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Digitale Kommunikation: E-Mail, WhatsApp, FB-Messenger oder doch noch SMS?

Es ist zum Verrücktwerden: Dauernd klingelt was! Mal ist es das Notebook, dann das Handy, und auch die Smartwatch hat was zu melden. Weil ich jedem digitalen Kommunikationskanal einen anderen Klingelton zugeordnet habe, entsteht so eine kleine Dauersymphonie. Wie war das früher doch so simpel! Rührte sich das Handy, rief jemand an, oder eine SMS traf ein. Der Laptop meldete: E-Mail für dich! Das war aber auch alles. Dann kamen die Messenger, später Skype, und inzwischen ist ja jeder auf WhatsApp und auf Facebook vertreten – wenn ich sogar noch auf weiteren Diensten der klingelnden Art. Das schreit nach Ordnung, also nach einer prinzipiellen Verteilung verschiedener Nachrichten auf die verschiedenen Kanäle. Nach einigem Hin und Her habe ich das so gelöst:

Die gute, alte SMS

Waren mal groß in Mode: vorgefertigte SMS-Sprüche
Waren mal groß in Mode: vorgefertigte SMS-Sprüche
Mal ehrlich: Nur noch Technoskeptiker arbeiten mit Mobiltelefonen, die kaum etwas anderes können als Telefonieren. Mein Freund Michael ist so einer; der besitzt seit zig Jahren sein geliebtes Nokia 6230 von 2005 und plant nicht, dies in absehbarer Zeit durch ein Smartphone zu ersetzen. Seine Entscheidung. Wenn er mir also etwas mitteilen will, wenn er sich beispielsweise zum gemeinsamen Besuch im Fußballstadion verabreden will, dann “textet er mir” (wie es eine kurze Zeit im Jargon der digitalen Eliten hieß). Und weil Michael einer der letzten Handy-Mohikaner ist, kann ich ziemlich sicher sein, dass eine Textnachricht von ihm stammt, wenn sich mein Smartphone mit dem passenden Ton meldet. Andersherum: Mein Kumpel ist der einzige Mensch, dem ich noch SMSe schicke.

Ansonsten nutze ich diesen Kanal nur noch für Authentifizierungsnachrichten, gebe also meine Mobilnummer an und wähle SMS als Mittel der Wahl. Das aus gutem Grund: Weil die Textnachricht so gut wie ausgestorben ist, ist sie aus dem Fokus der böswilligen Leute verschwunden, die mich aushorchen oder mir meine Geheimnisse entlocken wollen. Weil die Textnachrichten außerdem ausschließlich über meinen Telefonprovider laufen, betrachte ich sie als besonders sichere Kommunikationsform.

Komplexe Nachrichten per E-Mail

Zurzeit verwalte ich sage-und-schreibe 18(!) Mailaccounts. Das hat damit zu tun, dass ich für insgesamt fünf Websites verantwortlich bin, die jeweils eine Mailadresse für die Kontaktaufnahme, eine Admin-Adresse und einen Honigtopf für Spammer haben. Diese Mailadressen sind vor allem für den Empfang eingerichtet, und nur “Kontakt” und die Mailadresse des Admins werden zum Senden verwendet. Außerdem betreibe ich drei persönliche Mailaccounts: einen für geschäftliche Dinge, eine für den privaten Mailverkehr und einer, dessen Adresse niemand kennt – man weiß ja nie…

Das ganz große E-Mail-Chaos wie jeder es kennt
Das ganz große E-Mail-Chaos wie jeder es kennt
Die Bedeutung der privaten Mailadresse hat dank WhatsApp und des FB-Messengers in den vergangenen drei, vier Jahren extrem abgenommen. Dafür ist die Business-Mailadresse wieder wichtiger geworden. Denn die inzwischen bekanntlich schon rund 40 Jahre alte Form der digitalen Kommunikation bietet eine Menge Vorteile. So kann eine Mail an eine (fast) beliebige Anzahl sichtbarer (CC) oder unsichtbarer (BCC) Empfänger verschickt werden, man kann sie mit einem aussagefähigen Betreff ausstatten, sie kann (fast) beliebig lang sein, man kann den Text gliedern und gestalten und es ist möglich eine (fast) beliebige Anzahl an Dokumenten als Anhang mit versenden. Im geschäftlichen Kontakt ist – trotz alle Kollaborations-Tools – besonders der letzte Punkt wichtig, weil man so sicherstellen kann, dass alle Empfänger tatsächlich dieselben Dokumenten in identischen Versionen bekommen.

