Archiv der Kategorie: Ge-dacht

Das ist eher das philosophische bei uns. Lautes oder verschriftliches Denken hat hier seinen Platz: ob nun nachdenken, vorausdenken oder mitdenken ist egal

Daten sicher in der Cloud? Und wenn’s brennt?

Ein in Ehren ergrauter Experte kommentierte knallhart: “Kein Backup, kein Mitleid.” Währenddessen diskutierten weniger erfahrene Menschen, ob denn “unsere Daten” in der Cloud sicher sind. Anlass war der Großbrand am 10. März 2021 in einer Serverfarm bei Straßburg. Genauer: Im Data-Center des französischen Cloud-Providers OVH, der von sich behauptet, der größte seiner Art in Europa zu sein. Das Gebäude brannte komplett nieder, um die 10.000 Server wurden dabei zerstört. Nun halten verantwortungsvolle Anbieter für die Clouds ihrer Kunden allerlei Sicherungsmethode bereit, sodass die Gefahr eines Totalverlustes theoretisch ziemlich gering ist. Nicht aber für Clouds auf privaten, also vom Kunden administrierten Servern, die nur physikalisch in einem solchen Zentrum stehen – für die Datensicherung solcher Clouds ist der Kunde selbst verantwortlich. Daten sicher in der Cloud? Und wenn’s brennt? weiterlesen

Weltgeschichte der KI (2): Böse, böse Algorithmen?

Vor einiger Zeit haben wir uns schon einmal mit dem Thema “Algorithmen” befasst und dabei festgestellt, dass es sich um einen Allzweckbegriff handelt, der plötzlich mit der Diskussion um die gesellschaftlichen Folgen der Künstlichen Intelligenz ins Gerede gekommen ist. Aus einem Prinzip, mit dem man Problemlösungen beschreiben kann, wurde etwas Geheimnisvolles, ja, Böses. In der sogenannten “schwachen KI” hat man lediglich versucht, die menschlichen Wege der Entscheidungsfindung in Computerprogrammen nachzuahmen, wobei die tatsächlichen Verhaltensweisen derartiger Programme im höchsten Maße vom Denken und Fühlen des/der jeweiligen Programmierer abhing. Denn letztlich bildeten deren Algorithmen die Art und Weise ab, wie SIE Probleme üblicherweise lösten. Ganz anders in aktuellen KI-Systemen. Vereinfacht ausgedrückt: Da schreiben sich die Computer ihre Algorithmen selbst. Weltgeschichte der KI (2): Böse, böse Algorithmen? weiterlesen

Das Telefonjoker-Prinzip und die selbstverschuldete Unmündigkeit

[Kurzessay] Wenn ein Kandidat der Quizshow “Wer wird Millionär?” (WWM) partout nicht weiterweiß, kann er den Telefonjoker ziehen und einen von drei Helfern anrufen, die es vielleicht besser wissen. Vermutlich ohne es zu wissen, haben die Macher der beliebten Sendung ein grundsätzliches Prinzip dessen implementiert, was man “Schwarmwissen” nennt. Und gleichzeitig ein schlagendes Beispiel dafür gefunden, dass es wichtiger zu wissen, wer etwas weiß oder wo man eine Antwort findet. Dieses Prinzip ist so alt wie die Aufklärung an sich, dieser geisteswissenschaftlichen Revolution des 18. Jahrhunderts, die (so Immanuel Kant) den Menschen aus seiner “selbst verschuldeten Unmündigkeit” führen sollte und in der Erkenntnis “Wissen ist Macht” mündete. Das Telefonjoker-Prinzip und die selbstverschuldete Unmündigkeit weiterlesen