Alle Beiträge von Rainer Bartel

Internethelden (9): Shawn Fanning, der Mann, der uns das Musikklauen beibrachte

So wie das Bosman-Urteil von 1995 im europäischen Fußball alles änderte, so sorgte auch war auch der Start der P2P-Plattform Napster im Jahr 1999 der Beginn einer radikalen Veränderung des globalen Musik-Business. Natürlich war das Peer-to-Peer-Prinzip im Internet schon eine Weile bekannt, und dass Songs per MP3 web-gerecht komprimiert werden konnte, war auch schon ein mittelalter Hut. Während die musikbegeisterten User bis dahin die geklauten Lieder aber (fast) nur und umständlich per Usenet tauschen konnten, machte es Napster auch Otto Normalsurfer möglich, die persönliche MP3-Sammlung kostenlos und rasch zu vergrößern. Was genau den Napster-Vater Shawn Fanning bewogen hat, diesen Dienst anzubieten, ist nie ganz klar geworden. Internethelden (9): Shawn Fanning, der Mann, der uns das Musikklauen beibrachte weiterlesen

Sprachassistenten: OK, Google, du hast gewonnen…

Wir Digisaurier wissen: In der Geschichte der Computerei hat sich fast nie das technisch Bessere durchgesetzt, sondern das, was zum Standard wurde. Das gilt für Prozessoren genauso wie für Betriebssysteme, aber auch für schnöde Dinge wie Stecker und Kabel. Spannend wird’s immer dann, wenn ein Thema zum Hype wird und sich gleich mehrere große Unternehmen in Konkurrent zueinander begeben. Nun wohnen bei uns schon seit Längerem die Damen Siri, Alexa und Cortana sowie der gendermäßig nicht näher definierte Google Assistant. Gewonnen hat jetzt Letzterer – weil er bei uns den Standard darstellt. Sprachassistenten: OK, Google, du hast gewonnen… weiterlesen

Internethelden (8): Stephan Schambach, der Pionier, der aus dem Osten kam

Es wird im Frühjahr 2002 gewesen sein. Die große Krise nach dem Internet-Hype kündigte sich an, die Zukunft des Neuen Marktes galt als unsicher. Da hatte die Intershop AG eine Pressekonferenz im Restaurant des Frankfurter Schirn anberaumt. Gründer Stephan Schambach sollte zur Zukunft seines Unternehmens sprechen, sollte Optimismus verbreiten, denn die Aktionäre übten Druck aus, weil Intershop immer noch keine Gewinne erwirtschaftete. Dann trat er auf, sichtlich nervös, abgeschirmt von Beratern trat er ans Mikrofon. Schambach kämpfte um sein Lebenswerk, aber etwas mehr als ein Jahr später trat er zurück. Internethelden (8): Stephan Schambach, der Pionier, der aus dem Osten kam weiterlesen

Stalkscan: Was weiß denn Facebook?

Facebook ist ins Gerede gekommen. Es heißt, der Zuckerberg’sche Sozialdienst seit einzig und allein dazu da, Personendaten zu sammeln. Wer schon ein bisschen länger dabei ist, klatscht in die Hände und ruft: Überraschung! Als ob Facebook ab etwa 2010 je etwas anderes im Sinn gehabt hätte. Schließlich besteht das Geschäftsmodell der Social-Media-Seite ja gerade darin, Anzeigenwerbung gezielt an Mitglieder auszuspielen, deren Daten annehmen lassen, es könne sie interessieren. Das kann man kritisch sehen. Wenn aber um das Prinzip weiß, kann sich jeder User entscheiden, ob er das will. Interessant ist aber auf jeden Fall zu wissen, was Facebook über einen weiß. Stalkscan: Was weiß denn Facebook? weiterlesen

Was zur Hölle … bringt die 2-Faktoren-Authentifizierung?