Irgendwann habe ich begonnen, die Fächer meiner Mailaccounts penibel zu strukturieren und die erhaltenen und verschickten Mails immer ordentlich einzusortieren. Da ich – ganz vorbildlich – meine Mailpostfächer regelmäßig in Backups sichere, habe ich so jederzeit ein zuverlässiges Archiv – das inzwischen bis ins Jahr 1998 zurückreicht. Da sind eine Menge Mails zusammengekommen…

Verabreden am liebsten per WhatsApp

Tatsächlich: Es gibt sogar einen WhatsApp-Song
Tatsächlich: Es gibt sogar einen WhatsApp-Song
Einen guten Freund, der Fan desselben Fußballvereins ist wie ich, habe ich kürzlich darum gebeten, mir keine seiner Rundmitteilungen mehr über WhatsApp zu schicken. Der neigt nämlich dazu, das zu tun, was über Jahrzehnte schlechter E-Mail-Brauch unter Freunden und Kollegen war: lustige Bildchen, spaßige Videos und merkwürdige Texte in die WhatsApp-Gruppen zu kippen. Denn ich nutze diesen Mitteilungsdienst von Anfang als das, was er eigentlich sein sollte: Kanal zum Verabreden und Austauschen von Infos für kleine Kreise. Konkret: Während der Arbeitszeit tausche ich mit meiner besten Hälfte kurz, knapp und präzise Dinge aus, die für die tägliche Familienkoordination wichtig sind. In einer Verwandtengruppe werden Verabredungen zu Geburtstagsfeiern, Feiertagsmahlzeiten und Freizeitaktivitäten verteilt. Und dann sind da noch die Freunde, mit denen mal eben schnell einen Link oder ein Foto teilen möchte. Das klappt prima. Und weil es sich in aller Regel um wenig sensible Daten handelt, gibt es auch keiner Sicherheitsprobleme.

Übrigens: Versuche, sich durch die Verwendung anderer Plattformen (Threema, Telegram etc.) vom Zuckerberg’schen Datenmonster abzukoppeln, sind daran gescheitert, dass jeweils eine Mehrheit nicht bereit war, was anderes zu lernen als WhatsApp. Weil dieser Dienst prinzipiell abgehört werden kann, nutze ich ihn beruflich ausschließlich und nur im Kontakt mit Menschen, denen ich vertraue, für Terminverabredungen.

FB-Messenger, das Schmuddelkind

Geliebt und gehasst - der Facebook-Manager
Geliebt und gehasst- der Facebook-Manager
Ja, man könnte den Messenger, der zu Facebook gehört, ebenfalls als echten Kommunikationskanal verwenden. Immerhin erlaubt der inzwischen auch Gruppen-Chats und multimediale Anhänge. Mir persönlich ist das Ding unsympathisch und ein ganz schlechter Ersatz für ICQ und andere Chat-Services, die mal groß in Mode waren. Deshalb nutze ich den FB-Messenger aktiv gar nicht, sondern nur dann, wenn jemand mit mir auf diesem Wege Kontakt aufnimmt – und dann auch eher wortkarg.

Und sonst?

Und dann ist da noch das liebe Telefon
Und dann ist da noch das liebe Telefon
Man könnte ja auch einfach telefonieren… Aber, das Quatschen am Rohr habe ich schon immer gehasst – zum Teil auch, weil mich ausgedehnten Konversationen am Hörer aus gehörtechnischen Gründen erheblich anstrengen. Hinzu kommt, dass das Bimmeln des stationären Telefons und des Smartphones immer viel dringlicher erscheinen als die anderen Tonsignale. Lässt man sich drauf ein und nimmt ab, ist man gefangen. Die Freiheit, die alle Formen der textlichen Kommunikation bieten, nämlich zu reagieren, wann und wie man es für richtighält, wird einem beim Telefonieren genommen. Insofern nutze ich die Sprachkommunikation (übrigens auch als WhatsApp-Sprachnachricht oder über Skype) nur nach Verabredung, weil ich mich dann drauf einstellen und konzentrieren kann – am liebsten übrigens ohne Hörer oder Phone am Ohr zu haben, also per Lautsprecher.

Das böse, böse Internet und sein komischer Jargon

[Ein Kommentar] Angeblich wurde am 29. Oktober 1969 das Internet erfunden. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Denn in Wahrheit gelang es an diesem Tag lediglich, zwei Zeichen über Telefonleitungen von einem Rechner auf einen anderen Rechner mit anderem Betriebssystem zu übertragen. Immerhin. Bis dann das für uns alle verfügbar wurde, was wir heute das Internet nennen, mussten noch ein paar Sachen erfunden werden – z.B. TCP/IP und HTML. Aber diese Historie interessiert Otto und Lieschen Normalsurfer wenig, und die technischen Details schon gar nicht. Leider aber auch viel zu viele bundesdeutsche Politikerinnen und Politiker, für die selbst im Oktober 2019 das Internet noch Neuland ist … obwohl sie es selbst intensiv nutzen. Das böse, böse Internet und sein komischer Jargon weiterlesen

Warum ich nicht mehr google… Oder: Alternative Suchmaschinen

Don’t be evil” war in den Anfangstagen das Motto der Suchmaschine Google. Um 2010 herum drucksten die führenden Googlianer herum und sagten: “War nicht so gemeint.” Und heute ist Google jenseits von Gut und Böse, forscht und entwickelt fürs Militär und unterstützt Klimawandelleugner mit großen Geldsummen. Mich persönlich macht das traurig und auch wütend, weil ich von Beginn an ein eifriger Nutzer der diversen Services war – und auch bin. Das Dumme ist: Hat man sich einmal auf Google eingelassen, kommt man schwer wieder los. Seit einiger Zeit versuche ich diesem unguten Konzern wenigstens dadurch zu schaden, dass ich seine Suchmaschine nicht mehr nutze. Warum ich nicht mehr google… Oder: Alternative Suchmaschinen weiterlesen