Ja, gut, Otto und Lise Normalsurfer:in müssen nicht wissen, wie genau das funktioniert mit dem Datenverkehr im Internet. Aber uns Digisaurier, die wir gern an die Wurzeln gehen, sollte das schon interessieren. Vor allem, wenn man bedenkt, wie lange eine Handvoll kluger Köpfe an diesem Thema geforscht und entwickelt haben. Denn es ist keineswegs trivial, den Datenaustausch über Telefonleitungen zwischen völlig unterschiedlichen Systemen zu organisieren. Gebraucht werden Protokolle, also Regeln, die bestimmen, wie diese Daten aufgeteilt werden und eindeutig identifiziert werden können. Drei Personen waren an dieser Entwicklung federführend beteiligt: Robert E. Kahn, genannt Bob, Vinton G. Cerf, genannt Vint, und der 1998 viel zu früh verstorbene Jonathan B. Postel, genannt Jon. Internethelden (16/17/18): Cerf, Kahn und Postel – die Netzgroßväter mit den Detailerfindungen weiterlesen
Archiv der Kategorie: Ge-schichte
Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.
Bluetooth – eine Erfindung mit vielen Vätern
Das Spannendste an diesem weitverbreiteten Standard für die drahtlose Datenübertragung über kurze Entfernungen ist nicht der eigenartige Name. Wie es dazu kam, ist allerdings eine lustige Geschichte und ein Hinweis darauf, dass die Wurzeln dieser Technologie in Skandinavien zu verorten ist. Jim Kardach, ein Intel-Ingenieur, der zu den Gründern der Bluetooth Special Interest Group (SIG) zählt, berichtet, er habe sich mit dem Kollegen Sven Mattison einmal lange über die nordische Geschichte unterhalten, was ihn dazu gebracht, sich näher mit dem Thema zu befassen. Dabei sei er auf Abbildungen der Runensteine von Jelling gestoßen, die ein gewisser Harald I. Gormsson im 10. Jahrhundert errichtet hat. Ihn hätten vor allem die dort verwendeten Runen und der Beiname des Dänenkönigs fasziniert: Blauzahn. Bluetooth – eine Erfindung mit vielen Vätern weiterlesen
Fast vergessen (21): Apple Power Mac Cube – der vielleicht schönste Computer aller Zeiten
Als ich das Ding im Jahr 2000 zum ersten Mal bei einer befreundeten Agentur sah, erinnerte ich mich an den vielleicht besten Computer aller Zeiten, den NeXT, und wollte den Power Mac G4 Cube unbedingt haben. Allein, die real existierenden Bedingungen sprachen dagegen. Weil die Firma, in der ich damals tätig war, komplett auf Windows setzte, kam der Würfel als Dienstcomputer nicht in Frage. Und auch privat war ich nach diversen Enttäuschungen rund um Apple aus der Mac-Welt ausgestiegen. Und rund 10.000 Euro für eine komplette Cube-Anlage nur aus ästhetischen Gründen waren mir einfach zu viel. Fast vergessen (21): Apple Power Mac Cube – der vielleicht schönste Computer aller Zeiten weiterlesen
LED – Leuchtdiode, eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts
Kürzlich sah ich mir nach langer Zeit mal wieder den grandiosen Science-Fiction-Film „Alien“ von 1979 an, und zwar mit den Augen eines Digisauriers. Will sagen: Ich achtete auf die Darstellung von Computern und anderem Digitalkram. Da musste ich aber oft schmunzeln, wenn weiße Nullen und Einsen über einen blauen Bildschirm wabern oder an den Wänden der Schleusen Neonröhren beim Einschalten zucken. Neonröhren! Auf einem Raumschiff, das durch ferne Galaxien schippert! Und dazu diese ganzen Kathodenstrahlröhrenmonitore, giftgrüne Zeichen auf schwarzem Grund! Überall Kippschalter und Druckknöpfe! ALTMODISCH! Dagegen waren die Bügeleisengriffe auf dem „Raumschiff Orion“ ja beinahe futuristisch. LED – Leuchtdiode, eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts weiterlesen
Fast vergessen (22): Was wurde eigentlich aus VisiCalc – der Mutter aller Tabellenkalkulationen?
Da wird sich Dan Bricklin an seine Schulzeit erinnert haben und das Addieren von Zahlenkolonnen. Oder er hat an die Tabelle der NFL gedacht. Oder an einen Kalender. Oder an die Buchhaltung im alten Mesopotamien. Denn das Anordnen von Werten in Zeilen und Spalten ist so alt wie der Wunsch von Menschen, Dinge ordentlich darzustellen und möglicherweise zu berechnen. So gesehen ist die Tabellenkalkulation die älteste Anwendung überhaupt. Fast vergessen (22): Was wurde eigentlich aus VisiCalc – der Mutter aller Tabellenkalkulationen? weiterlesen
Computerhelden (22): John Warnock – PostScript-Erfinder und Adobe-Gründer
Vor wenigen Tagen starb John F. Warnock. Er wurde 82 Jahre alt. Zusammen mit seinem langjährigen Geschäftspartner Charles „Chuck“ Geschke, der bereits vor zwei Jahren mit 81 verstarb, gehörte Warnock einer Generation Computerhelden an, denen wir praktisch alle bis heute grundlegenden Technologien verdanken. Im Fall der beiden ist es vor allem die Seitenbeschreibungssprache PostScript, die Ende der Siebzigerjahre die Art und Weise wie wir drucken, revolutionierte. Dass er zudem führend an der Entwicklung von PDF beteiligt war, wird da beinahe zur Fußnote. Beide „Erfindungen“ hängen enger miteinander zusammen als man heute glauben mag. Computerhelden (22): John Warnock – PostScript-Erfinder und Adobe-Gründer weiterlesen
Fast vergessen (20): Was wurde eigentlich aus Borland und TurboPascal?
Während Fans US-amerikanischer Fernsehserien beim Namen Borland an den Assistenten des Heimwerker-Kings denken, fallen uns Digisauriern natürlich gleich Turbo Pascal, Quattro Pro und Delphi ein. Eigentlich war der gebürtige Franzose, ETH-Zürich-Absolvent und Mathematiklehrer Phillippe Kahn mit seiner Softwareschmiede ein Spätstarter, denn im Gründungsjahr 1983 war der Kuchen der verschiedenen Softwaresparten für persönliche Computer schon weitgehend verteilt. Wir reden von der Ära, in der noch Millionen Hobbyprogrammierer Anwendungen entwickelten und in den einschlägigen Foren heftig über Programmiersprachen debattiert wurde. BASIC galt plötzlich als bäh-bäh, weil das strukturierte Programmieren en vogue war. Fast vergessen (20): Was wurde eigentlich aus Borland und TurboPascal? weiterlesen
Fast vergessen (19): Gibt es eigentlich noch Drucker und Displays von NEC?
Glücklich war, wer sich Ende der Achtzigerjahre einen Monitor vom Typ NEC Multisync an seinen PC klemmen konnte. Denn einen besseren Bildschirm, wenn auch für teuer Geld, gab es wohl kaum auf den Markt. Und wer damals kein Fan der Epson-Drucker war, wollte unbedingt einen NEC Pinwriter haben – mit 24 Nadeln! Heute ist die Nippon Electric Corporation (kurz: NEC) aus dem Bewusstsein der Digitalkonsument:innen fast ganz verschwunden. Fast vergessen (19): Gibt es eigentlich noch Drucker und Displays von NEC? weiterlesen