Online-Leben (1) – Am Anfang war der Bildschirmtext

Bekanntlich beginnt für einen Großteil der Bevölkerung die Weltgeschichte mit dem Tag der eigenen Geburt. Was davor war, wird maximal als Fantasy begriffen oder soll endlich mal einen Schlussstrich bekommen. Dabei lässt sich nur aus Vergangenem herleiten, weshalb die Dinge sind wie sie sind. Bernhard W. lebt seit mehr als 30 Jahren auch online. Er zählt zu den Menschen, die schon Ende 1981 für den Testbetrieb des Online-Systems der Deutschen Post namens Bildschirmtext (kurz: Btx) ausgewählt wurde. Seinerzeit gab’s vom Gilb (…so nannten Spötter die Postbehörde damals) kostenlos ein sogenanntes Btx-Terminal, das eigentlich ein Telefon mit Bildschirm und Tastatur war. Damit fing’s bei Bernhard an. Und ging weiter mit diversen Mailboxen und BBSsen, die per C64 (später Amiga) und Akustikkoppler angesteuert wurden. Dort konnten die wenigen Onliner der Ära vor dem Internet mit anderen Onlinern Nachrichten austauschen. Später kam dann Compuserve und das Prinzip E-Mail. Online-Leben (1) – Am Anfang war der Bildschirmtext weiterlesen

Digisaurier jubeln: Facebook gehört uns bald allein!

Das ist die Zukunft: Immer mehr Senioren, immer weniger Kids auf Facebook
Das ist die Zukunft: Immer mehr Senioren, immer weniger Kids auf Facebook
Jetzt ist es amtlich: Facebook laufen die Kids in Scharen davon. Was Facebook-Finanzchef David Ebersmann bereits 2012 unauffällig zugab, wird nun durch eine Studie des Beratungsladens iStrategylabs belegt: Ein Viertel(!) der 13- bis 17-Jährigen ist zwischen 2011 und 2014 auf andere Anbieter umgestiegen. Und der Trend scheint stabil. Gut möglich also, dass uns Digisauriern das soziale Netzwerk des Herrn Zuckerberg bald ganz allein gehört. Denn im selben Maße wie die Jungen abhauen, entdecken die älteren User, die sogenannten „Silver Surfer“ Facebook für sich: Über 80 Prozent mehr Mitmacher im Alter von 55 und mehr sind zu verzeichnen. Beides deckt sich auch mit informellen Umfragen in der persönlichen Umgebung des Verfassers dieser Zeilen. Digisaurier jubeln: Facebook gehört uns bald allein! weiterlesen

Ja – gibt´s denn auch an Podcast?

Tim ColeAuch wir Digisaurier wissen: es gibt mehr als nur geschriebene Worte. Nicht zuletzt, weil wir ganz erheblich daran mitgewirkt haben, dass alles was bei Drei nicht auf dem Baum war digitalisiert wurde. Und das gilt auch für Audio und Video. Ob ihr das folgende nun einen Podcast nennen wollt oder ein Telefon-Interview ist keine Frage der guten Erziehung, sondern von Lust und Laune.

Aber inhaltlich geht es wirklich um die „Netiquette“. Mein Mit-Digisaurier Tim Cole hat sich vor kurzem sehr über Facebook „Freunde“ geärgert, die sich auf seiner Party (FB-Seite) eingeladen haben und dann fröhlich seine eigentlichen Freunde schanghaiten und sie mit Angeboten bombardierten. Und darüber habe ich mit ihm gesprochen… Ja – gibt´s denn auch an Podcast? weiterlesen

Smartwatches konkret: Man gewöhnt sich an alles

LG G Watch R
Von einer stinknormalen Armbanduhr mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden
Wenn ich mich recht erinnere, habe ich mit dem Tragen von Armbanduhren aufgehört, nachdem mein aktuelles Handy auch im Ruhemodus die Uhrzeit zeigte. Das muss so um 2002 herum gewesen sein. Ich hatte es aber auch nie so mit mobilen Zeitmessern und konnte den Spruch vom „einzigen Schmuck, den ein Mann tragen darf“ nie recht nachvollziehen; schon gar nicht das Sammeln von Armbanduhren. Deshalb haben überhaupt nur zwei solche Dinger in meinem Leben eine Rolle gespielt: eine superleichte Uhr aus Titan mit Titanarmband, die ich noch heute besitze, und eine der allerersten Junghans-Funkuhren. Ja, genau, so ein fettes Teil mit Knubbel, in dem die Antenne saß.
Und nun Smartwatches. Tatsächlich fiel mir in den vergangenen rund acht Wochen die Gewöhnung daran, wieder täglich eine Uhr am Gelenk zu haben, am schwersten. Ganz abgesehen davon, die Intelligenzzwiebel morgens nicht auf der Ladeschale zu vergessen und immer schön am Mann zu tragen. Zunächst war es eine eher schlichte LG G Watch der ersten Generation, seit Weihnachten ist es der runde Nachfolger mit dem R im Namen. Während ich auf das eckige Gerät stellenweise noch angesprochen wurde („Ist das ne Smartwatch?“ – „Nein, das ist mein Herzschrittmacher…“), fällt die R-Watch niemandem mehr auf. Smartwatches konkret: Man gewöhnt sich an alles weiterlesen

Der erste Kölner Handystörer…

Handys und Smartphones können enorm stören. Thomas Kuhn erinnert sich an die ersten Handystörer.

