Wir Digisaurier, das sagt schon unser Motto, sind keine reinen Nostalgiker mit Schwerpunkt auf ollen Homecomputern. Wir sind auch keine Hardtüftler oder Programmierer. Wir leben in der digitalen Welt und verfolgen mit Interesse, was sich so tut. Wie es aussieht, steht das, was wir ziemlich grobschlächtig „Internet“ vor gewaltigen Veränderungen. Das betrifft weniger die Technik, als die Anwendung, und das Thema „Blockchain“ spielt dabei die führende Rolle. Das in Berlin beheimtate Start-up-Unternehmen mit dem lustigen Namen biddz.io hat eine Idee in die Praxis umgesetzt, die viele dieser Themen berührt. Zum Beispiel die schreiende Ungerechtigkeit gegenüber Musikern und Musikerinnen, die durch den Erfolg von Streaming-Diensten wie Spotify entstanden sind. biddz: Musiker fördern und daran verdienen – eine außergewöhnliche NFT-Idee weiterlesen
Helium, das IoT-Netzwerk: Zukunftstechnologie, Hype oder gar Betrug?
Wenn dieser Tage etwas durch die Medien rauscht, das mit einem ganzen Cocktail an Buzzwords versehen ist, ist zumindest Skepsis angesagt. Bei Helium, das die Macher großspurig „The People’s Network“ nennen, werden Begriffe wie „Internet of Things“ (IoT), 5G, Blockchain und Kryptowährung gleich auf einmal durch die Tasten gejagt. Verschärfend kommt hinzu, dass vor allem die Dutzenden an Websites rund um Krypto, die gelegentlich auch Absender von Spammails sind, die neue Sau am heftigsten durchs Dorf treiben. An seriösen Quellen tun sich lediglich die englischsprachige Wikipedia und das Forbes-Magazin hervor. Dass Shawn Fanning, der Mann, der seinerzeit mit Napster stinkreich geworden ist, zu den Gründern zählt, macht die Sache nicht einfacher. Grund genug, sich dieses funkbasierte, plattformunabhängige Peer-to-Peer-Network einmal genauer anzuschauen. Helium, das IoT-Netzwerk: Zukunftstechnologie, Hype oder gar Betrug? weiterlesen
Was zur Hölle … bringt eigentlich ein Kensington-Schloss
Eine in keinster Weise repräsentative Umfrage bei einem guten Dutzend Kolleg:innen brachte ein erstaunliches Ergebnis: Alle kannten das Kensington-Schloss, nur eine Person besaß und benutzte eines. Dabei hat es der jederzeit innovative Hersteller Kensington, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die professionelle PC-Nutzung durch Hardwarekomponenten zu optimieren, sein vor mehr als 30 Jahren entwickeltes Sicherheitssystem für portable Computer zum Standard zu machen; alle nennenswerten Hersteller von Laptops und Notebooks rüsten ihre Geräte mit einem dem Standard entsprechenden Anschluss aus. Das Prinzip ist simpel: In die genormte Öffnung wird ein genormtes Gegenstück eingeführt und dann verriegelt. Am eigentlichen Schloss ist in der Regel ein mehr oder minder stabiles Drahtseil befestigt, das wiederum an einem Möbelstück oder sonst einem ortsfesten Gegenstand angebracht werden kann. So ist die Maschine vor physischem Diebstahl geschützt. Was zur Hölle … bringt eigentlich ein Kensington-Schloss weiterlesen
Fast vergessen (8): Was wurde eigentlich aus Conrad Electronic?
Als dieser Tage die Meldung reinschneite, Conrad Electronic würde fast alle seine Filialen schließen, war ich einigermaßen schockiert. Geht es diesem wahrhaft legendären Unternehmen etwa nicht gut? Es war ja schon vor ein paar Jahren eine traurige Tatsache, dass die Filiale hier an meinem Wohnort Düsseldorf geschlossen wurde, zu der ich über viele, viele Jahre regelmäßig pilgerte. Eigentlich immer, wenn ich irgendetwas brauchte, was auch nur annähernd mit Elektronik zu tun hatte – Stecker und Kabel, zum Beispiel. Ich war immer sehr froh, dass ich solchen Kram eben nicht beim Online-Händler mit dem A am Anfang bestellen musste, sondern ihn – drei Straßenbahnhaltestellen entfernt – in echt kaufen konnte. Natürlich nutzte und nutze ich seitdem auch den Versandservice von Conrad Electronic, aber mit fehlen die Gespräche mit den so unglaublich fach- und sachkundigen Verkäufer:innen im Laden. Fast vergessen (8): Was wurde eigentlich aus Conrad Electronic? weiterlesen
Praxis: Ollen Laptop zum modernen Chromebook machen – so geht’s (eventuell…)
Wer hätte gedacht, dass Googles Chromebook-Konzept mal so gehypt würde. Momentan wird über Notebooks mit diesem simplen Betriebssystem viel geschrieben, und die Hersteller machen für ihre Chromebooks gerade ordentlich Reklame. Im Prinzip ist solch eine Kiste ein OS-gewordener Browser. Das heißt: Surfen im Web ist die Basis, Anwendungen laufen im Browser. Und wenn man noch einen Denkschritt weitergeht, sind Chromebooks legitime Geschwister der Android-Smartphones. Der große Vorteil eines Chromebooks im Vergleich zu einem Windows-Laptop (und, ja, auch zu einem Macbook) liegt in den geringen Hardwarevoraussetzungen und der guten Gesamtgeschwindigkeit. Das klingt verlockend von Besitzern von Windows-Maschinchen, die schon unter Windows 10 ordentlich ins Schwitzen können. Mit einer Umrüstung auf Chrome OS könnte man ihnen einen zweiten Frühling bescheren. Praxis: Ollen Laptop zum modernen Chromebook machen – so geht’s (eventuell…) weiterlesen
Fast vergessen (7): Was wurde eigentlich aus Data Becker?
