Als ein gewisser Ken Jebsen, den man ungestraft einen Antisemiten nennen darf und der schon zur Zeiten der Flüchtlingskrise mit seinen teils absurden, teils einfach nur widerlichen Positionen und Äußerungen auf YouTube verhaltensauffällig war, dieser Tage ein 30-minütiges Video veröffentlichte, auf dem er eine Verschwörungstheorie rund um die Corona-Pandemie und Bill Gates verbreitete, war ich anfangs eher amüsiert, dann aber schockiert. Eine Person, die ich mag und schätze, schickte mir den Link mit dem Hinweis: „Schau dir das mal an. Das ist ein intelligenter Mensch mit einer interessanten Sichtweise.“ Mittlerweile haben sich fast vier Millionen dieses Machwerk angesehen, das nur so von Lügen, Fehlern und haarsträubenden Vorstellungen wimmelt. Dass es ausgerechnet Bill Gates und seine Frau Melinda trifft, ist in einem Maße unanständig, dass es unter den Veteranen der Computerei einen Aufstand der Anständigen geben sollte. Veteranen der Computerei – rettet die Ehre von Bill Gates! weiterlesen
Kategoriearchiv: Ge-meint
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Smartphone-Tracking: Böses Ding oder hilfreiches Feature?
Im April des Seuchenjahres 2020 wird über eine Methode diskutiert, mit der Menschen feststellen können, ob sie einem mit dem Corona-Virus Infizierten begegnet sind und sich in Quarantäne begeben sollten. Geplant und zumindest von den technischen Grundlagen gedeckt, arbeiten weltweit verschiedene Arbeitsgruppen an der Entwicklung entsprechender Apps. Nachdem in der Bundesrepublik Deutschland die Datenschützer empört aufstanden, hat man sich gegen die Anwendung des Smartphone-Trackings und für ein auf der Bluetooth-Technologie basierendes Verfahren verständigt. Dabei kam aber wieder die seit Jahren schwelende Debatte über das GPS-Tracking aufs Tapet. Smartphone-Tracking: Böses Ding oder hilfreiches Feature? weiterlesen
Gesichtserkennung zur Authentifizierung: bequem oder gefährlich?
Das Buzzword „Gesichtserkennung“ ist gerade en vogue. Verschreckt reagierten die Bürger vieler Staaten auf den Meldung, die Firma Clearview habe bereits drei Milliarden Gesichter in ihrer Datenbank, die für den Abgleich mit Bildern von Überwachungskameras abgeglichen werden könnten. Dazu die Nachricht, dass in China in den großen Städten bereits flächendeckend die automatische Gesichtserkennung eingeführt wurde. Wenn dies nicht das Horrorbild vom gläsernen Bürger erfüllt, was dann? Gleichzeitig aber nutzen bereits Millionen Menschen Verfahren der Face Detection, um so ihr Smartphone-Display zu entsperren oder sich an ihrem PC anzumelden. Fragt sich, ob diese Anwendung des Prinzips einfach nur bequem ist oder auch Gefahren birgt. Gesichtserkennung zur Authentifizierung: bequem oder gefährlich? weiterlesen
Aktivitäten außerhalb – Facebook und die Transparenz
Gut, über das Geschäftsmodell von Facebook gibt es ja schon seit Längerem keine Zweifel: Der Laden verdient Kohle mit Reklame. Und zwar mit solcher, die jedem User nach seinem Verhalten zielgenau serviert wird. Technisch betrachtet sind die Algorithmen schon sehr ausgefeilt, auch wenn es immer wieder vorkommt, dass man sich fragt, warum in drei Zuckerbergs Namen man genau diese Anzeige präsentiert bekommt, obwohl einen das Beworbene genau Null interessiert. Schon lange reicht es Facebook nicht mehr, nur die Spuren zu verwerten, die Anwender innerhalb des FB-Kosmos‘ (zudem auch Instagram und WhatsApp gehören) hinterlässt. Wann immer sich jemand per Facebook-Account auf irgendeiner Seite angemeldet oder einem Webservice die Verbindung zu Facebook explizit genehmigt hat, fließen dort entstandene Daten auch an das soziale Netz – es handelt sich um die sogenannten „Aktivitäten außerhalb von Facebook“. Und die macht ein FB-Tool nun endlich transparent. Aktivitäten außerhalb – Facebook und die Transparenz weiterlesen
Die Zwanzigerjahre: Was wird anders in der digitalen Welt?
“Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen”, heißt es in einem Zitat, das wir schon vor anderthalb Jahren brachten als es um Googles inzwischen fast vergessene Datenbrille (siehe Titelbild) ging. Und weil Vorhersagen so schwierig sind, wollen wir in dieser Vorschau eben nicht prognostizieren, was im Jahr 2030 in einem Rückblick auf die Zwanzigerjahre stehen würde, sondern einfach ein paar offensichtliche Trends weiterstricken. Beginnen wir mit dem schnöden Mammon. Die Zwanzigerjahre: Was wird anders in der digitalen Welt? weiterlesen
Digitale Kommunikation: E-Mail, WhatsApp, FB-Messenger oder doch noch SMS?
Es ist zum Verrücktwerden: Dauernd klingelt was! Mal ist es das Notebook, dann das Handy, und auch die Smartwatch hat was zu melden. Weil ich jedem digitalen Kommunikationskanal einen anderen Klingelton zugeordnet habe, entsteht so eine kleine Dauersymphonie. Wie war das früher doch so simpel! Rührte sich das Handy, rief jemand an, oder eine SMS traf ein. Der Laptop meldete: E-Mail für dich! Das war aber auch alles. Dann kamen die Messenger, später Skype, und inzwischen ist ja jeder auf WhatsApp und auf Facebook vertreten – wenn ich sogar noch auf weiteren Diensten der klingelnden Art. Das schreit nach Ordnung, also nach einer prinzipiellen Verteilung verschiedener Nachrichten auf die verschiedenen Kanäle. Nach einigem Hin und Her habe ich das so gelöst:
Die gute, alte SMS

