Alle Beiträge von Rainer Bartel

Coole Gadgets – 7 digitale Geschenke auf den letzten Drücker

Wie in den Vorjahren auch haben wir Digisaurier uns virtuell zusammengesetzt und als Schwarm den Markt der digitalen Geschenke gescannt. Dabei haben wir uns von einigen Geschenkeseiten anderer Online-Magazine inspirieren lassen, dafür aber die vielen, vielen Pressemitteilungen zu allen möglichen und unmöglichen Produkten völlig ignoriert. Manche der Gadgets besitzt einer von uns schon (teilweise auch schon ein bisschen länger), manche konnten wir kurz testen, und in einem Fall verhinderten Lieferschwierigkeiten einen Test. Apropos: Immer noch herrscht Mangel an Nachschub bei vielen Hardware-Gadgets; besonders bekanntlich bei Grafikkarten, die eigentlich kaum zu kriegen sind. Wir schlagen nur Geschenke vor, die aktuell online zu bestellen sind und noch rechtzeitig ankommen – eine Ausnahme bildet die empfohlene Drohne.

Der Luftsensor von IKEA: Vindingsbums (Foto: IKEA)
Der Luftsensor von IKEA: Vindingsbums (Foto: IKEA)

1. Vindriktning Luftqualitätssensor: Der Miefmesser

Manchmal haben die bei IKEA ja wirklich gute Ideen. Besonders seit dem die schwedischen Möbelschreiner das Digitale für sich entdeckt haben. Nein, erfunden haben sie den Luftqualitätssensor natürlich nicht, aber so ein ganz simples Ding für knapp 10 Euro auf den Markt zu werfen, ist eine gute Tat. Das Gerätchen hat eine Grundfläche von 5×5 Zentimeter und ist acht Zentimeter hoch. Gedacht ist der Vindriktning (Was für ein Name!) als Ergänzung zu IKEAS Förnuftig Luftreiniger. Ein ziemlich ordentlicher Sensor misst die Partikel in der Raumluft und zeigt die Menge durch einen Leuchtbalken an. Ist der grün, ist alles paletti, schlägt die Farbe über Orange zu Rot um, sitzt man im Mief und sollte dringend lüften. Per USB muss das Kästchen mit Strom versorgt werden.

Ein Ringlicht mit Stativ und Fernbedienung (Foto: via Amazon)
Ein Ringlicht mit Stativ und Fernbedienung (Foto: via Amazon)

2. Ringlicht mit Stativ und Fernbedienung: Für Selfie-Verliebte

Dieses Gadget ist etwas für angehende oder bereits praktizierende Influencer:innen und für diese Berufsgruppe unverzichtbar. Das Ringlicht sorgt für eine perfekte Ausleuchtung der sprechenden Person, weil es auf einem Stativ sitzt, einen Handyhalter hat und über eine Fernbedienung verfügt, bringt es alles mit sich, was es für ordentliche Instagram-, TikTok- und YouTube-Videos braucht. Wobei: Das ausgewählte Produkt für gerade einmal 24 Euro ist nur eines von vielen ähnlichen Produkten. Wie bei derlei Gadgets üblich, gibt es das Bundle baugleich unter verschiedenen Markennamen.

Sieht aus wie ein C64, ist aber eine Retro-Game-Konsole (Foto via c64-wiki.de)
Sieht aus wie ein C64, ist aber eine Retro-Game-Konsole (Foto via c64-wiki.de)

3. THEC64 Mini: Für C64-Nostalgiker mit Spieltrieb

Der olle Commodore 64 war ja für die erste Generation Computerzocker (deren Insassen meist von den Arcae-Games kamen) eine Traummaschine. Wer aber nicht in den Achtzigerjahren stehengeblieben ist und seinen Brotkasten irgendwann weggeworfen oder -gegeben hat, dürfte sich über dieses Ding tierisch freuen. Schon 2018 kam der THEC64 auf den Markt. Der sieht aus wie ein C64, ist aber in Wahrheit ein Mini-PC im 64er-Gewand. Das Komma-acht-Komma-eins-System läuft darauf nur ein einer Emulation. Eingebaut sind C64-Spieleklassiker wie Uridium, Paradroid, Hawkeye, Nebulus und Monty Mole. Erweiterungen sind nicht möglich. Lag der Preis anfangs bei knapp 80 Euro, muss man heute um die 100 Euro für die Kiste hinblättern. Joysticks verschiedener Qualität gibt es als Zubehör für mindestens rund 30 Euro. Wer einem 64er-Veteranen einen TheC64 Mini auf den Gabentisch packt, wird nostalgische Freudentränen ernten, so viel ist sicher…

