Da stand der knuffige Würfel und lächelte mich an. Mein erster Macintosh. Ja, Macintosh, denn 1984 sprach und schrieb man den Namen noch aus. Und wer auf sich hielt, wusste, dass dies der Name einer Apfelsorte ist. Der Weg zu meinem ersten Macintosh war, nun, ungewöhnlich und begann mit dem Besuch eines Vertreters in der PR-Agentur, in der ich in den späten Achtzigerjahren wirkte. Wir hatten IBM-Kugelkopfschreibmaschinen im Einsatz. Aber meine Chefs waren fortschrittsgläubig und technik-affin und wollten mit der Zeit gehen. So forderten sie bei allen möglichen Bürotechnik-Läden Angebote an. Um es vorweg zu nehmen: Am Ende kam eine Speicherschreibmaschine von Triumph-Adler dabei heraus, eine… Spannend war aber dieser Vertreter, der im Besprechungsraum einen Apple II aufbaute und vorführte. Wir alle verstanden Bahnhof, und der gute Mann zog unverrichteter Dinge wieder ab. Und kam Anfang 1983 wieder, um uns Lisa vorzustellen. Ich gestehe, ich fiel in Liebe mit Lisa. Ich wollte eine haben, haben, haben… Apple nervt! Oder: Mein Leben mit und ohne Mac (1) weiterlesen
Digitalisierung in Tippelschritten
„Krsccccch hat der Bundestag in seiner frpfrpfrp heute Nachmittag shhhhhhchapchap…“. Ich stürze aus meinem Zimmer und schalte das verdammte Radio aus. Franziska findet das gar nicht witzig. „Sorry, ich kann das so nicht hören,“ entschuldige ich mich und versuche ihrem Blick auszuweichen. Ich lasse mich nämlich von solchen Geräuschen ganz leicht aus der Konzentration reißen. Störungen! Tonstörungen! Gruselig.
Aber es gibt noch ein größeres Problem als die Tonstörungen: Franziska würde gerne Radio hören und sieht mich immer noch vorwurfsvoll an. Der Hausfrieden steht auf dem Spiel. Was also tun?
Silicon Valley: Apple hatte Fellows, Google hat Knete…

Es ist mehr als 20 Jahre her, dass dieses Foto entstand. Bei einer mehrwöchigen USA Drehreise für Neues… die Computershow in 3Sat. War natürlich noch ein analoges Foto, gemacht an der Garage, in der David Packard & William Hewlett ihre Computerfirma gegründet hatten. Wir wollten damals 1995 im Fernsehen erzählen, wie die ticken, da im Silicon Valley. Jetzt waren Judith Rakers und Claus Kleber für Dokumentationen da. Was hat sich geändert? Google gab es noch nicht – hippe Innovation hieß damals Apple. Unser deutsches Beispiel für einen, der es im Valley geschafft hat, das war Hartmut Esslinger. Designer des Mac und umtriebiger Kreativ-Geist in der IT-Branche. Unsere Internet hieß Datex J und Compuserve. Selfies haben wir auch nicht gemacht – ging nicht, ohne sich den Arm zu brechen…
Silicon Valley: Apple hatte Fellows, Google hat Knete… weiterlesenLinux schon tot? Warum kaum noch einer vom einzig wahren Betriebssystem für kleine Computer redet…
[Titelbild: Richard Dawson via Wikimedia]
Dass der finnische Programmierer Linus Torvalds ab 1991 quasi im Alleingang den Kernel eines neuen Unix-Betriebssystems für kleine Computer schrieb, gehört zu den vielen historischen Meilensteinen, die in der Computerei an Personen gebunden sind. Wer aber den sympathischen Typen, der zur schwedischsprachigen Minderheit in Finnland zählt, als „Erfinder“ von Linux apostrophiert, irrt. Denn der Entstehung dieses Systems ging eine Bewegung voraus, die sich quer durch die globale Nerd-Szene der Achtzigerjahre zog: Die Experten hatten von den aus ihrer Sicht üblen Betriebssystemen à la MS-DOS oder Schlimmerem die Nase voll. UNIX galt ihnen als das perfekte Betriebssystem, das allerdings so ohne weiteres nicht auf kleine Computer übertragbar war. Außerdem war in jenen Jahren die Frage nach dem OS eine politische Frage. In den Universitäten weltweit herrschte die Meinung vor, Information müsse frei sein, Computer seien für jedermann, und kein Unternehmen dürfe auch nur ansatzweise ein Monopol auf irgendetwas haben – schon gar nicht Microsoft. Linux schon tot? Warum kaum noch einer vom einzig wahren Betriebssystem für kleine Computer redet… weiterlesen
#NeuDig: Von Neuland nach Digitalien – wir wollen es wirklich tun!
