Als ich kürzlich eine ausgezeichnete, wenn auch aus streng US-amerikanischer Sicht gezeichnete Dokumentation über die Geschichte des Silicon Valley sah, fiel mir auf, dass in unserer Serie über die Computerhelden viel zu wenig Hardware-Magier vorkommen. Dass die Wahl dann auf Robert Norton Noyce, den alle nur Bob nannten, fiel, war logisch. Denn der Mann, der 1990 mit 62 Jahren viel zu früh von uns ging, hatte auf die Geschichte der Computer-Hardware vielleicht mehr Einfluss als irgendein anderer. Das hat vor allem damit zu tun, dass der gute Bob nicht bloß ein zerstreuter Professor im weißen Kittel war, sondern auch der Erfinder der speziellen Wirtschaftsweise des Silicon Valley. Computerhelden (18): Bob Noyce – der Bürgermeister des Silicon Valley weiterlesen
Alle Beiträge von Rainer Bartel
Geniale Gadgets (8): reMarkable 2 – der digitale Notizblock
Ein bisschen haben wir überlegt, ob wir dieses Gerät tatsächlich als Gadget vorstellen sollen. Immerhin muss man mindestens 460 Euro lockermachen, um in den Besitz dieses ultraschicken, extrem coolen Digitalnotizblocks zu kommen. Dafür bekommt man ja noch nicht einmal ein iPad Mini, geschweige denn ein wirklich brauchbares Tablet. Und alle Besitzer von iPads, Surfaces und anderen Windows-Tablets zeigen einem den Vogel, wenn man den Preis für das reMarkable 2 gestehen muss. Schließlich kann man für diese Devices Stifte zukaufen und dann auf dem Display malen, zeichnen und schreiben – wir haben ja kürzlich über das Thema „Stifte“ schon berichtet. Und nun ist solch feines Teil im Haus. Geniale Gadgets (8): reMarkable 2 – der digitale Notizblock weiterlesen
Computerhelden (17): Alan Turing, der Vordenker der Informatik
Eigentlich gehört der britische Mathematiker Alan Turing zusammen mit der Computerprophetin Ada Lovelace in die erste Reihe der Informatik-Ruhmeshalle – beide sind die wahren Vordenker*innen all dessen, was wir heutzutage mit Computern anstellen können. Neben diesen beiden Gigant*innen erscheinen Charles Babbage und auch Konrad Zuse lediglich wie Bastler. Denn Turing und Lovelace haben die theoretischen Grundlagen für die Digitalisierung gelegt. Beide haben aufregende Leben gelebt, für Alan Turing mit einem tragischen Ende. Computerhelden (17): Alan Turing, der Vordenker der Informatik weiterlesen
Beatboxen, Synthesizer und Sampler: Apps zum Musikmachen
Damit es gleich klar ist: Von mobilen DAWs und der Produktion ganzer Alben auf dem Smartphone oder Tablet soll hier nicht die Rede sein – das überlassen wir Profis wie der volldigitalen und virtuellen Band „Gorillaz“ und den modernen Produzenten, die schon lange nicht mehr vor gewaltigen Schalttafeln sitzen, um die Töne aus dem Studio hinter der Glasscheibe in Hits zu verwandeln. Wie sehr sich die professionelle Musikerzeugung in den vergangenen fünfzehn Jahren gewandelt hat, kann man am besten an dem Unternehmen sehen, die schon seit fast 40 Jahren auf Software statt Kästen setzt: Steinberg – den Vater der Cubase-Welt. Beatboxen, Synthesizer und Sampler: Apps zum Musikmachen weiterlesen
Apple, Google oder Microsoft – eine Frage der Abhängigkeit
[Eine Glosse] Die Firma Apple Inc. war schon immer innovativ – vor allem in Lösungen der Frage, wie man den Kunden noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann. Schon seit vielen Jahren lautet das Prinzip, die getreuen Apple-Anwender immer schön in der Familie zu halten, damit sie ja nicht woanders die Kohle ausgeben. Eine bewährte Maßnahme war und ist es, verschiedene Leistungen und Features nur solchen Nutzern anzubieten (und zu verkaufen), die sich per Registrierung für die Apple-ID auf Gedeih und Verderb in den Apple-Schoß begeben. Was mit iTunes begann, ist mit der unvermeidlichen iCloud noch nicht zu Ende. Da haben die, ähem, Mitbewerber, allen voran Google und Microsoft, ein bisschen länger gebraucht, bis sie auf den Trichter gekommen sind. Apple, Google oder Microsoft – eine Frage der Abhängigkeit weiterlesen
Kleine Weltgeschichte der Computermusik – vom Oszillator bis zur Beatbox-App
Möglicherweise zählen die Erfindungen von Mikrofon und Lautsprechers zu den fundamentalsten Innovationen in der Kulturgeschichte. Genauer: die Entwicklung der Schallwandlung im Umfeld des Telefons nach Alexander Graham Bell. Verrückt genügt liegt diese Epoche gerade einmal 120 Jahre zurück, in der jemand auf die Idee kam, Schall in elektrische Impulse zu verwandeln und umgekehrt. Kaum klappte das, kam 1874 ein gewisser Elisha Gray mit seinem „Musikalischen Telegraphen“ um die Ecke, in dem Oszillatoren Schwingungen erzeugten, die dann nach dem Verfahren der Schallwandlung in Musik umgesetzt werden konnten. Der Weg zum Telharmonium, dem ersten elektrischen Musikinstrument von 1897, war dann nicht mehr weit. Kleine Weltgeschichte der Computermusik – vom Oszillator bis zur Beatbox-App weiterlesen
Daten sicher in der Cloud? Und wenn’s brennt?
Ein in Ehren ergrauter Experte kommentierte knallhart: „Kein Backup, kein Mitleid.“ Währenddessen diskutierten weniger erfahrene Menschen, ob denn „unsere Daten“ in der Cloud sicher sind. Anlass war der Großbrand am 10. März 2021 in einer Serverfarm bei Straßburg. Genauer: Im Data-Center des französischen Cloud-Providers OVH, der von sich behauptet, der größte seiner Art in Europa zu sein. Das Gebäude brannte komplett nieder, um die 10.000 Server wurden dabei zerstört. Nun halten verantwortungsvolle Anbieter für die Clouds ihrer Kunden allerlei Sicherungsmethode bereit, sodass die Gefahr eines Totalverlustes theoretisch ziemlich gering ist. Nicht aber für Clouds auf privaten, also vom Kunden administrierten Servern, die nur physikalisch in einem solchen Zentrum stehen – für die Datensicherung solcher Clouds ist der Kunde selbst verantwortlich. Daten sicher in der Cloud? Und wenn’s brennt? weiterlesen
Verlorenes Wissen (6): Von Peeks & Pokes und was man damit macht
Bei jedem C64-Veteranen stellen sich die Ohren auf, wenn er die Wörter „Peek“ und „Poke“ hört. Und wer damals in den frühen Achtzigern seinen Brotkasten selbst programmierte, kriegt nostalgische Gefühle. Unter den interessierten und/oder engagierten C64-Usern galten die Burschen, die ihr Maschinchen mit Peek- und Poke-Befehlen steuerten, als Helden. Denn die waren schon im C64-BASIC enthalten – man musste nur wissen, wo in der Memory-Map die richtigen Adressen lagen, die man sinnvoll peeken und poken konnte. Dieser direkte Zugriff auf die Hardware erlaubte es, dem Commodore bestimmte Grafik- und Soundeffekte abzuringen und generell das Input-Output-Verhalten zu beeinflussen.
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