C64 Ultimate: Acht SIDs, ein Weasel & meine Entscheidung – der große Ultimate-Showdown

Heute ist der Tag der Tage. Heute entscheide ich mich. Kaufe ich einen C64 Ultimate oder nicht? Und wenn ja – welchen von den drei Varianten? Ich weiß, ich weiß. Ihr wartet schon seit zwei Folgen auf diese Antwort. Aber Jürgen „Weasel“ Brunner macht mir das Leben natürlich nicht einfacher, mit seiner Begeisterung. Und an diesem besonderen Tag wird es gleich dreimal nicht leichter. Er erscheint im Studio und hat nicht nur seinen Starlight mitgebracht. Er hat jetzt alle drei Editionen dabei. Basic. Starlight. Und die Founders Edition. In Gold – also farblich zumindest. Die hält er mir grinsend unter die Nase. Ich schaue ihn an. Er grinst. „Du machst mir das Leben noch schwerer heute, oder?“ „Hi, Chris – ja, sieht so aus…“ So ist er der Weasel. Aber ich werde dennoch meine Entscheidung treffen. Hier und jetzt. In dieser Folge.

Bevor wir zur Qual der Wahl kommen, muss ich eine Frage klären, die mir schon seit der ersten Folge unter den Nägeln brennt – und die auch einige Zuschauer gerne beantwortet haben wollten. Nein – nicht: „Wieviele C64er hast Du denn überhaupt im Besitz“ sondern die Frage – die laut Jürgen auch schon ein paar andere von ihm beantwortet haben wollten: Wie kommt man zu einem Nickname wie „Weasel“?

Wie wird man eigentlich zum Weasel?

Ich hatte ehrlich gesagt immer vermutet, das hat irgendwas mit
„Catweazle“ zu tun. Einige erinnern sich vielleicht noch – die Fernsehserie mit dem verrückten Zauberer. Jürgen winkt ab. „Hat überhaupt nichts damit zu tun. Catweazle habe ich zwar damals hin und wieder mal geguckt, fand ich aber gar nicht so toll.“

Die wahre Geschichte ist eigentlich typisch für die frühe Computerszene. Als Jürgen tiefer in die Welt der C64-Demos und des Crackens eintauchte, merkte er schnell: Jeder, der irgendetwas releasen wollte oder auch nur dabei sein, brauchte einen Handle. So hieß das damals. Nickname sagt man vermutlich heute.

So ungefähr sahen in den 80er Jahren viele Zimmertüren von Jugendlichen aus. Die Aufkleber variierten, aber die Türe war voll davon. Und so eine ähnlich Türe brachte Jürgen auf die „Weasel“-Idee

Jürgen saß also eines Abends in seinem Zimmer und grübelte. Welcher Handle passt zu mir? Und dann wanderte sein Blick zur Zimmertür. Die war, wie das bei jungen Leuten der 80er so war, vollgeklebt. Aufkleber von überall zu allen möglichen Themen. Irgendeine Werbung für eine Gangschaltung war wohl auch dabei. „…von einer Autowerkstatt oder so.“, erinnert sich Jürgen. Und da stand in gebogener Schrift: „Flinker als ein Wiesel.“

„Wiesel klingt gut.“, hat er sich gedacht. „Ja, warum eigentlich nicht?“

Spontan. Pragmatisch. Typisch. Der Handle war geboren – zunächst noch deutsch. Aber als er in der Szene aktiver wurde, war das Urteil klar: Deutsch geht gar nicht. Also kurz nachgeschaut, wie Wiesel auf Englisch heißt. „Damit kann ich auch leben“, dachte Jürgen. Und seitdem ist er Weasel.

Ich muss zugeben: Diese Geschichte hat mich irgendwie direkt in den Zeitreisemodus versetzt. Weil sie so typisch für diese Zeit ist. Man saß da, sinnierte in seinem Zimmer vor sich hin. Man wollte irgendwas machen, man hat sich irgendetwas ausgedacht – und dann blieb es einem ein Leben lang. Hannes, Michael und ich – die alte 3Sat „Neues… der Anwenderkurs“-Gang – machen ja auch immer noch in Computern. Und wir erklären immer noch, wie so manches funktioniert. Und darum springen wir auch jetzt am besten direkt in die C64 Praxis, bevor ich noch länger in dieser Vergangenheit herumkrame… Denn darum, komplexe Sachen leicht erklären. geht es jetzt auch. Zum Beispiel das Thema FPGA und warum das wirklich ein wichtiger Punkt für den C64 Ultimate ist,

FPGA: Kein Emulator. Wirklich nicht.

