Archiv der Kategorie: Ge-schichte

Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.

#NeuDig: Digitalisierung ist steinalt!

Eine Frau die uns viele Erkenntnisse auf der #NeuDig Reise brachte war Anja Teuner.  Kein Wunder: Schließlich ist sie Kuratorin der Computerabteilung im Deutschen Museum in München. Also muss sie da einiges wissen. Wir haben einige Ihrer Statements in dieser Playliste zusammengestellt. Und gleich das erste Stück räumt mit einem Missverständnis auf. Digitalisierung ist nichts neues und hat noch nicht mal mit Strom zu tun… Und ihr erfahrt was über die Rechenleistung des ehemaligen Cray Computer – einem Supercomputer der 90iger – im Vergleich zu heutiger Technik. #NeuDig: Digitalisierung ist steinalt! weiterlesen

Computerhelden (8): Jugi Tandon, der Erfinder der doppelseitigen Floppy

So mancher Digisaurier-Fan könnte schon an der Überschrift dieses Artikels scheitern – wer weiß denn noch, was eine „Floppy“ ist? Und was an der Doppelseitigkeit so besonders war… Jedenfalls hat Dr. Sirjang Lal Tandon, den sie alle „Jugi“ nennen, einen nicht unerheblichen Anteil am gigantischen Erfolg des IBM PC und seiner Klone in den Achtzigerjahren. Wie so viele der frühen Computerhelden hatte er zum richtigen Zeitpunkt das richtige Näschen. Als gelernter Elektromechaniker wirkte er bei IBM in der Entwicklungsabteilung für magnetische Massenspeicher, also Disketten- und Festplattenlaufwerke. Und so um 1974 herum hatte er die Idee, man könne die Speicherkapazität der weichen Scheiben (daher der Begriff „Floppy“) verdoppeln, indem man eben beide Seiten nutzt. Gedacht, getan: In seiner Garage in Chatsworth, einem LA-Stadtteil ganz im Norden, bastelte er ein Diskettenlaufwerk mit zwei Schreib-Lese-Köpfen – eins oben, eins unten. Und das war eine Revolution. Computerhelden (8): Jugi Tandon, der Erfinder der doppelseitigen Floppy weiterlesen

Computerhelden (7): Mitch Kapor – Softwarevisionär, Open-Source-Guru und Philantroph

Während Bill Gates und vor allem Steve Jobs zu Helden der Popkultur wurden, stand der Lotus-Gründer Mitch Kapor nie besonders im Licht der Öffentlichkeit. Dafür wird er bis auf den heutigen Tag von Programmierer und Softwarenentwicklern als entscheidender Förderer der Open-Source-Kultur bewundert. Das gilt auch für Datenschützer jeglicher Couleur, weil Kapor eben auch Gründer der EEF war, der Organisation zum Schutze der privaten Rechte, besonders in den Bereichen Privatsphäre, Meinungsfreiheit, freiem Zugang zu Information und der Verantwortung der Medien – dazu später mehr. Wer schon in den frühen Achtzigern am Computer zu arbeiten gedachte, wird Kapor aber vor allem als Erfinder von Lotus 1-2-3 kennen, der Tabellenkalkulation, die vor MS Excel den Markt beherrschte. Dass auch die Idee des persönlichen Organizers auf dem PC von ihm stammt, wissen dagegen nur wenige… Computerhelden (7): Mitch Kapor – Softwarevisionär, Open-Source-Guru und Philantroph weiterlesen

Computerhelden (6) – Peter Norton, das Gesicht der Utilities

Wenn es ein Gesicht gibt, dass für eine ganze Ära der Computerei rund um den PC gibt, dann ist es das von Peter Norton. Leider bin ich ihm nie persönlich begegnet. Nur einmal während der Comedex 1987 huschte er an mir vorbei – zu schnell, um ihn aufzuhalten und um ein Interview zu bitten. Dabei war damals beinahe der interessanteste aller Promis der Szene- Interessanter als Bill Gates und Steve Jobs allemal, denn im Vergleich zu Peter Norton waren die so langweilig wie die Mehrzahl der Nerds, die zu Business-Männern geworden waren. Norton war dagegen weltoffen, gebildet, beinahe intellektuell, den Künsten zugetan und mit einer Afroamerikanerin verheiratet. Ich hätte ihn so gern so viel gefragt. Aber so ubiquitär sein Porträt damals und bis heute war und ist, so selten trat Peter Norton öffentlich auf. Computerhelden (6) – Peter Norton, das Gesicht der Utilities weiterlesen

