Kategoriearchiv: Ge-schichte

Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.

Internet-Helden (5): Shigetaka Kurita, der Emoji-Erfinder

Kürzlich fragte mich ein internet-abstinenter Freund (er besitzt nicht einmal ein Smartphone), was denn der Unterschied zwischen Smilies und Emojis sei. Ich konnte ihm nach einer kurzen Recherche die passende Antwort geben, und die lautet: Smilies sind auch Emojis, aber deutlich älter als diese. Letztere habe nämlich ein japanischer Designer erfunden, das wisse man, seitdem ein gewisser Shigetaka Kurita auf eine Welttournee gegangen sei. Denn da hätten dann alle möglichen und unmöglichen Medien ihn als Erfinder der Emojis präsentiert. Stellt sich die weitere Frage, ob das so stimmt. Internet-Helden (5): Shigetaka Kurita, der Emoji-Erfinder weiterlesen →

Kleine Weltgeschichte der Musikplayer-Bedienung – vom Tefifon bis Spotify

Kürzlich fiel mir im Schaufenster eines Antik-Sachen-Hökers ein original-echter Philips-Kassettenrekorder ins Auge, Baujahr vermutlich Mitte, Ende der Sechzigerjahre. Wir Jugendlichen jener Jahre, beatmusiksüchtig wie wir waren, träumten damals von so etwas. Also von einem Gerät, mit dem man jederzeit die Lieblingsmusik hören konnte. Die lief im Radio: auf Radio Luxemburg, den Piratensendern, aber auch in den legendären Musiksendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Könnte man die Hits einfach aufzeichnen und dann nach Belieben wieder abspielen – das wäre wunderbar. Und so wünschten sich zwischen etwa 1965 und 1970 Tausende junger Männer Tonbandgeräte zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zur Konfirmation. Die Mädchen waren an solch technischen Spielereien weniger interessiert, die wollten bloß, dass ihnen die Jungs ihre liebsten Songs vorspielten. Solch ein Kassettenrekorder hatte gegenüber den höchstens schleppbaren Tonbandgeräten den Vorteil wirklich portabel zu sein. Und: Er war leichter zu bedienen. Kleine Weltgeschichte der Musikplayer-Bedienung – vom Tefifon bis Spotify weiterlesen →

Internethelden (4): Linus Torvalds, der Mann, der uns Linux schenkte

Außer der Tatsache, dass die Geburtstage von HTML und Linux im selben Jahr stattfanden, haben das Internet und das Betriebssystem des Linus Torvalds anscheinend nur wenig miteinander zu tun. Tatsächlich aber fungierte das Open-Source-Betriebssystem als wichtiger Faktor bei der raschen Verbreitung des World Wide Web. Denn nur mit nicht-proprietären Betriebssystemen entzog sich der populäre Teil des Internets der Kontrolle durch die mächtigen Softwarekonzerne wie Microsoft. Nicht zuletzt deshalb betrieb der Windows-Hersteller über mehrere Jahre Kampagnen gegen Linux. Heute läuft weltweit die Mehrzahl der Web-Server unter dem unix-artigen Operating System, das Linus Torvalds mit knapp 22 Jahren nur so zum Spaß entwickelte. Internethelden (4): Linus Torvalds, der Mann, der uns Linux schenkte weiterlesen →

Internethelden (3): Peter Thiel, der Superreiche, der uns Paypal bescherte

Das beunruhigendste und von ihm autorisierte Zitat aus dem Munde von Peter Thiel besagt, dass er Freiheit und Demokratie für miteinander unvereinbar hält („Most importantly, I no longer believe that freedom and democracy are compatible“). Das passt perfekt zu diesem Libertären, der immer schon Republikaner war, die Tea-Party-Bewegung mit in Gang gesetzt hat und zu einem der stärksten Unterstützer des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump zählt. Nun darf man sich einen Libertären nicht im Sinne des Anarchismus europäischer Prägung vorstellen, sondern als jemanden, der jegliche Form der Regulierung durch einen Staat ablehnt, weil aus dieser Sicht nur so das freie Spiel der Kräfte in der Wirtschaft ermöglicht wird. Peter Thiel glaubt daran und handelt auch danach. Er setzt sein Milliardenvermögen deshalb voll und ganz nach eigenem Wunsch und Willen ein; wenn es sein muss, auch um sich zu rächen oder gesellschaftliche Bewegungen zu behindern und zu unterdrücken. Internethelden (3): Peter Thiel, der Superreiche, der uns Paypal bescherte weiterlesen →

Verlorenes Wissen (3): Das EPROM und der Akustikkoppler

Es gab eine Phase in der Geschichte der Computerei, da war Vieles geheimnisvoll und magisch. Ja, die wahren Hard- und Softwarefreaks waren so etwas wie Schamanen, die im Besitz des verborgenen Wissens über die Technik waren. Wir, die wir die Kisten bloß benutzen wollten, bewunderten sie. Und zwar die Bastler genauso wie die Maschinenspracheprogrammierer und natürlich auch die damals noch heorisierten Hacker. Die wussten natürlich wie man ein EPROM schießt und ein Datenklo selbst baut. Verlorenes Wissen (3): Das EPROM und der Akustikkoppler weiterlesen →

Internethelden (2): Marc Andreessen – Vom Browser-Krieger zum Risikokapitalisten

Wenn man Marc Andreessen reden hört, denkt man sofort: Ja, der Typ muss aus dem Mittleren Westen sein. Ist er auch. Geboren in Iowa hat er Informatik in Illinois studiert, quasi gleich um die Ecke. Und weil es ihm da oben möglicherweise zu flach und zu langweilig war, ging er für ein Jahr nach Texas für ein Praktikum bei IBM. Von dort dann wieder zurück als Student am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) seiner Alma Mater in Illinois. Dort hörte er von den bahnbrechenden Ideen des WWW-Urvaters Tim Berners-Lee. Ihn und seinen Studienkollegen Eric Bina beschäftigte vor allem die Theorie, dass HTML-Code von einer passenden Anwendung in lesbaren Text und sichtbare Bilder übersetzt werden müsse, die außerdem Links auflösen könne – also das, was wir heute einen Browser nennen. Internethelden (2): Marc Andreessen – Vom Browser-Krieger zum Risikokapitalisten weiterlesen →

Internethelden (1): Tim Berners-Lee – An Englishman in the Net

Insgesamt dreimal bin ich Tim Berners-Lee begegnet, einmal sogar persönlich. Das wird Ende 1995 gewesen sein. Mit Kollegen waren für die legendäre GMD im Schloss Birlinghoven bei St. Augustin tätig, die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, die 2001 mit der Fraunhofer-Gesellschaft fusionierte. Es ging um ein ziemlich großes, europäisches Projekt rund um die Industrienutzung von massiv-parallel arbeitenden Datenverarbeitungssystemen, für das eine eindrucksvolle, multimediale Präsentation zu basteln war. Eine zuständige Projektmitarbeiterin war damals schon weit voraus in Sachen Internet und hatte vorgeschlagen, doch auch eine Website zum Projekt zu publizieren. Wie es der Zufall will, war an einem der Tage eines Projekt-Meetings ebenjener Erfinder des World Wide Web im Schloss, und unsere Ansprechpartnerin war ganz aufgeregt. Internethelden (1): Tim Berners-Lee – An Englishman in the Net weiterlesen →