In der letzten Folge hatte Jürgen das Thema FPGA ja schon angerissen. Ich wollte es diesmal wirklich verstehen. Also habe ich „gebohrt“.

FPGA steht für Field Programmable Gate Array – aber das hilft mir jetzt auch nicht wirklich weiter. Jürgen erklärt es so: Stell dir einen leeren Chip vor. Eine leere Matrix aus Transistoren, die man frei belegen kann. Du entwickelst eine Schaltung am Computer – und die flasht du dann in diesen Chip rein. Der Chip verhält sich danach exakt so wie das, was du „designed“ hast.

Das Entscheidende: FPGA ist echte Hardware. Kein Programm (Software-Emulator), das auf einem anderen Rechner läuft und den C64 nachahmt. Der Chip ist sozusagen der C64 – nachgebaut auf moderner Technik.

„Der Unterschied zu einem Emulator“, versuche ich es zusammenzufassen, „ist also wie der Unterschied zwischen Elvis und einem Elvis-Imitator?“

Jürgen nickt. „Exakt. Und beim FPGA ist ein echter Elvis sozusagen wirklich im Raum.“

Ich hatte in der letzten Folge geschrieben, dass mir das Thema Emulator vs. Original bzw. FPGA noch nicht ganz klar war. Jetzt ist es klar: Ein guter Emulator wie VICE ist für schnelles Ausprobieren absolut ausreichend. Wirklich. Aber der FPGA im Ultimate ist eben das „Original“ – nur in neuer Technik. Und das merkt man, wenn es darauf ankommt. Zum Beispiel bei manchen Demos aus der Szene, die auf bestimmten Bugs im alten VIC-Chip basieren. Der Ultimate bildet auch die nach. Der Elvis-Imitator kann das eher nicht.

Und übrigens: Rein theoretisch könnte man in diesen Chip auch andere Systeme flashen. Einen Atari 800 zum Beispiel. Ich habe Jürgen das auch sicherheitshalber gefragt, ob das ginge.

„Vom FPGA her bzw. der Technik? Bestimmt möglich.“

Ich habe überlegt, was passiert, wenn ich das bei der nächsten Digisaurier-on-Tour mache. Einen 64er mit Atari Inside… C64-Fans im Publikum würde das vermutlich bedeuten: Tomaten werfen auf die Bühne? Vielleicht auch Disketten? Wir lassen das Thema besser ruhen. War nur so ein Gedanke…

Die Demoszene schläft nicht – sie bootet neu

Andre Kudra, ein gemeinsamer Freund von uns der selbst tief in der Demoszene verwurzelt ist und sich auch für die Anerkennung der Demoszene als digitales Weltkulturerbe einsetzt, hatte sich auf unsere vorherigen Sendungen zum Ultimate gemeldet. Er schrieb uns in den Kommentaren sinngemäß: Es ist unglaublich, was damals rauskam aus dieser Hardware – aber auch was heute noch kommt ist irre…

Wer will: Hier könnt ihr nachlesen und nachsehen, wie Andre, Jürgen und ich von der großen Szene-Party in Holland berichten.

Ich frage Jürgen – weil wir gerade beim Thema sind: Arbeiten die Demoszene-Leute eigentlich auf dem Ultimate oder nur auf alten Original-Geräten?

Die Antwort überrascht mich: Beides. Aber das ungeschriebene Gesetz der Szene lautet, dass Demos auf echter Original-Hardware laufen müssen. Der Ultimate zählt dabei als echte Hardware – weil er eben kein Emulator ist. Was dort läuft, läuft auch auf dem 40 Jahre alten Brotkasten im Regal. Oder sollte es zumindest.

Ein Bild der großen C64 Party in den Niederlanden: Wie man sieht ein Ultimate und ein Original Brotkasten einträchtig nebeneinander.

Hinter Jürgen im Studio läuft übrigens eine Playlist mit Crack-Intros aus den 80ern. Wer das noch kennt: Diese kleinen animierten Sequenzen, die vor dem eigentlichen Spiel liefen und die Gruppe vorstellten, die das Spiel geknackt hatte. Zwischen 1985 und 1990 waren das kleine Kunstwerke. Heute sind sie digitale Archäologie.