Ein feines Geschenk für ausgebuffte Bastler: Odroid-C4 (Foto via Pollin Electronic)
Ein feines Geschenk für ausgebuffte Bastler: Odroid-C4 (Foto via Pollin Electronic)

4. Odroid-C4: Für bastelwillige Computernerds

Menschen, die sich die Nächte im Bastelkeller mit Einplatinencomputern um die Ohren schlagen, sind eine kreative Spezies. Da gibt es die gar nicht so kleine Gemeinde der Raspberry-Pi-Fans, die auf jede Menge Zubehör und Anwendungsideen zugreifen können, und die Abenteurer, die sich an weniger verbreiteten, aber leistungsfähigeren Boards ausprobieren. Für jemanden aus dieser Riege ist der Odroid-C4 das perfekte Weihnachtsgeschenk. Für nicht einmal 70 bekommt man die Platine mit 2-GHz-QuadCore-Prozessor, 4 GB RAM und 4 USB-Anschlüssen – zum Beispiel hier bei Pollin Electronic. Rund um das Board des Herstellers Hardkernel gibt es ein tolles Wiki und ein Support-Forum. Zubehör ist ebenfalls reichlich vorhanden. Kann gut sein, dass der/die Beschenkte sich aus dem Odroid-C64 einen winzigen, aber schnellen Linux-Computer baut oder ihn aber als Mediaserver nutzt oder als Schaltzentrale fürs Smarthome oder oder oder… Sicher ist, dass die Sache kreativ wird.

Ein Earebel-Beanie mit integrierten Bluetooth-Kopfhörern (Foto via Amazon)
Ein Earebel-Beanie mit integrierten Bluetooth-Kopfhörern (Foto: Earebel)

5. Earebel Beanie: Die völlig verrückte Kopfhörermütze

Die Idee ist genial – wer joggt oder skatet oder skiläuft oder sich sonstwie draußen betätigt, dabei einen warmen Kopf behalten UND Musik hören will, ist mit den Kopfhörermützen von Earebel bestens beschenkt. Das Prinzip: Die Mützen haben passende Öffnungen, in die der/die Nutzer:in die JBL-Kopfhörer-Buttons einklinkt. Das JBL-Modul kostet rund 60 Euro, die Mützen dazu je nach Modell zwischen ca. 30 und winterfesten 60 Euro. Die Spannweite reicht vom ultraleichten Beanie bis hin zur polartauglichen Pudelmütze. Die Soundbuttons sitzen prima, die Qualität mehr als ordentlich. Vorsicht: Einige Modelle sind kurz vor Weihnachten ausverkauft – am ehesten sind die Mützen noch im Earebel-Shop zu bekommen. Und, ach ja, für Menschen, dir vor allem rennen, sind auch Kopfhörer-Stirnbänder im Angebot.

Für drinnen und ein bisschen auch draußen: die Micro Drone 3 (Foto via Extremefliers)
Für drinnen und ein bisschen auch draußen: die Micro Drone 3 (Foto via Extremefliers)

6. Micro Drone 3: Die preiswerte Indoor-Drohne, die auch draußen klarkommt

So superangesagt sind Drohnen für den Amateurgebrauch nicht mehr. Das ist schade, denn einen Multicopter ferngesteuert fliegen zu lassen, macht einen Heidenspaß. Besonders mit solch einem Miniding, das vor allem für den Indoor-Gebrauch gedacht ist. Unserem Drohnen-Freak hat es die Micro Drone 3 für ungefähr 80 Euro sehr angetan – leider scheint dieses Fluggerät des britischen Herstellers Microdrone aktuell ausverkauft zu sein. Das ist schade, könnte aber damit zusammenhängen, dass bereits das Modell 4 angekündigt ist. Bliebe also nur ein Gutschein, wenn es dieses Drohnchen als Geschenk sein soll. Die technischen Daten (hier im PDF-Manual) wissen zu überzeugen, und auch die App für die Steuerung ist gut. Unter den gut einem Dutzend Minidrohnen, die unser D-Man getestet hat, war die Micro Drone 3 mit Abstand die beste. Bitte dem Beschenkten sagen, dass sich der Copter problemlos drinnen, aber nur bei annähernder Windstille draußen ordentlich fliegen lässt.