Alles begann damit, das Rainer über einen einen kleinen, gemeinen Artikel in der Rheinischen Post zum Ende von Data Becker stolperte. Das brachte ihn dazu als Insider, der lange Jahre als Buch-Autor und vor allem Chefredakteur der Data Becker Zeitschriften arbeitete seine Sicht einmal zu schreiben. Zusätzlich hat hier auch Christian Spanik noch einiges hinzugefügt. Denn was wenige wissen: Er war nicht nur Mit-Autor vieler der erfolgreichsten Data Becker Bücher zum Amiga. Er arbeitete auch einige Zeit als Assistent der Geschäftsleitung direkt für Dr. Achim Becker. Hier also der Update dieser Geschichte.
Fast vergessen (7): Was wurde eigentlich aus Data Becker? weiterlesenPraxis: Wie nützlich sind USB-Hubs und Dockingstations wirklich?
Böse Zungen behaupten, die Hersteller der aktuellen Notebooks würden ihren Flachmännern nur deshalb so wenige Anschlüsse spendieren, damit sie den willigen Kund:innen ihre sündhaft teuren Dockingstations verkaufen könnten. So kostet das schlichte Surface Dock 2 mit einem Display- und einem Audioausgang, einer Ethernet-Buchse und sechs USB-Anschlüsse, das als Netzteil dient, offiziell schlappe 300 Euro; im Online-Versandhandel gibt es das Kästchen allerdings schon für um die 200 Euro. Preislich liegen die Dockingstations für MacBooks, allerdings besser ausgestattet, etwas darunter. Auch andere Hersteller versprechen, mit einem solchen Wunderteil würde aus dem mobilen Maschinchen ein waschechter Desktop-PC. Fragt sich nur, wer diese Verwandlung will und warum. Praxis: Wie nützlich sind USB-Hubs und Dockingstations wirklich? weiterlesen
Was zur Hölle… soll ich wirklich Windows 11 wählen?
Seit der ersten Version 1.0 im Jahre 1985 (die bekanntlich praktisch niemand praktisch nutzte) ist Windows zum mit weitem Abstand am weitesten verbreiteten Betriebssystem auf persönlichen Computern geworden. Ja, Betriebssystem, denn eine reine Benutzeroberfläche war das Microsoft-Ding im Gegensatz zu manchen Konkurrenten jener Jahre nicht. Veteran:innen dieser OS-Welt erinnern sich noch gern an die Version 3.11 von 1994, die bekanntlich die erste in der Reihe der 16-Bit-Windows-Varianten war, die so richtig gut und stabil lief und eine Explosion bei den Windows-Anwendungsprogrammen auslöste. Nach den unglückseligen NT-Dingern arbeitete sich dann Windows XP wieder in die Herzen der User:innen. Windows 7 kam in ganz neuem Look und zählt auch zu den Versionen, die auf mehr oder weniger große Liebe stießen. Und dann eben Windows 10, das sich anfangs ungewohnt anfühlte und dank des eingebauten Update-Mechanismus nie zu everybody’s darling wurde.
Das führte dazu, dass besonders in Unternehmen selbst dann auch Windows 7 auf den Kisten lief, als dessen Ableben – sprich: Ende der offiziellen Unterstützung durch Microsoft – verkündet und sogar ausgeführt wurde. Diesen Ritt auf einer betriebssystemtechnischen Rasierklinge riskieren tatsächlich immer noch ultrakonservative Admins. Dabei steht doch schon seit einigen Monaten Windows 11 ins Haus. Es handelt sich seit Langem mal wieder um eine echte Neuentwicklung mit ganz viel frisch gebasteltem Code. Eben nicht nur um eine modernisierte Benutzeroberfläche, sondern eine Version, die angetreten ist, die Möglichkeiten aktueller Hardware auszureizen.