Wer sich für die Demoszene interessiert: Hier gibt es einen eigenen Kanal und das ist – aus deren Sicht – Best of Demoscene 2025

Und dann erwähnt Jürgen fast beiläufig etwas, das mich aufhorchen lässt: „Monkey Island wird gerade für den C64 portiert.“

Moment. Was?

„Das ursprüngliche PC und spätere Amiga-Spiel kommt auf dem 64er. Von Leuten aus der Demoszene umgesetzt. Der Haupt-Grafiker heißt Sarge. Dahinter steckt Joachim Ljunggren – ein ziemlich bekannter Name in der Szene. Er hat auf seiner Webseite schon Screenshots und erste Spielszenen.“ Jürgen ist offensichtlich begeistert. „Es sieht unglaublich aus. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das komm. Und es wird offenbar nicht mehr sehr lange dauern bis es da ist.“

Ein Originalbild – wir sind alle sehr gespannt…

Ich sitze da und verarbeite das kurz. Das Spiel, das 1990 auf anderen Rechnerplattformen durchaus Maßstäbe gesetzt hat, auch auf dem Amiga lief wird nun also auf den kleinen Bruder 64er portiert – von Freiwilligen, aus Liebe zur Sache, im Jahr 2026.

Das ist kein Nostalgie-Projekt. Das ist eine lebendige Szene.

Das Geheimnis der SID-Chips – oder: Man kann nie genug haben

Jetzt kommen wir zu meinem persönlichen Lieblings-Moment dieser Folge. Jürgen erklärt mir die Welt der SID-Chips. Ich ahnte, dass das komplex wird. Ich hatte keine Ahnung, wie komplex.

Der SID-Chip ist der Soundchip des C64. Was einige nicht wissen: Es gab davon zwei Versionen. Den alten 6581, der im Brotkasten steckte. Und den neueren 8580, der im „C64-II“ verbaut wurde. Beide klingen vom Sound her ähnlich, aber nicht gleich. Manche Komponisten bevorzugten den alten, andere den neuen – und wer sein Musikstück auf dem falschen Chip abspielte, der bekam manchmal eine etwas schwammigere Version zu hören.

SID aka MOS6581, der Soundchip im C64 (Foto: via Wikimedia)
SID aka MOS6581, der Soundchip im C64 (Foto: via Wikimedia)

Der Ultimate hat beide – als FPGA-Nachbildung. Das reicht für die meisten Fälle sehr gut. Aber wer es ganz genau nehmen will, kann tatsächlich sogar echte SID-Chips in zwei Sockel vom Ultimate stecken. Echte Chips, hardware-mäßig. Das ist schon eine eigene Welt, diese Fanszene beim 64er. Aber dann kommt die Zahl, die mich wirklich umgehauen hat:

„Das Ultimate bietet übrigens bis zu acht virtuelle SIDs gleichzeitig.“, sagt Jürgen. 8? Also ausgeschrieben: Acht!?

„Wofür?“, frage ich. „Naja – für Stücke, die so viele Chips nutzen. Gibt es, auch wenn es selten ist. Meistens als Proof of Concept – um zu zeigen, was geht.“, erläutert mir Jürgen. Ich stelle mir einen C64-Chor vor. Acht Stimmen. Jürgen lacht, als ich das sage. Aber er widerspricht nicht.

Was ich noch lerne: Jürgen wird seine Original-SID-Chips niemals hergeben. Niemals. „Original ist unschlagbar. Das ist einfach so.“

Pause! – Das Feature, das 1987 niemand hatte, aber alle brauchten

Es gibt Momente in diesem Gespräch, wo mir klar wird, wie selbstverständlich wir heute Dinge nehmen, die damals schlicht unmöglich waren. Zum Beispiel: eine Pause-Taste.

Der C64 hatte keine Pause-Taste. Wenn deine Mutter rief und du mitten in einem Spiel warst, gab es exakt zwei Optionen: Du hast den Rechner laufen lassen – manchmal tagelang – oder du hast neu angefangen. Jürgen erinnert sich: „Ich habe halt gesagt, ich brauche noch fünf Minuten.“ Er macht eine kurze Pause. „Und dann wurden daraus halt fünfzehn.“ Kennt das jemand?

