So sieht's aus, das Chrome OS Flex auf einem ollen Lenovo Thinkpad

Praxis: Ollen Laptop zum modernen Chromebook machen – so geht’s (eventuell…)

Wer hätte gedacht, dass Googles Chromebook-Konzept mal so gehypt würde. Momentan wird über Notebooks mit diesem simplen Betriebssystem viel geschrieben, und die Hersteller machen für ihre Chromebooks gerade ordentlich Reklame. Im Prinzip ist solch eine Kiste ein OS-gewordener Browser. Das heißt: Surfen im Web ist die Basis, Anwendungen laufen im Browser. Und wenn man noch einen Denkschritt weitergeht, sind Chromebooks legitime Geschwister der Android-Smartphones. Der große Vorteil eines Chromebooks im Vergleich zu einem Windows-Laptop (und, ja, auch zu einem Macbook) liegt in den geringen Hardwarevoraussetzungen und der guten Gesamtgeschwindigkeit. Das klingt verlockend von Besitzern von Windows-Maschinchen, die schon unter Windows 10 ordentlich ins Schwitzen können. Mit einer Umrüstung auf Chrome OS könnte man ihnen einen zweiten Frühling bescheren.

Den Gedanken hatten schon vor ein paar Monaten die Leute vom Softwarehaus Neverware, die mit CloudReady (hier geht’s zum Download) einen kostenlosen Chrome-OS-Klon in den Ring geworfen haben. So richtig wundert das nicht, denn Googles Chrome OS basiert auf dem lizenzfreien Chromium OS, hat sich aber über die Zeit in mancher Hinsicht anders entwickelt – oder umgekehrt, übrigens… CloudReady war also kein echtes Chrome OS, sondern eine Chromium-Version, die das Original in Sachen Look and Feel emulierte, also sich im täglichen Betrieb nicht bis kaum von der Arbeit mit einem Chromebook unterschied. Allerdings: Mit CloudReady hatte man keinen Zugriff auf den Google Play Store mit seinen Apps.

Chrome OS Flex: Einfach vom USB-Stick booten...
Chrome OS Flex: Einfach vom USB-Stick booten…

Das bedeutet konkret: Am ehesten eignete sich CloudReady dazu, sich mit dem Wesen eines Chromebooks vertraut zu machen. Andererseits funktionierte dieser Chrome-OS-Klon ziemlich gut und ließ sich auf praktischen allen Windows-Notebooks nutzen, die nicht älter als ungefähr 9, 10 Jahre waren. Nach dem Download konnte man eine bootfähige Fassung auf einem USB-Stick basteln. Nun musste man beim Start des Rechners nur noch ins Boot-Menü gelangen, um sich für diesen USB-Stick als Boot-Medium zu entscheiden.

Sie nennen es "Wiederherstellungsmedium"...
Sie nennen es „Wiederherstellungsmedium“…

Recht unerwartet kam aber vor Kurzem Google selbst mit einer Version um die Ecke, die sich per USB-Stick auf Windows-Rechnern nutzen lässt. Chrome OS Flex (hier geht’s zum Download) heißt das Ding und wurde von … genau: Neverware entwickelt, denn Google hat den Laden vor zwei Jahren gekauft. Das bedeutet, dass der Bastelprozess des boot-fähigen USB-Sticks so ähnlich funktioniert wie bei CloudReady, dass auf dem Stick aber kein Klon sitzt, sondern ein waschechtes Chrome OS. Um Frustrationen vorzubeugen, hat Google eine Liste zertifizierter Notebooks bereitgestellt und jeweils angegeben, ob Flex darauf erfolgreich getestet wurde oder ob es möglicherweise kleinere Probleme gibt.

Hier geht's los mit dem USB-Stick-Gebastel...
Hier geht’s los mit dem USB-Stick-Gebastel…

Die Liste vom Ende März 2022 wird fortlaufend aktualisiert, und unsere Tests ergaben, dass man sich drauf verlassen kann. In beiden Richtungen, denn auf drei Laptops, die in der Liste stehen, lief Chrome OS Flex problemlos, auf einem vierten Gerät, das nicht gelistet ist, ging gar nichts. Aber (denn es gibt immer ein Aber): Wirklich reibungslos läuft Chrome OS Flex noch nicht, darauf weist Google aber auch ausdrücklich hin. Die meisten Probleme gibt es naturgemäß bei Treibern. Denen sind wir auch begegnet. Das einzige Notebook, das wirklich komplett fehlerfrei mit diesem Betriebssystem, gebootet vom USB-Stick, lief, war ein Lenovo Thinkpad Yoga von 2014. Kein Wunder, der von dieser Celeron Klappstulle gab es damals schon eine Chromebook-Version.

Fazit

Beide Lösungen, sowohl die mit CloudReady, als auch die mit dem Chrome OS Flex, haben ihren Charme. Vor allem, weil sie nichts kosten, und man einfach weiter mit Windows arbeiten will, wenn einen das Google-OS nicht überzeugt. Natürlich ist Flex auf mittlere Sicht die interessantere Variante, die auf einem USB-Stick Platz findet, sodass man lange testen kann, bevor man ein olles Notebook tatsächlich final zum Chromebook macht.

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