2016 ist ein besonderes Jahr für mich. Vor genau 20 Jahren habe ich mich für kommende Generationen zur Lachnummer gemacht. Im Fernsehen. Bundesweit. Im ZDF. Ohne es zu ahnen… Und das hat Folgen bis heute. Zum Beispiel die Idee zu dieser besonderen Reise: von Neuland nach Digitalien – kurz: #NeuDig. Eine Reise durch Deutschlands digitale Geschichte. Nur mit dem Rad und der Bahn. Denn es soll nicht zu schnell gehen, auf der digitalen Spurensuche. Und euch bitte ich, dabei zu sein und mitzuhelfen. #NeuDig: Von Neuland nach Digitalien – wir wollen es wirklich tun! weiterlesen
Was zur Hölle… ist denn nun schon wieder High Resolution Audio?
Ich hab’s getan! Ich habe mein Gehör vermessen lassen! Bei der netten Frau Rosemann in ihrem gemütlichen Brillen-und-Hörgeräte-Laden. Da macht der gute Mario Adorf nämlich auf mehreren Aufstellern Reklame für diese Dinger, die einem schwerhörigen Opa helfen, wieder am akustischen Leben teilzunehmen. Warum ich das Tat? Weil ich seit meiner Kindheit immer wieder gesagt bekommen habe, ich können schlecht hören. Und wie das so ist: Irgendwann erfüllt sich die Prophezeiung selbst, und ich glaubte dran. Da hatte ich dann aber auch eine gute Ausrede, dass „meine Anlage“ immer viel schlechter war als die von Peter oder Kalle. Ich behauptete einfach immer: Ich hör eh keinen Unterschied. Zuletzt wollte ich so argumentieren, als der verehrte Mit-Dino Michael Kausch eine Entgegnung auf meinen Radio-Artikel verfasste. Aber so ganz en passant öffnete er mir die Ohren(sic!) für High Resolution Audio – mit einem Beitrag auf seinem eigenen Blog. Und deshalb ließ ich bei Frau Rosemann mein Gehör durchmessen. Was zur Hölle… ist denn nun schon wieder High Resolution Audio? weiterlesen
Das Microsoft TV Journal – die Nullsendung von 1995
Was für ein smarter junger Mann hat sich denn da die Haare schön gemacht? Nun gut, man muss zu seiner Jugend stehen. Aber es erfordert schon gute Nerven und einen gepflegten Single Malt, wenn man sich 20 Minuten Microsoft Fernsehen aus dem Jahr 1995 reinziehen will. Na – wer hat den Mut? Das Microsoft TV Journal – die Nullsendung von 1995 weiterlesen
Was zur Hölle… Macht Basteln mit einem Raspberry Pi wirklich Spaß?
Viele Digisaurier haben sich eine gewisse Affinität zu Platinen bewahrt und immer noch keine Angst vorm Lötkolben. Wer sich in den Neunzigern vielleicht einen eigenen PC aus zusammengekauften Teilen gebaut oder höchstpersönlich EPROMs gebrannt hat, traut sich auch heute noch, mal ein Device aufzuschrauben und nach dem Rechten zu sehen. Der Nachfolgegeneration ist derlei Mut fast vollständig abhanden gekommen. Dabei ist jede Form von Computerbastelei – die softwareseitige eingeschlossen – der Königsweg zum Verständnis des Wie und Weshalb der ganzen Digitalität.
Tatsächlich waren es Pädagogen aus Großbritannien, die schon vor vielen, vielen Jahren die Idee hatten, einen Computer zu entwickeln, die von Schülerhänden erst einmal montiert und anschließend programmiert werden müssten, um nutzbar zu sein. Mit dem BBC Micro wurde diese Idee zu Anfang der Achtziger Wirklichkeit. Gleichzeitig hielten hierzulande die Herren vom WDR Computerclub das Bastelfähnchen bis 2003 hoch. Was zur Hölle… Macht Basteln mit einem Raspberry Pi wirklich Spaß? weiterlesen