Jürgen kennt das heute übrigens auch von der anderen Seite. Seine Tochter sagt ihm gegenüber jetzt genauso „Ich komme gleich“ – und eine halbe Stunde später sitzt sie noch am Gerät. „Jetzt weiß ich, wie sich meine Eltern gefühlt haben.“, grinst er.

Mal eine kleine Kaffeepause beim spielen? Oder schnell was wichtiges erledigen und danach weitermachen – früher unmöglich beim 64er. Jetzt gibt es einen Kniff beim Ultimate.

Der Ultimate hat eine elegante Lösung für das Pause-Problem: Das Menü des Ultimate liegt als separate Firmware-Ebene über dem FPGA-Teil. Sobald du es aufrufst, friert der C64-Teil komplett ein. Spiel pausiert. Du erledigst, was du erledigen musst. Und wenn du zurückkommst, geht es genau dort weiter, wo du warst. Kein Speichern nötig. Kein neu Anfangen. Einfach: Pause.

1987 wäre das Zauberei gewesen. Heute ist es ein Menüpunkt. So ein moderner 64er hat schon seine nette Zugaben, finde ich…

USB und Netzwerk: Praxistipps für Nicht-Bastler

Jetzt wird es hier mal eher praktisch – und das mit gutem Grund. Denn wenn ich mir ein Gerät kaufe, will ich wissen, wie ich meine Spiele da draufkriege. Ohne Frickelei. Ohne Stackoverflow.

Der USB-Stick ist die einfachste Lösung, hält Jürgen fest. Auch wenn mn am Anfang gar nix zusätzliches braucht. Denn der Ultimate kommt zwar schon mit einem vorbereiteten Stick, der aussieht wie eine alte C64-Kassette und liebevoll „The Very Second“ heißt – eine Anspielung auf die legendäre „The Very First“-Kassette der 80er. Darauf: eine kuratierte Sammlung von Spielen, Demos und Musik. Lizenziert, sauber, sofort spielbar. Für den Einstieg mehr als genug.

Oben sieht man die typische Audio-Kassetten Verpackung – öffnet man sie kommt scheinbar auch eine Audio-Kassette heraus. Aber in Wahrheit ist es ein USB Stick voll mit Software.

Wer mehr will, schiebt einfach am PC Dateien auf einen normalen USB-Stick und steckt den in den Ultimate. Das Gerät kommt mit den üblichen Formaten zurecht – FAT32 empfiehlt Jürgen am ehesten, weil es nach seiner Erfahrung am stabilsten gelesen wird.

„Aber man kann ja auch via Netzwerk auf entsprechende Seiten zugreifen, oder?“, frage ich. Denn das hatte ich als eines der Features gelesen. Der 64er kann ins Internet – dass es zu der Zeit als der Rechner erschien, noch gar nicht gab. „Schon…“, erklärt mir Jürgen. „Aber zur Netzwerkgeschwindigkeit muss ich kurz ehrlich sein: Der Ultimate kann per LAN oder WLAN ins Netzwerk. Er kann sogar auf den Commodore eigenen Online-Dienst „CommoServe“ zugreifen, wo es Spiele, Demos und Tools zum Herunterladen gibt. Das ist wirklich schön gedacht. Aber überzeugend ist das bei größeren Dateien dann in der Praxis eher nicht…“

Die Übertragungsgeschwindigkeit über das Netzwerk ist nicht mit modernen Computern zu vergleichen. Rund 350 Kilobyte pro Sekunde, sagt Jürgen. Für ein einzelnes Disketten-Image, das gerade mal 174 Kilobyte groß ist, kein Problem. Für größere Dateimengen würde ich allerdings den gleichen Weg gehen wie Jürgen: Sammlung am PC vorbereiten, auf USB-Stick kopieren, Stick in den Ultimate stecken. Einmal gemacht, und dann ist alles da. Das Netzwerk ist dann eher für gelegentliche Einzeldownloads sinnvoll. Oder für Dinge die kommen, von denen wir aber noch nix wissen. Unser guter alter 64er ist ja nun mal immer für eine Überraschung gut.

