Die Geschichte des Menschen als Künstler beginnt mit dem Stift. Schon die Höhlenmenschen malten ihre niedlichen Tiere mit Holzkohlestiften an die Felswände. Die Babylonier ritzten ihre Keilschrift mit einem Pen in die weiche Tontafel. Und die Mönche vor Gutenberg schrieben die Texte der heiligen Schrift mit Tinte und Feder ab. Und bis weit in die Sechziger haben die ABC-Schützen ihre Buchstaben noch mit dem Kreidegriffel auf die Schiefertafel gekratzt. Das heißt: Der Mensch braucht den Stiftmehr als die Tastatur. Womit wir beim Computer sind… Kleine Weltgeschichte der Stifteingabe – vom Schreiben, Zeichnen und Malen auf dem Bildschirm weiterlesen
Archiv der Kategorie: Ge-schichte
Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.
Internethelden (14/15): Paul Baran und Donald Davies – die Erfinder des Packet-Switchings
Es ist eine Binsenweisheit: Alles Digitale wird entweder vom Militär oder der Pornoindustrie vorangetrieben. Jedenfalls galt dieser Merksatz bis weit in die Nullerjahre hinein, als das Erotik-Business für rasante Weiterentwicklungen in Sachen Grafik und Video sorgte. Die Kriegsindustrie war dagegen von Anfang an dabei und ist es immer noch. Wie jeder Digisaurier weiß, war das Arpanet der Vorläufer des Internets wie wir es kennen. Dieses Netz wurde ab 1968 im Auftrag der US Air Force vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in enger Kooperation mit dem US-Verteidigungsministerium (US DoD) entwickelt und Ende 1969 gestartet. Die Grundlagen für das Projekt wurden allerdings schon fast zehn Jahre früher und ganz woanders entwickelt, nämlich bei der RAND Corporation und am National Physical Laboratory (NPL) in Großbritannien. Internethelden (14/15): Paul Baran und Donald Davies – die Erfinder des Packet-Switchings weiterlesen
Fast vergessen (5): Tandy TRS-80 und die deutschen RadioShack-Filialen
Der Verfasser dieses Beitrags war nie ein Bastler, auch wenn er in seiner Jugend gern das legendäre Magazin „Hobby“ las und sich an den dort vorgestellten Innovationen erfreute. In seiner Klasse aber gab es einen Typ, der virtuos mit dem Lötkolben umging. Dem brachte man defekte Transistorradios und Tonbandgeräte zur Reparatur, und er bekam sie fast immer hin. Elektronikbastler nannte man solche Nerds. An diesen Klassenkameraden musste der Autor denken, als im Jahr 1977 um die Ecke in einem winzigen Laden die US-amerikanischen Kette RadioShack eine Filiale eröffnete. Fasziniert stand er vor dem Schaufenster und verstand nur Bahnhof. Das änderte sich nach wenigen Wochen, denn plötzlich präsentierte man dort einen Computer: den Tandy TRS-80. Fast vergessen (5): Tandy TRS-80 und die deutschen RadioShack-Filialen weiterlesen
Stillstand: Warum kommt Smarthome nicht in die Puschen?
