Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich da einließ. Und ich hatte keine Ahnung, dass die Entscheidung nach Berlin zu fahren dafür sorgen würde, dass ein Tag kam, der wiederum dafür sorgen sollte, dass einen die Nachwelt wohl nicht so schnell vergisst. Und vor allem hatte ich nicht die geringste Ahnung, dass es ausgerechnet dieser Moment sein sollte. An einem Donnerstag-Abend 2017 wurde mir mal wieder klar: ein Stück Computergeschichte hatten wir beim ZDF-Morgenmagazin geschrieben. Und zwar ein lustiges Stück. Wie sonst kommt man in die Sendung „Die lustigsten Spaßvögel aus 50 Jahren TV-Geschichte“? 21 Jahre später ist es also mal an der Zeit zu erzählen: Wie wurde ich eigentlich ZDF-Morgenmagazin Computer-Experte? Die Geschichte beginnt in Mainz. Im Büro des damaligen Leiters der Programm-Planung Markus Schächter. Wie man ZDF-Morgenmagazin Computer-Experte wird – und unvergesslich weiterlesen
Archiv der Kategorie: Ge-schichte
Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.
Computerhelden (9): John C. Dvorak – der Godfather des PC-Journalismus
John C. Wer? Nie gehört? Wer ist denn das? Okay, ich gestehe, diesen genialen Fachjournalisten kennen außerhalb der USA nur Kollegen innerhalb der schreibenden Zunft. Ich persönlich habe ihn über Jahre verehrt, den Mr. Dvorak, der so herrliche Kolumnen im PC Magazine und in der Infoworld verzapft hat. Und als ich während der Comdex 1987 in Las Vegas zum ersten Mal drei Stühle neben ihm während eines Presse-Events saß, war ich ganz schön aufgeregt. Dabei ist der gute John vom gleichen Jahrgang wie ich und hat in etwa zur selben Zeit (ab ca. 1983) begonnen, über diese neuen persönlichen Computer zu schreiben. Ähnlich wie ich kommt John vom anderen Journalismus her: er war zuvor Weinschreiber, ich wirkte im Feuilleton. Und selbst die Motivation, sich schreibend mit den kleinen Kisten auseinanderzusetzen, ähnelt sich. Es ging John C. Dvorak bis weit in die Neunzigerjahre immer darum, endlich das optimale System als WERKZEUG für die Arbeit auf dem Schreibtisch zu haben. Außerdem hat er es – wie ich – so gar nicht mit dem Spielen auf dem PC… Computerhelden (9): John C. Dvorak – der Godfather des PC-Journalismus weiterlesen
#NeuDig: „Microsoft hatte immer dieselbe Strategie um zu gewinnen“ Ex-MS-Chef Rudi Gallist
Was hat Microsoft in der Zeit von Windows 95 oder beim großen Kampf mit Novell um den Markt der Computernetzwerke eigentlich so erfolgreich gemacht? Wie schaffte es das Software-Unternehmen aus Redmond Marktführer im Bereich Tabellenkalkulation gegen Lotus zu werden? Wie gelang es WordPerfect mit dem Microsoft Produkt Word abzuhängen? Rudi Gallist, damals Top-Manager bei Microsoft und dann auch Deutschland Chef, weiß es aus allernächster Nähe. Er gehörte zum engsten Kreis um Bill Gates in diesem Momenten. Er hat mit entschieden und erzählt wie es hinter den Kulissen wirklich war. Ein spannender Zeitzeuge der mitten drin statt nur dabei war. Wir haben ihn im Rahmen der #NeuDig Reise durch die Digitalisierungs-Geschichte Deutschlands mit der Kamera getroffen. #NeuDig: „Microsoft hatte immer dieselbe Strategie um zu gewinnen“ Ex-MS-Chef Rudi Gallist weiterlesen
#NeuDig: Digitalisierung ist steinalt!