In Sachen WLan muss man an ein paar Dinge denken, beim C64 Ultimate

Einen kleinen Haken gibt es noch: Save States – also das Einfrieren und Wiederaufnehmen eines Spielstands an einem beliebigen Punkt – sind im Ultimate derzeit nicht möglich. Jürgen hat danach gefragt. Die Antwort war diplomatisch: „Verdammt schwierig.“ Möglicherweise nie. Also wer sein halbes Leben in Zak McKracken investiert hat und irgendwo im dritten Akt festhängt – ihr seid auf euch allein gestellt. Wie damals. Retro-Feeling halt…

Der Kundensupport und die Tasse mit der Macke

Kurzer Ausflug in ein Thema, das eigentlich nebensächlich ist, aber viel über das Unternehmen hinter dem Ultimate aussagt – zumindest derzeit.

Jürgen hatte sich aus dem Commodore-Shop eine Tasse bestellt. Die kam an – und hatte eine Macke. Abgesplittert, irgendwo am Rand. Er machte ein Foto, schickte eine Mail. Was kam zurück? Keine Diskussion. Keine langen Formulare. Einfach: „Schade. Wir schicken sofort eine neue.“ Die alten musste er nicht einmal zurückschicken. Drei Wochen später war eine neue Tasse da. Fehlerfrei.

„Das ist kein Konzern. Das ist eine Handvoll Leute, die ihr Herzblut in etwas stecken, das sie selbst lieben. Und das merkt man.“, fasst Jürgen seine Erfahrungen zusammen. Und – um das auch gleich zu sagen – auch wir haben gehört, dass andere Menschen auch negative Erfahrungen mit dem Support gemacht haben. Aber nach allem was wir mitbekommen, scheint es insgesamt positiv, schnell und unbürokratisch abzulaufen, wenn man mit dem „neuen“ Commodore zu tun hat. Was man von dem alten Commodore zu den 64er Zeiten nicht immer sagen konnte. Da waren wir oft genug auf Leute angewiesen, die uns an den Strukturen vorbei halfen. Wie zum Beispiel Dr. Peter Kittel bei Commodore in Deutschland. Mehr zu ihm, könnt ihr übrigens hier lesen – aber Achtung: in dem Fall mit Amiga Schwerpunkt!

Was ich daraus mitnehme: Wer beim Ultimate einen Problem hat – einfach bei denen melden. Über das Kontaktformular auf der Webseite. Es dauert manchmal ein paar Tage. Aber es passiert was. Und die meisten Erfahrungen von denen wir hören sind positiv. Hoffen wir, dass das so bleibt.

Belebt der Ultimate die C64-Szene neu?

Das ist die Frage, die ich mir eigentlich seit dem Beginn dieser Serie als Video und als Artikel hier immer wieder stelle. Und Jürgen hat darauf eine klare Antwort: Ja.

„Die Foren platzen aus allen Nähten“, sagt er. „Leute, die neu dazukommen. Die anfangen, Grafiken zu erstellen auf dem 64er, Musik zu machen, erste Schritte in der Programmierung. Oder die aus dem Keller alte Geräte hervorholen und wieder anfangen.“ Also nicht nur Ultimate Käufer, sondern der Funke scheint auch überzuspringen, auf die, die schon seit Jahren eigentlich nur in den Keller oder auf den Dachboden hätten gehen müssen.

Und so erklärt sich ja auch ein Projekt wie „Monkey Island“ für den 64er.

Je mehr Leute anfangen, desto mehr entsteht. Das ist die Logik kreativer Gemeinschaften. Und der Ultimate ist der Katalysator.

Wie lebendig und vielfältig die 64er Szene ist, konnte man beim X-Festival in den Niederlanden erleben, von dem wir hier ebenfalls auf dem Blog und als Video berichtet haben.

Und jetzt: Welchen kaufe ich?

Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie klar meine eigenen Gedanken am Ende dieses dritten Gesprächs über den Ultimate waren. Obwohl mir Jürgen ja gleich am Anfang dieser Folge im Studio das Leben nicht gerade leicht gemacht hatte, als er mir alle drei Geräte vorsetzte. Aber dass ich den goldenen in echt bei Jürgen gesehen hatte, war tatsächlich eine Hilfe. Um sich gegen ihn zu entscheiden. Lasst mich das kurz erklären.

