Archiv der Kategorie: Ge-schichte

Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.

Warum ich nie an den Amiga glaubte…

Es mag damit zu tun haben, dass ich einer anderen Generation angehörte. Denn in meiner Zeit als Chefredakteur von Data Welt und später PC Praxis nunterschied ich mich von allen Redakteuren und Autoren vor allem durch mein damals schon biblisches Alter von 30+. Da konnte nur der Herausgeber, Dr. Achim Becker (genannt Doc), mithalten, der sogar noch einen Hauch älter war. Während die ganzen Youngster sich der Computerei aus der spielerischen Ecke genähert hatten und näherten, war meine Begeisterung für den Comouter vor allem durch die Möglichkeit gespeist, Textverarbeitung betreiben zu können, Tabellenkalkulation, Datenverwaltung und derlei ödes Zeug mehr. Insofern war ich im schönen Jahr 1986 a) großer Freund der MS-DOS-Kisten und b) Riesenfan des Apple Macintosh, weil man mit dem arbeiten konnte UND Spaß dabei haben. Dieses ganze Homecomputer-Kroppzeug war mir reichlich wurscht, auch wenn die Masse unserer Leser genau zu diesen Spieldingern Infos und vor allem Listings wollten. Weil mir das alles auf den Keks ging, erfand ich dann übrigens die PC Praxis – als ernsthafte Special-Interest-Zeitschrift für Menschen, die mit dem Computer etwas Ernsthaftes anstellen wollten, womöglich sogar geschäftlich… Warum ich nie an den Amiga glaubte… weiterlesen

Im Feindesland – warum der Amiga Freunde brauchte (1)

Sein größtes Problem war, dass ihn irgendwie keiner so recht wollte am Anfang. Und eigentlich mochte ihn auch kaum einer. Viele haben ihn sogar bekämpft… Aber die Macht war stark in diesem jungen Computer. Alles was er brauchte waren ein paar entschlossene Freunde am Anfang. Das ist, aus meiner Sicht, der Anfang der Geschichte eines der genialsten Computer der Welt in Deutschland. Die Geschichte des Amiga. Und so wurden wir Freunde – wenn das auch nicht immer ganz leicht war. Mitten im Feindesland: Ja – die Rede ist von Atarien… ;-) 

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Wie Christian schon vor 30 Jahren die Computer-Zukunft verstanden hat

Hannes-Chris-Amigazeit
Hannes und Christian in der Zeit der Amigabücher…

30 Jahre Amiga! Am heutigen Tag, dem 23. Juli, jährt sich die Weltpremiere von Commodores Multimedia-Computer. 1985 hatte Commodore die Künstler Debbie Harry (Frontfrau der Band „Blondie“) und Andy Warhol auf die Bühne des New Yorker Lincoln Center geholt, um die bahnbrechenden Fähigkeiten des Rechners der vorher von dem Heimcomputer-Hersteller aufgekauften Firma Amiga zu präsentieren. 1986 wurden dann die ersten Amigas in Düsseldorf bei Data Becker verkauft – das Beitragsbild zeigt Dr. Achim Becker und den Commodore-Chef Winfried Hoffmann. Bei dieser Veranstaltung hatten wir dann schon kräftig unser Finger drin. Denn für Christian und mich sollte der Amiga ein wichtiger Wegbereiter werden – auch wenn wir das im Sommer 1985 noch gar nicht so recht wussten.

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Kleine Weltgeschichte des Internet-Browsers (1)

Sag mal, wie alt ist denn dieses weltweite Web denn nun genau? Tja, da müssen auch Digisaurier passen, denn alle genannten Geburtsstunden des WWW sind zumindest umstritten. Hat ja auch so um 1998, 1999 keiner daran gedacht, die ganze Sache für die Geschichtsbücher zu dokumentieren. Auch der erste Tag des Internets ist nicht exakt benennbar, aber der liegt ohnehin um mindestens zwanzig Jahre vor dem Beginn dessen, was heute allgemein und fälschlicherweise „das Internet“ heißt. Denn in Wirklichkeit ist des WWW nur ein Teil – neben der E-Mail, der FTP-Übertragung und dem Usenet. Erfunden hat’s übrigens der Tim Berners-Lee in seiner Zeit am Kernforschungsinstitut CERN in Genf, indem er die Idee des Hyperlinks (gab’s schon), das Übertragungsprotokoll http (ganz neu) und die WWW-Sprache HTML (gab’s noch nicht richtig) zusammenführte. Kleine Weltgeschichte des Internet-Browsers (1) weiterlesen

