Der Umzug, Teil 1: Digitale Probleme mit dem Server

Ein Umzug in ein Büro sollte ja keine große Sache sein. Doch was, wenn rund 25 TByte mit umziehen sollen? Digisaurier Martin über seinen schweren Weg vom Home Office in ein neues Büro.

25 Terabyte umziehen? Klingt unmöglich. Aber, ok, zugegeben: gut 24 TByte Daten lagern auf Festplatten. Die habe ich in einen Transportkorb gepackt und ins Büro gefahren. Fertig.

Doch die restlichen Daten waren ein Problem. Speziell die rund 400 Gigabyte Foto-Daten. Denn die habe ich zwar auch auf Festplatten, die wiederum in einem Raidsystem und auf einem Servern stecken. Aber: Ich möchte auf allen Datenträgern die Bildbestände identisch halten. Das heißt, jeweils die Server zuhause und im Büro sowie das Raidsystem müssen sich untereinander abgleichen. Und das ist das Problem.

Ein Pegasus-Raidsystem speichert die Bilder im Büro.

Die Ausgangssituation

So sieht meine Lagerhaltung vor dem Umzug aus. Die Bilder liegen auf:

  1. einem Pegasus-Raidsystem. Das ist richtig schnell und beschleunigt die Suche nach Fotos. Hier sitzt auch mein Adobe Lightroom, das sich um das Einlesen, die Verschlagwortung und einfache Bildbearbeitung kümmert.
  2. einem Synology-NAS, der Diskstation. Darauf läuft die Photostation, ein eingebauter Bilder-Server. Auf die wiederum kann ich von jedem Rechner im Netz aus zugreifen und sie nach Stichwörtern oder Personen durchsuchen.

Über ein Lightroom-Plugin habe ich bislang immer die Bilder vom Raidsystem auf die Diskstation überspielt. So hatte ich auf dem Server ein Backup meiner Daten und Zugriff von jedem Computer aus – ganz ohne Lightroom-Kataloge zu synchronisieren oder ähnliche Kunstgriffe.

Die Herausforderung

Jetzt galt es, die zweite Diskstation in das Konzept einzubinden. Künftig stehen im Büro

  • eine Diskstation
  • das Raidsystem

und zuhause

  • die zweite Diskstation

Also reifte folgender Plan: Beide Diskstations bekommen vorweg den gleichen Satz an Bildern. Änderungen gleichen sie über die Cloud ab.

Das Problem dabei: Wie bringe ich neue Bilder in das System? Schließlich soll das Raidsystem auch weiterhin der Bearbeitungsplatz für die Bilder sein.  Ich möchte Lightroom weiter als Hauptanwendung nutzen, um die Bilder einzulesen und weiter zu verarbeiten. Das geht aber nur im Büro.

Je eine Diskstation im Büro und daheim gleichen ihre Daten über die Cloud ab.

 

Der Plan

Was also, wenn ich zuhause Fotos mache und die

  • dort (ohne Lightroom) weiter verarbeiten
  • und später im Büro auf das Raidsystem bringen

möchte?

Auf den ersten Gedanken schien das ziemlich kompliziert. Und so entschloss ich mich zu einem ungewöhnlichen Schritt: ich habe angefangen, die Situation aufzumalen und zu planen.

Doch etwas komplizierter als gedacht: Der Datenabgleich zwischen dem Home Office und dem Büro.

Der Plan liest sich so:

  • Alle Bilder zuhause lese ich mit Apple Fotos ein.
  • Im Apple-Programm sortiere und verschlagworte ich die Fotos.
  • Gegebenenfalls kann die Fotos bearbeiten und ausgeben, die ich gleich verwenden möchte.
  • Ich gebe die Bilder wieder als Original-Dateien aus. Apple Fotos schreibt dabei die Schlagwörter in Sidecar-Dateien mit.
  • Aus den RAW-Files und den Sidecars macht der Adobe DNG-Konverter DNG-Dateien, die die Schlagwörter in sich tragen. Damit wiederum kann Lightroom prima umgehen.
  • Alle ausgegebenen Bilder kommen in einen Ordner namens INBOX auf dem Diskstation-Server.

Ab ins Büro

Der INBOX-Ordner wird ebenso über die Cloud synchronisiert, wie die anderen Foto-Verzeichnisse auch. Auf diesem Weg kommen die Aufnahmen von Daheim in das Büro. Und dort importiere ich die Bilder aus der INBOX in Lightroom und auf das Raid-System.

Dort kontrolliere ich die Schlagwörter und ergänze sie gegebenenfalls.

Danach folgt der letzte Schritt: ich synchronisiere die Daten vom Raid-System mit der Diskstation im Büro. Mein Werkzeug der Wahl: rsync.

Mit rsync kopiere ich die Bilder von meinem Raid-System auf die Diskstation.

Danach sind die Bilder auf der Diskstation im Büro. Die wiederum synchronisiert die Daten via Onedrive mit der Diskstation daheim.

Damit schließt sich der Kreis und ich habe meine Bilder genau dort, wo ich sie haben möchte.

Backup nicht vergessen

Damit nichts schief geht, habe ich an jeder Diskstation eine externe Festplatte, die stündlich ein Backup der Daten auf dem Server zieht. Zusätzlich kopiert der Mac alle Bilder vom Raid-System auf eine externe Festplatte am Mac. Die externen Platten sollen vor allem vor Fehlern beim Synchronisieren schützen. Denn die Gefahr ist zu große, auf einem Server versehentlich Bilder zu löschen und die dann via Synchronisation auch in der Cloud und auf dem anderen Server zu verlieren.

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