen“ Serien eine Chance geben. Außerdem war das sicher auch in der Zeit, wo ich beruflich extrem eingespannt war und (außer beruflich) wenig Fernsehen gesehen habe. Kino war dann eher das, was ich mir zeitlich hie und da gegönnt habe. Und da war das Angebot ja durchaus vielfältig. Sodass nicht immer Star Trek gewonnen hat ;-)
Hallo, es gab vor einiger Zeit einige Filme über die Entwicklung dieser Serie im Fernseher. Da wurde unter anderem erzählt das die sich selbst öffnenden Türen von einem Mann bedient wurden, der nicht immer aufgepasst hat beim öffnen so daß die Schauspieler gelegentlich auch mal gegen die Türe liefen. Und das humanistische Weltbild Gene Roddenberrys war auch das höchst interessante an der Serie, hat mich oft zum Nachdenken gebracht und auch wie dich geprägt.
liebe Grüße
Das mit dem Mann kann ich mir gut vorstellen. Und wie ich schon geschrieben habe: Roddenberry hatte da schon eine sehr besondere Welt „geschrieben“.
Das sollte es noch in der Mediathek geben (ich surfe mit dem Handy, deshalb nur der Link zu einer Suchmaschine):
https://html.duckduckgo.com/html/?q=inside+star+trek+mediathek
G. R. kommt da bzgl. Kollegialität übrigens nicht so gut weg: Er hat viele Drehbücher umgeschrieben, hatte diktatorische Tendenzen und gegenüber einer Drehbuchautorin war er sogar mal richtiggehend niederträchtig, wollte sie um ihren Lohn bringen und hatte ihr sogar einen berüchtigten Anwalt auf den Hals gehetzt.
Letzte Woche kam auch „Star Trek – Die Fan Cruise“:
»Bei „Star Trek – The Cruise“ sticht ein einzigartiges Kreuzfahrtschiff in See. Mit an Bord sind bekannte Darsteller:innen der Serie, Mitglieder der Filmcrew und die größten „Star Trek“-Fans. Zur illustren Reisegesellschaft zählen u.a. die Schauspieler William Shatner, Larry Nemecek und Walter Koenig. Auch Jonathan Frakes, besser bekannt als Commander William T. Riker, ist bei der spaßigen Kreuzfahrt-Convention dabei.«
Das war interessieren und sollte es noch auf Tele5.de geben. Die machten alle einen ziemlich netten Eindruck (einschließlich der Schauspieler, Roddenberg Jr. und andere Beteiligte).
Etwas hat es mich traurig gemacht, da natürlich alle den Vulkanier-Gruß machten, der darauf zurück geht, dass Leonard Nimoy das bei einem Priester gesehen hat, der so seine Gemeinde segnete (hatte er mal in einem Interview erzählt).
Btw:
Bzgl. des hydropneumatischen Fahrwerks hatte mich mein Vater mal zu einer Probefahrt mit so einem Phantomas-Auto genötigt. ;-) Wir sind extra ein besonderes schlechte Straße gefahren, trotzdem lag der Wagen sehr ruhig. Das war schon beeindruckend.
Auf plötzliche links-rechts-Lenkbewegungen hat er aber nicht gut reagiert, da die Regelung nur mechanisch war. Einen Elch-Test hätte ich damit nicht fahren wollen. – Der Xantia soll später, wegen elektronischer Regelung, keine Probleme mehr damit gehabt haben. Den bin ich leider nicht gefahren.
Ich bin Bj. 69: 1972 war für mich noch zu früh und ob später nochmal TOS kam, weiß ich nicht. Ich habe von damals kaum und nur sehr schemenhafter Erinnerungen daran. Viel presenter ist Mondbasis Alpha 1: Die Raumschiffe haben wir mit Lego nachgebaut. – Als TOS auf ZDF-HD kam, habe ich es mir komplett aufgenommen und angesehen – auch erst archiviert, aber inzwischen (wegen Discovey – s. u.) gelöscht.
Als TNG erschien (mit der Weltraum-Kuh :-) ), war ich schon seit vier Jahren Leser der Perry Rhodan Serie (ich lese PR weiterhin, ohne Unterbrechung) und habe es nur noch als banalen Friede-Freude-Eierkuchen-Kram empfunden (gesehen habe ich es trotzdem, weil ja nichts besseres kam). Erst DS9 fand ich gut, weil es überwiegend eine aufeinander aufbauende Handlung hatte (besonders die lange Zeit, in der das Dominion eingeführt wurde), aber Babylon 5 kam für mich noch deutlich näher an PR heran (lag aber trotzdem noch mit großem Abstand dahinter). Mit Voyager konnte ich nichts anfangen, weil mir die Jayneway absolut unsympathisch war: Wenn die in ihrer überheblichen, besserwisserischen Art was sagte, hätte ich ihr am liebsten in die Fresse getreten! (nur imaginär: ich habe noch niemals jemanden geschlagen)
Von den Kinofilmen gefiel mir „Treffen der Generationen“ am besten (Kirk: Das wird ein Spaß! :-) ) und es ist der einzige, den ich nach Discovery behalten habe (ich hatte alle von DVB-S aufgenommen und archiviert). „Der Aufstand“ war für mich am allerallerallerschlechtesten: Und ich war im Kino! Ich hatte dafür bezahlt! – Ich war anschließend total sauer…
ST-Picard kam letzte Woche auf Tele 5 (an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils eine komplette Staffel am Stück!). Das habe ich mir aufgenommen, weil ich die erste Staffel schon mal gesehen habe und ich auch den Rest sehen möchte. Anschließend kamen die ersten beiden Staffeln von „Strange new world“, in die ich nur Stichprobenartig rein gezappt habe, aber das habe ich mir nicht angetan: Es hat mich zu sehr an Discovery erinnert, was mir überhaupt nicht gefallen hat: Klingonen sind plötzlich Echsen mit Untertiteln, die oft viel zu kurz angezeigt werden, dieser dämliche Piruettenantrieb, usw. (das meiste habe ich inzwischen verdrängt: Welchen Blödsinn saugen die sich noch aus den Fingern?
Picard werde ich mir vielleicht komplett ansehen (muss sich noch zeigen), aber dann ist Star Trek für mich gestorben. Das hat mich mehr als genug enttäuscht und verärgert.
Sorry, aber so sehe ich das inzwischen.
Btw:
Über StarWars Episode 1 (das mit diesen albernen Schlappohr-Typen) habe ich mich auch sehr geärgert, nachdem ich im Kino war: Bis fast gemau zur Hälfte des Film (das habe ich später kontrolliert) habe ich im Kino gesessen und mich gefragt „Was mache ich hier?“ – Es dann wurde die Handlung etwas interessanter und hat mich zumindest rudimentär „abgeholt“, wie man heutzutage sagt. – In die anderen beiden Teile bin ich gar nicht erst gegangen. – Und war froh darüber, als sie später im TV kamen. Auch die neueren kenne ich nur aus dem TV. Die waren zwar besser, aber auch nichts, was man unbedingt im Kino gesehen haben muss. (Ganz im Gegenteil zur „Herr der Ringe“-Trilogie!)
So, habe fertig. :-)
Ich glaube jeder hat so seine Serien. Was Raumschiff Enterprise betrifft, was es für mich eben diese Ur-Serie. Aber sicher auch weil es mich als Kind traf, weil sowas irgendwie ungewöhnlich war und weil ich halt immer schon gerne Phantasiewelten mochte.