Youtube – mein Musik-Fernsehen

Jetzt bin ich ja in einem Alter, da ein Posting anfangen darf mit: „wir hatten ja nix“. Und wir hatten wirklich nix – zumindest keine ordentliche Rockmusik im Fernsehen. In den späten 70ern war „Erkennen Sie die Melodie“ Standard und der Grand Prix d’Eurovision ein Straßenfeger. Laute Musik? Vielleicht einmal monatlich im Beat Club oder im Musikladen zu später Stunde. Und jetzt – fünfundreißig Jahre später? Jetzt habe ich Youtube und fühle mich wie im Musik-TV-Himmel. Youtube – mein Musik-Fernsehen weiterlesen

Geschichten eines Spielers in World of Warcraft

Als ich den Weg hinunterlief nach Menethil begegnete mir ein Zwerg. Er war freundlich, wir kamen wir ins Gespräch. Und irgendwann fragte mich der Mensch hinter dem Zwerg, wie alt ich sei. „43“ antwortete ich wahrheitsgetreu. Kurzes Schweigen. „Und dann spielst Du noch?“

Das war 2008. Und, ja, ich spiele immer noch. Ok, wer mich kennt weiß: Ich habe als Spieleredakteur angefangen. 1988. Obwohl. Nein, nicht ganz. Ich wollte als Spieleredakteur anfangen, bin dann aber erst einmal zu einer seriösen PC-Zeitschrift gegangen, der PC-Plus. Erst nach einem halben Jahr ging es weiter zur Powerplay. Damals mit Heinrich Lenhardt, Anatol Locker, Michael Hengst und Henrik Fisch. 

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Was der Computer mit dem Kleinlaster zu tun hat

Mein neuer iMac ist da. Und ich freue mich wie verrückt darüber. Über einen Computer? Na klar. Denn für mich ist es immer noch etwas besonderes, einen Computer zu kaufen.

Die Freude geht zurück auf eine  Zeit, als ich mir meinen ersten Atari 800 XL mit Floppy verdient habe. Ich meine, das Set hat damals an die 1.800 Mark gekostet. Und als Abiturient hatte ich ziemlich genau fast nix. Was der Computer mit dem Kleinlaster zu tun hat weiterlesen

Apricot Portable – der Bugatti unter den frühen Computern

Dr. Achim Becker, der deutsche Pionier der kleinen Computer und Sohn von Wilhelm „Auto“ Becker, zog damals in den frühen Achtzigerjahren gern Parallelen zwischen Computern und Automobilen. Lag ja angesichts des Vaters und der engen räumlichen Verbindung zum legendären Gebrauchtwagenparadies „Auto Becker“ an der Düsseldorfer Merowingerstraße auch nahe. Wobei er im Wesentlichen Moore’s Law anwandte. Gern brachte der „Doc“ – wie ihn die Mitarbeiter nannten – den Spruch, dass, wäre die Entwicklung bei den Kfz so schnell verlaufen wie bei den Computern, ein Rolls Royce 100 Mark kosten und mit Sprit für eine Mark 5.000 Kilometer weit käme. Dass aber seine Analogien vor allem auf das Aussterben von Marken zutreffen würde, dass ahnte der Gründer von Data Becker nicht. Tatsächlich vollzog sich aber zwischen etwa 1980 und 1990 eine Entwicklung rund um Unternehmen und Marken wie beim Auto zwischen 1930 und 1970. So wie ein seinerzeit unspektakulärer Panhard heute ein gesuchter Pkw ist, so fanden manche Liebhaber nach einem funktionsfähigen Tandy TRS. Und möglicherweise ist der Apricot Portable (Dieser Link ist nicht mehr verfügbar) der Bugatti unter den frühen Computern.

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