Computerhelden (5): Gary Kildall, das missverstandene Genie

Nachdem Gary Kildall seine Firma Digital Research für kolportierte 120 Millionen Dollar an Novell verkauft hatte, pflegte er ein Leben im Luxus seiner Hobbys und Leidenschaften. Leider gehörte dazu auch die Vorliebe für den Alkohol. Und die brachte ihn letztlich im Alter von nur 52 Jahren um. In welchem Zustand er am Abend des 11. Juli 1994 in der Franklin Street Bar & Grill in Monterey auftauchte, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass er mit dem Motorrad vorgefahren war und Lederklamotten mit Harley-Davidson-Schriftzug trug. Ob er nun vom Stuhl gefallen, eine Treppe hinabgestürzt ist oder von Biker- oder Harley-Hassern verprügelt wurde, weiß niemand. Jedenfalls landete er im Krankenhaus und verstarb drei Tage später an den Folgen einer Hirnblutung. Da hatte er sich – nicht ganz freiwillig – aus der Computerindustrie zurückgezogen, tief enttäuscht darüber, dass sein Wirken so wenig anerkannt wurde. Computerhelden (5): Gary Kildall, das missverstandene Genie weiterlesen

Computerhelden (4): Sir Clive Sinclair – Rule Britannia!

Es wird Zeit, die wichtige Rolle des Vereinigten Königreichs in der Geschichte der kleinen Computer zu würdigen. Denn gerade in Deutschland wird oft übersehen, wie weit Großbritannien der Bundesrepublik schon seit den späten Siebzigerjahren in Sachen IT voraus war. Eine Hauptrolle in dieser UK-Story gehört dabei unbedingt dem Mann, den viele Nicht-Briten für einen leicht verschrobenen Erfinder halten. Dass der Ingenieur Clive Sinclair 1983 von der Queen in den Adelsstand erhoben wurde, reflektiert auch die Tatsache, dass der kleine Mann eine ganze Industrie in seinem Heimatland vor sich hergetrieben hat. Während der legendäre Jack Tramiel mit Schreibmaschinen begann, waren es bei Clive Sinclair selbst entwickelte Taschenrechner, die im UK der Siebzigerjahre ziemlich populär waren. Außerdem eine Digitaluhr und elektrische Messinstrumente. Computerhelden (4): Sir Clive Sinclair – Rule Britannia! weiterlesen

Digisaurier Live-Talk Computerhelden – Shiraz Shivji und Marco Börries

Wir sprechen über zwei weitere Helden der Computergeschichte: Shiraz Shivji und Marco Börries. Wir, das sind diesmal die beiden Digisaurier Rainer Bartel und Christian Spanik. Hier ist unsere Aufzeichnung auf Youtube – und äh: Kanalabo nicht vergessen! Und gerne auch Kommentare, Likes und Shares ;-)

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Computerhelden (3): Marco Börries – vom Wunderkind zum Startup-König

Am Telefon klang der Kerl eigentlich nicht so jung. Oder anders ausgedrückt: Marco Börries war schon verdammt erwachsen, als wir zum ersten Mal miteinander telefonierten. Da war der Bursche aus Lüneburg noch keine achtzehn Jahre alt. Ob er uns sein Textprogramm StarWriter für MS-DOS einmal persönlich vorstellen dürfe, fragte er damals. Natürlich, antwortete ich, denn die Computerzeitschrift Data Welt, die zu leiten ich damals die Ehre und das Vergnügen hatte, war an guter Software für den IBM PC und seine Klone immer interessiert. Und natürlich kannten wir die Versionen der Textverarbeitung für den C64 und CPC-Rechner. Es muss also im Jahr 1986 gewesen sein, als ein ziemlich großes Auto vorfuhr, aus dessen Fond dieser Softwareentwickler stieg, der mit sechzehn seine erste Firma gegründet hatte. Und weil er natürlich noch keinen Führerschein hatte, wurde er meistens von seinem Vater chauffiert. Computerhelden (3): Marco Börries – vom Wunderkind zum Startup-König weiterlesen