So sah es früher aus: Hässliche Dockingstation am Terra PC (Foto: Digisaurier)

Praxis: Wie nützlich sind USB-Hubs und Dockingstations wirklich?

Böse Zungen behaupten, die Hersteller der aktuellen Notebooks würden ihren Flachmännern nur deshalb so wenige Anschlüsse spendieren, damit sie den willigen Kund:innen ihre sündhaft teuren Dockingstations verkaufen könnten. So kostet das schlichte Surface Dock 2 mit einem Display- und einem Audioausgang, einer Ethernet-Buchse und sechs USB-Anschlüsse, das als Netzteil dient, offiziell schlappe 300 Euro; im Online-Versandhandel gibt es das Kästchen allerdings schon für um die 200 Euro. Preislich liegen die Dockingstations für MacBooks, allerdings besser ausgestattet, etwas darunter. Auch andere Hersteller versprechen, mit einem solchen Wunderteil würde aus dem mobilen Maschinchen ein waschechter Desktop-PC. Fragt sich nur, wer diese Verwandlung will und warum.

Der offizielle Preis für Microsofts Surface Dock 2 (Screenshot Microsoft)
Der offizielle Preis für Microsofts Surface Dock 2 (Screenshot Microsoft)
Weil der Laptop tatsächlich mein Allzweck-Rechner sein sollte, entschied ich mich 2016 für einen sogenannten „Convertible“ der Marke Terra PC vom deutschen Computerhändler Wortmann AG. Der hatte bereits einen Touchscreen, und man konnte das Display gegenüber dem Rechner so verdrehen, dass es beinahe als Tablet zu nutzen war oder zeltförmig aufgestellt als Fernseher. Das 15,6-Zoll-Notebook selbst brachte einen HDMI-, je einen Line-out- und Mic-In-Anschluss, eine RJ45-Ethernet- sowie drei USB-Buchsen mit. Da machte ich einen Denkfehler, denn die Kiste sollte a) per Kabel ans heimische Netzwerk gebunden werden und b) sein Bild auf einen richtigen großen LCD-Monitor werfen. Also bestellte ich gleich die potthässliche Dockingstation dazu, die seinerzeit ziemlich genau ein Viertel des Kaufpreises des Laptops kostete. Mit der hatte ich einen Ethernet-, zwei HDMI-Anschlüsse und eine Audio-Buchse sowie viermal USB.

Genauso mattschwarz und schick wie der Laptop: Anker USB-Hub (Foto: Digisaurier)
Genauso mattschwarz und schick wie der Laptop: Anker USB-Hub (Foto: Digisaurier)

Hätte ich mir sparen können. In der Realität fiel nur der Mangel an USB-Buchsen ins Gewicht. Je eine war nämlich immer besetzt durch den Dongle für die Drahtlosmaus, eine andere durch den Fingerabdruck-Stick und die letzte durch eine externe Festplatte für mein Fotoarchiv. Wenn ich etwas ausdrucken wollte, musste ich eine Buchse freimachen, um den Printer anschließen zu können. Ergo hätte ich eigentlich nur einen USB-Hub gebraucht, um mein kleines Abschlussproblem zu lösen. Blind wie man manchmal ist, brauchte ich volle drei Jahre bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Flugs erwarb ich ein USB-Kistchen meiner Lieblingsmarke Anker mit vier Mal USB … und mottete die Dockingstation ein.

Nicht viel größer als das Anker-Teil, aber 20 mal so teuer... (Foto: Microsoft)
Nicht viel größer als das Anker-Teil, aber 20 mal so teuer… (Foto: Microsoft)

Die Pointe an der Geschichte: Inzwischen tut ein schicker mattschwarzer Microsoft Surface Laptop 4 bei mir Dienst, der ja noch weniger Schnittstellen mitbringt als der gute, alte Terra PC, nämlich lediglich ZWEI USB-3.0-Buchsen. Dafür hat er aber auch den Fingerabdrucksensor für die Hello-Anmeldung ebenso integriert wie das Modul für die Funkmaus. Da das neue Notebook nun per Wlan ins Netzwerk eingebunden wird und der große Monitor kaputtgegangen ist, fehlen mir nur noch ein paar USB-Anschlüsse für externe Festplatten, den Drucker und sonstige Wechselfälle des Computerlebens.

Tja, liebes Microsoft, da habe ich dann eben nicht zur Docking Station 2 gegriffen, sondern einfach meinen Anker USB-Hub weiterbenutzt … und der hat vor anderthalb Jahren mal eben 15 Euro gekostet. Fazit: Drum prüfe, wer sich unbedingt eine teure Dockingstation kaufen will, ob er:sie die wirklich braucht oder ob es ein USB-Hub nicht doch tut.

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