So wie es Apple seit Jahr und Tag mit seinen OS-Versionen im schönen Einklang mit der jeweils neuen Prozessorgeneration tut. Überhaupt: Sowohl draußen an Deck, als auch im Maschinenraum haben die Microsofties ganz viel Dinge eingebaut, die es im MacOS schon seit rund zehn, wenn nicht gar 15 Jahren gibt. Das muss ja nicht schlecht sein, denn Studien zeigen, dass die Bedienung eines Apple-Computers von Neulingen immer noch schneller erlernt, wird als dies bei Windows der Fall ist – von wegen „intuitiv“ und so.

In einem wesentlichen Punkt sind die Ingenieur:innen bei Microsoft dem Apple-Vorbild besonders intensiv gefolgt: Windows 11 läuft nur auf zertifizierter Hardware. Beim Versuch der Installation wird das TPM-2-Modul sowie der Secure Boot abgefragt. Ohne beides kein Windows 11. Schlimmer noch: Die Auswahl an CPUs, mit denen der Elfer zusammenarbeiten mag, ist so eingeschränkt, dass praktisch alle Desktops-PCs, Laptops und Notebooks mit einem Baujahr von vor etwa 2019 definitiv ausgeschlossen sind. Kann man so machen, macht Apple aber nicht so. Begründet wird diese rigorose Maßnahme mit Sicherheitsgründen; das ist ehrenhaft, aber bei genauerem Hinsehen ein schwaches Argument, weil das, was die 11er-Systemanforderungen verlangen, die Gesamtsicherheit nicht grundlegend verbessert.
Erkenntnis Nummer 1: Mit der Frage „Windows 11 oder nicht?“ müssen sich nur Besitzer:innen (relativ) aktueller Hardware auseinandersetzen. Seit etwa Sommer 2021 wirkt sich das stark auf neu anzuschaffende Maschinen aus; sind die 11-kompatibel, wird meist ein automatisches Update aufs neue Windows angeboten. Aber auch hier sind manche User:innen gekniffen, den nicht immer gibt’s die Pro-Version als Update, selbst wenn vorher Windows 10 in der Pro-Version installiert war. Darauf ist beim Kauf dringend zu achten!
Erkenntnis Nummer 2: Es hat sich ausgekachelt. Als Microsoft noch von einer OS-Allmacht quer über die Welt aus Smartphones, Tablets und PCs träumte, haben die Designer:innen voll auf die Kachel als schönes und nützliches Bedienelement gesetzt. Sagen wir so: Eine kleine radikale Minderheit mochte das. Im Windows-Startmenü aber schlagen sich bis heute Menschen damit herum. Zack, bei 11 sieht dieses Startmenü endlich modern aus … so ein bisschen appelig.
Überhaupt ist Windows 11, dessen GUI ziemlich an das ehemalige Einsteiger-Windows 10X erinnert, ziemlich hübsch geworden. Das zeigt sich im Gesamtbild und setzt sich bei der Ästhetik der Fenster, leisten und Buttons fort. Windows-Kenner:innen werden auf Anhieb zurechtkommen. Aber, denn es gibt immer ein Aber, die vielen Möglichkeiten, sich die Desktops selbst nach Lust und Laune zu gestalten, haben sich verringert, und übernehmen kann man das, was man bei Windows 10 angerichtet hat, nur sehr eingeschränkt.

Der größte Hammer aber ist, dass Leute, die ein Android-Smartphone nutzen, nun auch Android-Apps unter Windows 11 nutzen können; eine Auswahl ist bereits im Microsoft Store zum Download verfügbar. Weniger doll werden sich Besitzer:innen von ollen Tablets freuen, die dort mit Windows 10 arbeiten. Erstens weil außer den originären Windows-Tablets kaum Geräte 11er-fähig sind und zweitens, weil die neue Version eben ausschweifendere Ressourcen fordert. Man hört schon von Fricklern, die nun ein Linux aufs Tablet ziehen.
Erkenntnis Nummer 3: Der Drops mit neuen Treibern ist noch gar nicht gelutscht. Fein raus sind nur Käufer:innen von neuen PCs, die daran nur aktuelle Peripherie betreiben wollen. Wer aus nostalgischen Gründen olle Grafikkarten drin hat oder einen Drucker-Methusalem weiter nutzen will, könnte unerfreuliche Überraschungen erleben.
Das Fazit lautet daher: Wer jetzt oder in nächster Zeit einen neuen PC bzw. ein neues Notebook anschafft, sollte nach einer kurzen Gedenkphase das Angebot auf das Update in Richtung Windows 11 dann annehmen, wenn es verfügbar ist. Allen anderen ist anzuraten, beim guten, alten 10er-Windows zu bleiben, denn das wird ja nach geltenden Microsoft-regeln noch ein paar Jahre unterstützt werden.