7. Xiaomi Mijia Smart-Magic Cube: Der universell brauchbare Zauberwürfel

Dieses verrückte Gadget haben wir bei den Kollegen von heise.de gefunden, gleich bei AliExpress bestellt und schnell bekommen. Denn der olle Rubik’s Cube hat bei mehreren Digisauriern einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch oder im Regal. Und nun bringt der aufstrebende Smartphone-Hersteller Xiaomi – zumindest in China – einen digitalen Zauberwürfel mit zugehöriger App auf den Markt. So what? denkt man zuerst. Wen der/die Beschenkte aber ein paar Stunden mit dieser Combo zugebracht hat, wird er/sie vor lauter Möglichkeiten kaum noch dazu kommen, den Zauberwürfel zu lösen. Das ist die eine Seite: Die App hilft dabei, alle Flächen des Würfels mit derselben Farbe zu versehen – das kann aber schon die alte Version. Die andere, die wir mangels Registrierung auf dem chinesischen Xiaomi-Server samt zugehöriger Cloud nicht haben testen können und wollen, soll sein, dass man mit dem Cube das Smarthome steuern kann. Unabhängig von Registrierung und Cloud kann man den Zauberwürfel aber als Steuerungsgerät verwenden: jeder Ebenendrehung ist eine Funktion zugeordnet – man muss allerdings herausfinden, welche Bewegung was bewirkt. Insofern ist der Mijia-Würfel eine Wundertüte und ein Abenteuer für schlappe 25 Euro (inkl. Versand), dass der/die Beschenkte im jeden Fall wie einen stinknormalen Rubik’s Cube benutzen kann.

Mit diesen Vorschlägen für Geschenke auf den letzten Drücker verabschieden sich die Digisaurier in den dringend notwendigen Winterschlaf und melden sich pünktlich am 5. Januar 2022 zurück. Wir wünschen allen Schenkenden und Beschenkten friedvolle Feiertage, einen schicken Übergang ins neue Jahr und alles Digitale im neuen Jahr.

Die Commodore-Story – Part III: Peddle, Shivji, Miner – die Technikhelden

Nach allem, was hier in Part I und II in Sachen Unternehmensführung beschrieben wurde, sollten wir nicht vergessen, dass Commodore mehr als ein Jahrzehnt lang im Auge des Digitalhurrikans lebte und die mit dem C64 die Geschichte der kleinen Computer entscheidend geprägt hat. Und das hat die Firma drei genialen Technikhelden zu verdanken, ohne die es vielleicht nie einen Commodore-Computer, aber ziemlich sicher keine erfolgreichen Rechner gegeben hätte. Reden wir also von Chuck Peddle, Shiraz Shivji und Jay Miner. Die Commodore-Story – Part III: Peddle, Shivji, Miner – die Technikhelden weiterlesen

Die Commodore-Story – Part II: Irving Gould, Retter und Killer der Company

Eine der schwierigsten Fragen der Commodore-Historie ist, ob und inwieweit Jack Tramiel tatsächlich ein Digitalpionier war, also ob er bei der Transformation seines Unternehmens in eine Elektronik-Company überhaupt eine technische Vision hatte. Betrachtet man den Zeitpunkt und die Umstände des Eintritts in den Markt der elektronischen Taschenrechner, kann die Antwort nur lauten: Nicht im Mindesten! Auch das in Part I bereits zitierte große DATA-WELT-Interview zeigt deutlich, dass Jack Tramiel nie etwas anderes war als Geschäftsmann, als ein Kämpfer, der um jeden Preis SEIN Unternehmen haben und zum Erfolg führen wollte. Vermutlich wäre ihm das auch mit – sagen wir – einer Kette Hamburger-Bratereien gelungen. Aufgrund seiner Ausbildung kannte er sich prächtig mit der Mechanik von Büromaschinen aus, Elektronik war ihm bis zu seinem Lebensende eher suspekt. Dass Commodore überhaupt eine Elektronikfirma wurde, hat die Company ihrem ersten, wichtigsten und letztlich mächtigsten Investor zu verdanken: Irving Gould. Die Commodore-Story – Part II: Irving Gould, Retter und Killer der Company weiterlesen