Der klassische Brotkasten-Look – also die Basic Edition – kommt für mich nicht infrage. Wenn ich das Retro-Feeling in Reinform will, nehme ich einen echten alten C64. Den stelle ich hin. Den bewundere ich. Spielen würde ich damit sowieso kaum – zu aufwendig, wenn Gäste kommen oder wir on Tour sind und dort den Besuchern ein wenig Retro-Feeling geben wollen.

Bleibt also Starlight oder Founders.

Die Founders Edition in Gold hat ihren Reiz – nicht zuletzt, weil ich damit Commodore direkt auch etwas mehr unterstütze. Aber ehrlich gesagt hat mich das Gold nie wirklich gepackt. Jürgen sagt dazu trocken: „Den werde ich bei mir ins Regal stellen. Nicht auf den Tisch.“ Ich sehe das ähnlich.

Der Starlight hingegen – das milchig-transparente Gehäuse mit den LEDs, das abends wie eine moderne Version der Lavalampe aus den 80er Jahren in wechselnden Farben leuchten kann – der hat etwas. Das ist der Typ Gerät, den ein Gast sieht und fragt: „Was ist das denn?“ Und genau das will ich. Denn dann kann man anfangen zu erzählen und sich auszutauschen rund um diese Zeiten und wenn man Lust hat schnell mal ein paar alte Spiele spielen oder auch nochmal mit sowas wie GEOs „produktiv“ sein.

Ich tendiere also zur Starlight Edition.Diese Version triggert mich am ehesten. Gold – brauche ich nicht. Naja – mit einem Vorbehalt: Wenn Commodore eines Tages einen Amiga in ähnlicher Form bringt – dann nehme garantiert den Goldenen. Denn ich bin halt auch ein Amiga-Kind. Da kann ich nichts dran tun.

Wann ich bestelle? Ganz schnell, sobald ich dazu komme. Und sobald die Starlight-Edition wieder lieferbar ist und das Gerät bei mir eintrifft, werden wir sicherlich auch ein wenig über meine Erfahrungen damit berichten. Vermutlich in einer Livesendung zum Ultimate auf unserem Youtube Kanal, wo wir auch noch auf Zuschauerfragen eingehen können.

Die letzte Frage – und Jürgens goldenes Herz

Ich konnte nicht anders. Am Ende unseres Gesprächs musste ich Jürgen eine letzte Frage stellen, die nach meinen vorherigen Überlegungen einfach raus musste:

„Angenommen, Commodore bringt einen neuen Amiga. Aber du müsstest um den zu kriegen dafür deinen Ultimate abgeben. Was würdest du tun?“

Jürgen schaut mich an. Lange. Dann hört man ein leises Glucksen.

„Entschuldigung. Das Herz.“ Ich denke kurz nach, dann sage ich: „64er-Takt, oder?“ Jürgen nickt.

„Verstanden. Es kann nur der 64er sein.“, denke ich mir.

Jürgen – der Mann mit dem goldenen 64er Herzen…

Jürgen – der Mann mit dem goldenen 64er-Herzen. Ich danke ihm für drei großartige Folgen, für seine Expertise, für seine Geduld mit einem Laien wie mir – und ich bin mir sicher: Das nächste Kapitel dieser Geschichte beginnt, wenn mein Ultimate lieferbar ist. Dann eben als Live auf Youtube.

Diese Live-Q&A mit Jürgen folgt, darauf könnt Ihr euch verlassen – eine Youtube Sendung bei der ihr direkt Fragen stellen könnt. Alle Kritikpunkte, alle Details, alles, was in drei Folgen nicht Platz hatte. Ankündigung kommt – vermutlich passiert es jetzt im Juni 2026.

Und für alle die schon mal jetzt was sehen wollen: Hier ist die Sendung, auf der dieser Artikel passiert auf unserem Youtube-Kanal, den ihr gerne abonnieren dürft:

Und bis dahin: Kennt ihr die ersten beiden Teile schon? Links findet ihr unten. Und falls ihr selbst einen Ultimate habt – oder gerade überlegt: Schreibt’s in die Kommentare. Welchen habt ihr? Basic, Starlight oder Founders? Ich bin gespannt auf eure Geschichten.

Wer die ersten beiden Teile dieser Serie noch nicht kennt, findet sie hier: Teil 1: Der Commodore 64 Ultimate: Die irre Story dahinter Teil 2: C64 Ultimate: Freak-Kiste oder beste 64er Zeitreise aller Zeiten?

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