Thomas Kuhn (2 von 2)
Das Haar war länger und die Technik überraschender… Thomas Kuhn damals beim ZDF

Bald  23 Jahre ist es inzwischen her, dass die digitalen Mobilfunknetze D1 und D2 in Deutschland an den Start gegangen sind. WirtschaftsWoche-Technik-Experte Thomas Kuhn erinnert sich an peinliche Überraschungen, ungewohnten Komfort und die ersten Vorboten einer kommunikativen Pest. Der erste Kölner Handystörer… weiterlesen

Die Glotze ist tot. Es lebe das Streaming!

kinokinoMit viel Prominenz aus Film, Funk und Fernsehen beging der US-amerikanische Streaming-Dienst Netflix Mitte September 2014 seinen Deutschlandstart. Auch die Medien griffen dieses Ereignis auf und taten teilweise so, als sei es völlig neu, dass man sich Filme und Serien auf den Computer, das Tablet oder das Smart-TV streamen lassen könnte. Denn schon seit mehr als drei Jahren gibt es Anbieter, die dem linearen Fernsehen von gestern mit einer echten Alternative beikommen. Das Prinzip ist simpel: Im Web (oder einer entsprechenden) App sucht man sich aus, was man sehen möchte und bestellt den entsprechenden Film oder die gewünschte Serienfolge. Dann bezahlt man und kann sich das Wunschvideo anschauen. Das bieten in Deutschland u.a. Videoload (Angebot der Telekom), Maxdome, Watchever, Sky Snap, Amazon Instant Video (ehemals Lovefilms) und ungefähr acht speziellere Dienste (z.B. Alleskino). Während man aber z.B. bei Videoload immer nur einzelne Filme buchen kann, lassen sich Netflix, Maxdome, Watchever, Sky Snap und Prime Instant Video (Amazon) per Monats-Flatrate und im Abo nutzen.
Flatrate bedeutet hier: Wer eine solche Monatspauschale gebucht hat, kann in diesem Zeitraum so viele Filme anschauen wie er/sie will. Dies immer in Form eines Abos – Laufzeiten und Kündigungsfristen unterscheiden sich dabei genauso wie die Preise. Die Glotze ist tot. Es lebe das Streaming! weiterlesen

Es muss nicht immer eine Garage sein…

Vor einigen Wochen zerstörte Apple-Mitbegründer Steve Wozniak einen Mythos – oder stutzte ihn zumindest kräftig zurecht: Die Garage, in der Apple angeblich gegründet wurde, hätte damals tatsächlich gar keine so große Rolle gespielt. Sie diente mehr oder weniger als Lager für die teilmontierten ersten Apple-Computer, und hin und wieder hingen die ersten Apple-Mitarbeiter dort herum, wenn sie gerade nichts Besseres zu tun hatten. Die Entwicklung der Apple-I-Computer fand andernorts statt – in erster Linie in Wozniaks Büro bei Hewlett-Packard.

Schade um die schöne Geschichte! Viel wichtiger als der Wirkungsort dürfte für den gemeinsamen Erfolg aber ohnehin die Rollenverteilung der Gründer gewesen sein: Begabter Elektronikbastler (Steve Wozniak) trifft auf Kommunikations- und Marketing-Genie (Steve Jobs). Allein hätte es keiner von beiden geschafft – Wozniak hätte sich und seine Computer allein nicht vermarkten können, Jobs hätte allein keinen Computer entwickeln und zusammenlöten können.

Apple-Garage
Hannes vor der original Apple-Garage in der Nähe von Cupertino, Kalifornien – 2001 durfte er im Rahmen einer Pressereise die vermeintliche Geburtsstätte der Apfel-Company besuchen.

Dasselbe Prinzip, ein paar Nummern kleiner, kam Anfang der Achtziger auch in Würzburg zur Wirkung, wo Christian Spanik und meine Wenigkeit aufeinandertrafen.

Es muss nicht immer eine Garage sein… weiterlesen

Wie Günther Schabowski mir mein erstes Handy verschaffte…

Mit einem Ziegelstein jenseits der Mauer –  Wie Günther Schabowski mir mein erstes Handy verschaffte

Eine Mobil-Telefon-Erinnerung von Udo Eling

Udo Eling (1 von 1)
Radpartner und meist erstaunter Betrachter meiner Technikverliebtheit: Udo Eling

Okay, die Sache mit dem Handy, das eigentlich auch gar kein Handy war, hatte nur mittelbar mit dem SED-Genossen zu tun, der ganz analog durch Ablesen eines Zettels die DDR Grenze zum Einsturz brachte.

Immerhin: durch seinen verschusselten Auftritt und die anschließende voraussetzungsfreie Öffnung des eisernen Vorhangs lernte ich ausgerechnet im fernen Köln ein Mädchen aus Ostberlin kennen.

Und kurz darauf…Ostberlin selber. Mit zwei Koffern in der Hand und westlichen Vorstellungen einer halbwegs entwickelten Kommunikationsgesellschaft im Kopf wechselte ich meinen ständigen Wohnsitz kurz nach dem Ende der real existierenden DDR – in die Prenzlauer Allee, Berlin –Ost. Wie Günther Schabowski mir mein erstes Handy verschaffte… weiterlesen

Die Zukunft betrachtet mit dem Wissen der Vergangenheit. Die Vergangenheit betrachtet mit dem Blick auf die Zukunft…