Eigentlich ist das, was seit Neustem wieder für Furore sorgt, ein ziemlich alter Hut. Wer das Online-Banking nutzt und seine Transaktionen mit einer mTAN absichert, betreibt nämlich schon eine 2-Faktoren-Authentifizierung. Das Prinzip dahinter: Um an geschützte Daten zu gelangen, muss sich der User auf zwei unterschiedliche Arten identifizieren. Stufe 1 ist beim Einloggen in Online-Accounts fast durchweg das richtige Passwort. Nun können Passwörter wie wir wissen, ausgespäht werden (sofern man keinen Passwort-Manager nutzt). Damit ein Bösewicht trotzdem nicht in ein Konto eindringen kann, verlangt die 2-Faktoren-Authentifizierung eine zweite Stufe. Was zur Hölle … bringt die 2-Faktoren-Authentifizierung? weiterlesen

Lieblings-Apps: Was wächst denn da? Pflanzen bestimmen einfach

Der kluge Natur- und Gartenfreund nutzt die kalte, feuchte Winterzeit dazu, sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Dann streift er wieder durch Wald und Flur, studiert Parks und Gärten und erfreut sich an der wilden und der zivilisierten Fauna. Aber selbst dem allergrößten Pflanzenkenner kann es passieren, dass er auf ein Gewächs stößt, das er nicht kennt oder erkennt – besonders natürlich in fremden Weltgegenden. Als Fernreisen noch das Privileg von Wissenschaftlern wie Alexander von Humboldt waren, hatten die Forscher Botanisiertrommel dabei, in die sie gefundenes Pflanzengut stopften, um es daheim zu trocknen und zu pressen und in Herbarien zu kleben. Als dann fast alles Pflanzliche bekannt war, entstanden die ersten Pflanzenbestimmungsbücher, in denen man bei Bedarf nachschlagen konnte. Und heute? Heutzutage gibt es natürlich wunderbare Apps zu diesem Zweck, von denen wir uns eine Auswahl von drei Alternativen angeschaut haben. Lieblings-Apps: Was wächst denn da? Pflanzen bestimmen einfach weiterlesen

Was zur Hölle … Bringen Passwortmanager mehr Sicherheit?

Da hat ein 20-Jähriger aus Hessen vom Kinderzimmer aus einen Haufen Daten von Promis aus Politik und Unterhaltung gesammelt und über einen Adventskalender auf Twitter geleakt. Was zunächst als Riesen-Hack in den Medien groß aufgemacht wurde, entpuppt sich als Fleißarbeit, die nicht einmal besonders großes Online-Know-how erforderte. Die Reaktion zeigt deutlich, dass es in Deutschland immer noch an Wissen über die Digitalisierung mangelt – vor allem bei Politikern. Als Schwachstelle erwies sich einmal mehr der sorglose Umgang mit Passwörtern im Internet. Da fragt sich Otto Normalsurfer, ob die zurzeit viel gepriesenen Passwortmanager wirklich mehr Datensicherheit bringen. Was zur Hölle … Bringen Passwortmanager mehr Sicherheit? weiterlesen

Internethelden (7) John Perry Barlow und Aaron Swartz – der Poet und der Aktivist

Wer heute so im Netz surft und shoppt und socialized, aber vor etwa 1998 noch nicht drin war, kann sich kaum vorstellen, welche utopischen Hoffnungen ein großer Teil der ersten Generation User mit dem Internet verband. Allen Menschen sollte dieses gigantische Netz zur Verfügung stehen, und das Wissen sollte frei über die Knoten flottieren. Ja, bei denen, die sich philosophisch und/oder politisch mit dem Internet befassten, kursierte der Slogan „Information will frei sein!“. Aber wie das so in der weltbeherrschenden, noch andauernden Phase der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist: Alles muss verwurstet werden, nichts ist umsonst. Spätestens mit dem Börsengang von Yahoo im Jahr 1996 wurde auch das Internet, speziell das World Wide Web zur unternehmerischen Kampfzone. Internethelden (7) John Perry Barlow und Aaron Swartz – der Poet und der Aktivist weiterlesen