Ansonsten nutze ich diesen Kanal nur noch für Authentifizierungsnachrichten, gebe also meine Mobilnummer an und wähle SMS als Mittel der Wahl. Das aus gutem Grund: Weil die Textnachricht so gut wie ausgestorben ist, ist sie aus dem Fokus der böswilligen Leute verschwunden, die mich aushorchen oder mir meine Geheimnisse entlocken wollen. Weil die Textnachrichten außerdem ausschließlich über meinen Telefonprovider laufen, betrachte ich sie als besonders sichere Kommunikationsform.
Komplexe Nachrichten per E-Mail
Zurzeit verwalte ich sage-und-schreibe 18(!) Mailaccounts. Das hat damit zu tun, dass ich für insgesamt fünf Websites verantwortlich bin, die jeweils eine Mailadresse für die Kontaktaufnahme, eine Admin-Adresse und einen Honigtopf für Spammer haben. Diese Mailadressen sind vor allem für den Empfang eingerichtet, und nur „Kontakt“ und die Mailadresse des Admins werden zum Senden verwendet. Außerdem betreibe ich drei persönliche Mailaccounts: einen für geschäftliche Dinge, eine für den privaten Mailverkehr und einer, dessen Adresse niemand kennt – man weiß ja nie…

Irgendwann habe ich begonnen, die Fächer meiner Mailaccounts penibel zu strukturieren und die erhaltenen und verschickten Mails immer ordentlich einzusortieren. Da ich – ganz vorbildlich – meine Mailpostfächer regelmäßig in Backups sichere, habe ich so jederzeit ein zuverlässiges Archiv – das inzwischen bis ins Jahr 1998 zurückreicht. Da sind eine Menge Mails zusammengekommen…
Verabreden am liebsten per WhatsApp

Übrigens: Versuche, sich durch die Verwendung anderer Plattformen (Threema, Telegram etc.) vom Zuckerberg’schen Datenmonster abzukoppeln, sind daran gescheitert, dass jeweils eine Mehrheit nicht bereit war, was anderes zu lernen als WhatsApp. Weil dieser Dienst prinzipiell abgehört werden kann, nutze ich ihn beruflich ausschließlich und nur im Kontakt mit Menschen, denen ich vertraue, für Terminverabredungen.
FB-Messenger, das Schmuddelkind

Und sonst?

Das böse, böse Internet und sein komischer Jargon
[Ein Kommentar] Angeblich wurde am 29. Oktober 1969 das Internet erfunden. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Denn in Wahrheit gelang es an diesem Tag lediglich, zwei Zeichen über Telefonleitungen von einem Rechner auf einen anderen Rechner mit anderem Betriebssystem zu übertragen. Immerhin. Bis dann das für uns alle verfügbar wurde, was wir heute das Internet nennen, mussten noch ein paar Sachen erfunden werden – z.B. TCP/IP und HTML. Aber diese Historie interessiert Otto und Lieschen Normalsurfer wenig, und die technischen Details schon gar nicht. Leider aber auch viel zu viele bundesdeutsche Politikerinnen und Politiker, für die selbst im Oktober 2019 das Internet noch Neuland ist … obwohl sie es selbst intensiv nutzen. Das böse, böse Internet und sein komischer Jargon weiterlesen
Warum ich nicht mehr google… Oder: Alternative Suchmaschinen
„Don’t be evil“ war in den Anfangstagen das Motto der Suchmaschine Google. Um 2010 herum drucksten die führenden Googlianer herum und sagten: „War nicht so gemeint.“ Und heute ist Google jenseits von Gut und Böse, forscht und entwickelt fürs Militär und unterstützt Klimawandelleugner mit großen Geldsummen. Mich persönlich macht das traurig und auch wütend, weil ich von Beginn an ein eifriger Nutzer der diversen Services war – und auch bin. Das Dumme ist: Hat man sich einmal auf Google eingelassen, kommt man schwer wieder los. Seit einiger Zeit versuche ich diesem unguten Konzern wenigstens dadurch zu schaden, dass ich seine Suchmaschine nicht mehr nutze. Warum ich nicht mehr google… Oder: Alternative Suchmaschinen weiterlesen