Es wird im Frühjahr 2002 gewesen sein. Die große Krise nach dem Internet-Hype kündigte sich an, die Zukunft des Neuen Marktes galt als unsicher. Da hatte die Intershop AG eine Pressekonferenz im Restaurant des Frankfurter Schirn anberaumt. Gründer Stephan Schambach sollte zur Zukunft seines Unternehmens sprechen, sollte Optimismus verbreiten, denn die Aktionäre übten Druck aus, weil Intershop immer noch keine Gewinne erwirtschaftete. Dann trat er auf, sichtlich nervös, abgeschirmt von Beratern trat er ans Mikrofon. Schambach kämpfte um sein Lebenswerk, aber etwas mehr als ein Jahr später trat er zurück. Internethelden (8): Stephan Schambach, der Pionier, der aus dem Osten kam weiterlesen
Kategoriearchiv: Ge-schichte
Historisches & Vergangenes rund um Computer und Co: Computergeschichte und Computergeschichten finden sich hier.
CES und Comdex: Welcome to Las Vegas!
Alle sprechen über die Messe CES in Las Vegas – okay, wir auch, aber erst einmal ist die Comdex dran, die noch vor der Unterhaltungselektronik-Messe das Highlight in Las Vegas war. Die beiden Digisaurier Hannes Rügheimer und Christian Spanik blicken zurück auf spannende Erlebnisse, erinnern sich an Glitzerwelten und Feueralarme, Einwahlnummern fürs Internet und Fernseher für Millionäre. Und dann war da noch die Sache mit den drei IT-Nerds, die mit dem Sportflugzeug über Las Vegas düsten…
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Internethelden (7) John Perry Barlow und Aaron Swartz – der Poet und der Aktivist
Wer heute so im Netz surft und shoppt und socialized, aber vor etwa 1998 noch nicht drin war, kann sich kaum vorstellen, welche utopischen Hoffnungen ein großer Teil der ersten Generation User mit dem Internet verband. Allen Menschen sollte dieses gigantische Netz zur Verfügung stehen, und das Wissen sollte frei über die Knoten flottieren. Ja, bei denen, die sich philosophisch und/oder politisch mit dem Internet befassten, kursierte der Slogan „Information will frei sein!“. Aber wie das so in der weltbeherrschenden, noch andauernden Phase der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist: Alles muss verwurstet werden, nichts ist umsonst. Spätestens mit dem Börsengang von Yahoo im Jahr 1996 wurde auch das Internet, speziell das World Wide Web zur unternehmerischen Kampfzone. Internethelden (7) John Perry Barlow und Aaron Swartz – der Poet und der Aktivist weiterlesen
Internethelden (6): Paul Flaherty, der Mann, der uns Altavista gab
Als im Dezember 1995 mit AltaVista die allererste Suchmaschine online ging, gab es weltweit gerade einmal 23.500 Websites. Die waren noch weitgehend textbasiert und durchweg nicht besonders umfangreich. Mit ein wenig Fleiß und einer Menge Helfer hätte man da vielleicht noch den Überblick behalten können. Wie visionär muss jemand schon anderthalb Jahre zuvor gewesen sein, die vollständige Indizierung alle Websites anzuregen – mit der Vorstellung, den Usern eine Suchfunktion anzubieten, mit der jeder alles finden würde, was er im Web sucht. Der Visionär hieß Paul Flaherty und arbeitet damals bei DEC (Digital Equipment Corporation). Internethelden (6): Paul Flaherty, der Mann, der uns Altavista gab weiterlesen
Kleine Weltgeschichte der Computermaus
Die Karriere der Computermaus begann mit der Markteinführung des Apple Macintosh. Denn dieser ganz ungewöhnliche Rechner sollte es den Menschen leicht machen, einen Computer zu bedienen und war deshalb mit einer grafischen Benutzeroberfläche ausgestattet. Das, was man auf dem Bildschirm sah, sollte einem Schreibtisch entsprechen. Auf dieser Fläche lag alles herum, was man so brauchen konnte. Und dann waren da noch die Menüs, die auch nicht durch kryptische Befehle geöffnet werden sollten, sondern eben ganz intuitiv. Da kam den Apple-Leute eine Erfindung des Computerhelden Doug Engelbart gerade recht: das Rollkugeleingabegerät. Die Idee war, durch Bewegungen der Hand in der Horizontalen einen Pfeil auf der vertikalen Anzeige bewegen zu können. Der Anwender sollte auf das zeigen können, was er benutzen wollte. Kleine Weltgeschichte der Computermaus weiterlesen
Sensation: Endlich ein Smart Home! Das ganze Haus ist vernetzt!
So viel Smart Home, dass die Technik im Speicher des Hauses untergebracht werden muss? Nein, danke! Aber eine Sensation war es definitiv, was die Telekom vor dreizehn Jahren in Berlin präsentierte: das erste komplett vernetzte Haus. Seitdem hat sich unglaublich viel getan – nicht nur bei der Haussteuerung. Die Hersteller quetschen immer mehr Pixel in TV-Displays, einer schnallt sogar winzige Elektrofahrzeuge direkt an die Füße. Und das nennt die Branche bloß „Evolution statt Revolution“. Warum eigentlich?
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Internet-Helden (5): Shigetaka Kurita, der Emoji-Erfinder
Kürzlich fragte mich ein internet-abstinenter Freund (er besitzt nicht einmal ein Smartphone), was denn der Unterschied zwischen Smilies und Emojis sei. Ich konnte ihm nach einer kurzen Recherche die passende Antwort geben, und die lautet: Smilies sind auch Emojis, aber deutlich älter als diese. Letztere habe nämlich ein japanischer Designer erfunden, das wisse man, seitdem ein gewisser Shigetaka Kurita auf eine Welttournee gegangen sei. Denn da hätten dann alle möglichen und unmöglichen Medien ihn als Erfinder der Emojis präsentiert. Stellt sich die weitere Frage, ob das so stimmt. Internet-Helden (5): Shigetaka Kurita, der Emoji-Erfinder weiterlesen
Kleine Weltgeschichte der Musikplayer-Bedienung – vom Tefifon bis Spotify
Kürzlich fiel mir im Schaufenster eines Antik-Sachen-Hökers ein original-echter Philips-Kassettenrekorder ins Auge, Baujahr vermutlich Mitte, Ende der Sechzigerjahre. Wir Jugendlichen jener Jahre, beatmusiksüchtig wie wir waren, träumten damals von so etwas. Also von einem Gerät, mit dem man jederzeit die Lieblingsmusik hören konnte. Die lief im Radio: auf Radio Luxemburg, den Piratensendern, aber auch in den legendären Musiksendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Könnte man die Hits einfach aufzeichnen und dann nach Belieben wieder abspielen – das wäre wunderbar. Und so wünschten sich zwischen etwa 1965 und 1970 Tausende junger Männer Tonbandgeräte zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zur Konfirmation. Die Mädchen waren an solch technischen Spielereien weniger interessiert, die wollten bloß, dass ihnen die Jungs ihre liebsten Songs vorspielten. Solch ein Kassettenrekorder hatte gegenüber den höchstens schleppbaren Tonbandgeräten den Vorteil wirklich portabel zu sein. Und: Er war leichter zu bedienen. Kleine Weltgeschichte der Musikplayer-Bedienung – vom Tefifon bis Spotify weiterlesen