Eine Frau die uns viele Erkenntnisse auf der #NeuDig Reise brachte war Anja Teuner. Kein Wunder: Schließlich ist sie Kuratorin der Computerabteilung im Deutschen Museum in München. Also muss sie da einiges wissen. Wir haben einige Ihrer Statements in dieser Playliste zusammengestellt. Und gleich das erste Stück räumt mit einem Missverständnis auf. Digitalisierung ist nichts neues und hat noch nicht mal mit Strom zu tun… Und ihr erfahrt was über die Rechenleistung des ehemaligen Cray Computer – einem Supercomputer der 90iger – im Vergleich zu heutiger Technik. #NeuDig: Digitalisierung ist steinalt! weiterlesen
Computerhelden (8): Jugi Tandon, der Erfinder der doppelseitigen Floppy
So mancher Digisaurier-Fan könnte schon an der Überschrift dieses Artikels scheitern – wer weiß denn noch, was eine „Floppy“ ist? Und was an der Doppelseitigkeit so besonders war… Jedenfalls hat Dr. Sirjang Lal Tandon, den sie alle „Jugi“ nennen, einen nicht unerheblichen Anteil am gigantischen Erfolg des IBM PC und seiner Klone in den Achtzigerjahren. Wie so viele der frühen Computerhelden hatte er zum richtigen Zeitpunkt das richtige Näschen. Als gelernter Elektromechaniker wirkte er bei IBM in der Entwicklungsabteilung für magnetische Massenspeicher, also Disketten- und Festplattenlaufwerke. Und so um 1974 herum hatte er die Idee, man könne die Speicherkapazität der weichen Scheiben (daher der Begriff „Floppy“) verdoppeln, indem man eben beide Seiten nutzt. Gedacht, getan: In seiner Garage in Chatsworth, einem LA-Stadtteil ganz im Norden, bastelte er ein Diskettenlaufwerk mit zwei Schreib-Lese-Köpfen – eins oben, eins unten. Und das war eine Revolution. Computerhelden (8): Jugi Tandon, der Erfinder der doppelseitigen Floppy weiterlesen
Computerhelden (7): Mitch Kapor – Softwarevisionär, Open-Source-Guru und Philantroph
Während Bill Gates und vor allem Steve Jobs zu Helden der Popkultur wurden, stand der Lotus-Gründer Mitch Kapor nie besonders im Licht der Öffentlichkeit. Dafür wird er bis auf den heutigen Tag von Programmierer und Softwarenentwicklern als entscheidender Förderer der Open-Source-Kultur bewundert. Das gilt auch für Datenschützer jeglicher Couleur, weil Kapor eben auch Gründer der EEF war, der Organisation zum Schutze der privaten Rechte, besonders in den Bereichen Privatsphäre, Meinungsfreiheit, freiem Zugang zu Information und der Verantwortung der Medien – dazu später mehr. Wer schon in den frühen Achtzigern am Computer zu arbeiten gedachte, wird Kapor aber vor allem als Erfinder von Lotus 1-2-3 kennen, der Tabellenkalkulation, die vor MS Excel den Markt beherrschte. Dass auch die Idee des persönlichen Organizers auf dem PC von ihm stammt, wissen dagegen nur wenige… Computerhelden (7): Mitch Kapor – Softwarevisionär, Open-Source-Guru und Philantroph weiterlesen
Computerhelden (6) – Peter Norton, das Gesicht der Utilities
Wenn es ein Gesicht gibt, dass für eine ganze Ära der Computerei rund um den PC gibt, dann ist es das von Peter Norton. Leider bin ich ihm nie persönlich begegnet. Nur einmal während der Comedex 1987 huschte er an mir vorbei – zu schnell, um ihn aufzuhalten und um ein Interview zu bitten. Dabei war damals beinahe der interessanteste aller Promis der Szene- Interessanter als Bill Gates und Steve Jobs allemal, denn im Vergleich zu Peter Norton waren die so langweilig wie die Mehrzahl der Nerds, die zu Business-Männern geworden waren. Norton war dagegen weltoffen, gebildet, beinahe intellektuell, den Künsten zugetan und mit einer Afroamerikanerin verheiratet. Ich hätte ihn so gern so viel gefragt. Aber so ubiquitär sein Porträt damals und bis heute war und ist, so selten trat Peter Norton öffentlich auf. Computerhelden (6) – Peter Norton, das Gesicht der Utilities weiterlesen
Computerhelden (5): Gary Kildall, das missverstandene Genie
Nachdem Gary Kildall seine Firma Digital Research für kolportierte 120 Millionen Dollar an Novell verkauft hatte, pflegte er ein Leben im Luxus seiner Hobbys und Leidenschaften. Leider gehörte dazu auch die Vorliebe für den Alkohol. Und die brachte ihn letztlich im Alter von nur 52 Jahren um. In welchem Zustand er am Abend des 11. Juli 1994 in der Franklin Street Bar & Grill in Monterey auftauchte, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass er mit dem Motorrad vorgefahren war und Lederklamotten mit Harley-Davidson-Schriftzug trug. Ob er nun vom Stuhl gefallen, eine Treppe hinabgestürzt ist oder von Biker- oder Harley-Hassern verprügelt wurde, weiß niemand. Jedenfalls landete er im Krankenhaus und verstarb drei Tage später an den Folgen einer Hirnblutung. Da hatte er sich – nicht ganz freiwillig – aus der Computerindustrie zurückgezogen, tief enttäuscht darüber, dass sein Wirken so wenig anerkannt wurde. Computerhelden (5): Gary Kildall, das missverstandene Genie weiterlesen