Streaming mit dem großen Besteck

Streaming auf Facebook ist simpel. Smartphone an, Knopf drücken, senden. Doch was, wenn es etwas mehr sein soll das das Handy-Video? Was, wenn wir mit zwei Kameras live arbeiten möchten oder via Skype Gesprächspartner zuschalten? Geht das überhaupt?

Ja, das geht. Allerdings gibt es jede Menge Probleme auf dem Weg zu einer guten Live-Sendung via Facebook.

Problem 1: Welche Software verwenden?

Wir haben uns ein paar Wochen lang mit den Streaming-Programmen OBS (kostenfrei) und Wirecast (kostet ordentlich) auseinander gesetzt. Nach sechs, sieben Testsendungen war die Entscheidung klar: Christian hat sich für Wirecast entschieden, ich mich für OBS. Im Grunde können beide Pakete dasselbe. Allerdings – das muss ich zugeben – ist Wirecast bequemer und macht weniger Probleme beim Zuschalten der Kameras und beim live gehen.

Kamera via WLAN? Das funktioniert mit der Smartphone-App von Wirecast.
Kamera via WLAN? Das funktioniert mit der Smartphone-App von Wirecast.

Außerdem kann Wirecast auch per WLAN Smartphones als Live-Kameras zuschalten. Also fiel die gemeinsame Entscheidung auf Wirecast.

Die Software war also da. Doch da kam ein neues Problem.

Problem 2: Das Setup

An sich wäre alles ganz einfach: Kameras anschließen. Bild und Ton einrichten und in Wirecast alles zusammen schalten. Doch die Tücke steckte im Detail. Mal funktionierte etwas mit der Webcam und dem USB-Port nicht. Oder eine der per Kamera-Adapter angeschlossenen großen Kameras sendete nicht das richtige Signal.

Zwischenstück: Der Blackmagic Mini Recorder schließt auch große Kameras an den Computer an.
Zwischenstück: Der Blackmagic Mini Recorder schließt auch große Kameras an den Computer an.

Oder es gab zu große Zeitunterschiede in Bild und Ton. Oder das abgefilmte Bildschirmfenster fehlte plötzlich. Oder, oder, oder.

Livestream-Wahn_Blog_
Christian im Stress: Hier die Kameras, da Facebook, dort Powerpoint. All das in einen Livestream packen? Ist ne Menge Arbeit!

Das einzige Mittel gegen Setup-Probleme: Geduldig probieren, immer wieder Testsendungen fahren. Genau das haben wir auch getan – so lange, bis alles funktioniert hat.

Problem 3: Online gehen

Problem? Nein, eigentlich kein Problem. Wirecast wollte einmal mit Facebook verknüpft werden und verbindet sich fortan automatisch mit dem Dienst. Wir mussten nur noch auswählen, auf welcher Facebook-Seite gestreamed werden soll. War das geschehen, genügt ein Knopfdruck, um live zu gehen. Zum Beispiel so:

Und dann? Dann ging es darum, einerseits zu senden, also etwas zu erzählen und Bilder zu zeigen. Und andererseits ging es darum, mit Euch in Kontakt zu bleiben, Eure Kommentare zu lesen und zu beantworten. War gar nicht so einfach, wenn man nebenher erzählen und vielleicht auch noch zwischen Kameras und Bildern umschalten wollte.

Lohnt das denn?

Bleibt die Frage: Lohnt der Aufwand? Die Antwort: Natürlich. Aus drei Gründen.

  1. Wir haben etwas Neues gelernt. Das macht Spaß und bringt uns weiter.
  2. Mit jedem Test und jeder Erfahrung haben wir uns verbessert.
  3. Wir haben eine neuen Weg  gefunden, mit Euch von unterwegs aus zu sprechen. Live, in Video. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass so etwas möglich ist?

Wir sehen uns live!

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