Als Bill Gates seiner Melinda 1998 ein Haus namens Xanadu 2.0 in Medina, gleich gegenüber von Seattle am Lake Washington baute, hieß es, dies sei das erste vollvernetzte Haus der Welt. Anfangs war der gute Bill so stolz darauf, dass er seinem Buch „The Road Ahead“ eine CD-ROM mit einem virtuellen Rundgang durch das Anwesen beilegte. Da zeigte er persönlich die diversen eingebauten Hard- und Softwarekomponenten und erklärte ihre Wirkungsweise. Uns digitalen Pionieren war klar: Das ist die Zukunft des Wohnens! Das Thema Smarthome war geboren. Stillstand: Warum kommt Smarthome nicht in die Puschen? weiterlesen
Kleine Weltgeschichte der deutschen Computerzeitschriften
Ja, doch, es gibt sie noch, die Computerzeitschriften. Und damit meinen wir jene Printpublikationen, die sich mit Themen rund um PC-Hard- und Software sowie diverse digitale Themen an Otto Normaluser wenden. Nun sind gedruckte Periodika in den Zeiten des allgegenwärtigen Netzes ohnehin etwas Archaisches, über Rechner und das Drumherum auf Papier zu berichten, ist in der Ära des Always-On-Webs beinahe schon absurd. Dabei haben wir Digisaurier, die in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern kräftig an Computermagazinen mitgearbeitet haben, damals geglaubt, dieser Typ Zeitschrift würde einst genauso wichtig werden wie die Autozeitschrift. Weit gefehlt… Kleine Weltgeschichte der deutschen Computerzeitschriften weiterlesen
Lovelace-Day 2020: Ada, die Computerprophetin … aber nicht „der erste Programmierer“
Seit 2009 ist der zweite Dienstag im Oktober offizieller Ada-Lovelace-Tag. Gefeiert haben wir Digisaurier diese geniale Frau schon mehrfach. Es ist an der Zeit, einmal mit der Legende aufzuräumen, Ada sei die erste Programmierin der Weltgeschichte. Dass sie es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht war, tut ihrem Verdienst für die Computergeschichte keinen Abbruch. Denn sie hat im Zuge der Mitarbeit an Charles Babbages Analytical Machine mal eben die bis heute geltenden Grundlagen formuliert. Lovelace-Day 2020: Ada, die Computerprophetin … aber nicht „der erste Programmierer“ weiterlesen
Kleine Weltgeschichte des Video-Streamings – von Downloads bis zur Live-Übertragung
Es wird irgendwann im Juni 1999 gewesen sein. Die Agentur, in der ich damals tätig war, war mit einem ziemlich schnellen Internet ausgestattet, man hatte man ihr einen ziemlich schnellen PC auf den Schreibtisch gestellt, und in jenen Tagen lief das Tennisturnier, das alle Welt kurz „Wimbledon“ nennt. Nun war ich persönlich nicht sonderlich an diesem Sport interessiert, dafür aber der Kollege, der mir gegenüber saß und in regelmäßigen Abständen Zwischenstände durchgab. „Warum guckst du dir das laufende Spiel nicht an?“ fragte ich, und er antwortete: „Erstens läuft es gar nicht im TV, und zweitens hab ich doch keinen Fernseher hier.“ Ich suchte ein bisschen hin und her und fand heraus, dass es eine offizielle Live-Übertragung im Web gab – die stellte ich ihm ein, und er war glücklich. Das war einer der ersten Livestreams einer großen Sportveranstaltung, der überhaupt angeboten wurde. Kleine Weltgeschichte des Video-Streamings – von Downloads bis zur Live-Übertragung weiterlesen
Kleine Weltgeschichte der KI (1): Vom Elektronenhirn zu neuronalen Netzen
Es ist schon verrückt: Was uns Digisauriern als eine der großen Verheißungen der Computerei vorkam, ist heute für viele Menschen ein Angstauslöser. Die Rede ist von der sogenannten „Künstlichen Intelligenz„, kurz: KI (oder auf Englisch „Artificial Intelligence“, AI). Wer ein bisschen zu viele Science-Fiction-Filme gesehen hat, fürchtet die Machtübernahme durch die Maschinen. Andere sehen ihre Jobs demnächst von Algorithmen übernommen. Und es erscheint ziemlich vielen Menschen als Bedrohung, dass die Systeme irgendwann alles über einen wissen. Dumm nur, dass nur ein Bruchteil der Menschheit mit den Fakten zur KI vertraut ist. Dagegen wollen wir mit unserer kleinen Serie etwas unternehmen. Kleine Weltgeschichte der KI (1): Vom Elektronenhirn zu neuronalen Netzen weiterlesen