CheerPod - so klein, so chic (Foto: DS)

Geniale Gadgets (10): CheerPod – die Air-Maus mit dem Laserpointer

Vor ungefähr 15 Jahren, was in Digisaurier-Zeiteinheiten eine Ewigkeit her ist, erwarb ich eine Powerpoint-Fernsteuerung. Das Ding wurde per Spezial-Dongle mit dem Laptop verbunden und besaß eine Art Mini-Joystick, ein Tastenkreuz und einen roten Knopf. Damit konnte man in einer gebeamten Präsentation vor und zurück blättern; der Knopf schaltete einen Laserpointer ein und aus. Es war mein unverzichtbares Werkzeug in Situationen, in denen ich Menschen mit Folien beglücken musste. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Sonst konnte es nichts, war also kein Ersatz für Maus oder Touchpad. Und irgendwann kam es mir abhanden. Nun sind die Zeiten vorbei, in denen ich wöchentlich zur präsentieren hatten, aber als ich sah, dass der CheerPod den Red Dot Design Award bekommen hatte und die Spezifikationen las, wurde ich neugierig und bestellte dieses schicke Gadget.

Vom Typus her handelt es sich beim Cheerpod um eine Air-Mouse, auf gut Deutsch auch “Luftmaus” genannt. Das heißt: Die Oberseite funktioniert wie ein handelsübliches Touchpad, das ja an jedem Notebook unterhalb der Tastatur zu finden ist. Außerdem kann man den CheerPod auch als Maus auf der Tischplatte rangieren. Wichtig für Präsentierer: Er hat zusätzlich einen Laserpointer, mit dem man dieses oder jenes Detail auf einer Folie anpingen kann. Das Ganze verpackt in einem flachen (ca. ein Zentimeter dick) Kästchen mit ungefähr 6 mal 3 Zentimetern Länge und Breite. Das Gadget wiegt nur 33 Gramm und hat einen integrierten Akku, der per USB-C aufgeladen wird.

Gutes Design auch bei der Verpackung (Foto: DS)
Gutes Design auch bei der Verpackung (Foto: DS)

Wenn man nicht zu oft mit dem Laserpointer spielt (der verbraucht am meisten Strom), hält der CheerPod schier unendlich lange durch; bei täglicher Nutzung musste er nach fünf Tagen zum ersten Mal ans Ladegerät. Verbunden wir diese Air-Maus per Bluetooth; ein Dongle wie bei vielen Funkmäusen ist nicht nötig. Die Verbindung mit dem Notebook klappte sofort, beim Anschluss ans Tablet und ans Smartphone gab es ein wenig Schluckauf. Aber schon bei dieser Übung stieß ich auf eine Schwäche: Das Ding braucht jedes Mal zwischen drei und fünf Minuten bis der Mauszeiger sich wirklich ruckfrei bewegt. Wichtig: Der Bluetooth-Empfänger einer Funkmaus muss entfernt werden, sonst stören sich beide Devices – trennen der Verbindung reicht nicht.

CheerPod im Air-Modus - praktisch für Präsentationen (Foto: DS)
CheerPod im Air-Modus – praktisch für Präsentationen (Foto: DS)

Die meisten Käufer beklagen die extrem lakonische Bedienungsanleitung, die zudem so winzig gedruckt ist, dass der Text nur mit einer Lupe zu lesen und die Abbildungen kaum zu entschlüsseln sind. Ein Trick: Mini-Manual scannen und vergrößert drucken. Außerdem kann man ein PDF der Anleitung beim Hersteller CheerDots herunterladen. Dieses sinnlose Leporello ist einer der Preise, den man zu zahlen hat, will man partout mit einem Gadget arbeiten, dass den begehrten Red Dot Design Award bekommen hat. Den für normale Männerhände ist die Luftmaus schlicht zu klein und zu leicht; die rechteckige Form bringt zudem mehr Nach- als Vorteile mit sich. Dazu gleich mehr.

So groß und lesbar ist die beigefügte Anleitung leider nicht (Foto: DS)
So groß und lesbar ist die beigefügte Anleitung leider nicht (Foto: DS)

Gedacht ist der CheerPod für den Betrieb an Mac, iPad und iPhone, aber auch an Windows-Rechnern und -Tablets sowie Android-Smartphones. Dass die Schöpfer:innen sich der Apple-Gemeinde verbunden fühlen, sieht man dem Teil nicht nur (der Farbton entspricht zu 100 Prozent einem Airbook) an, sondern kann es an den Funktionen ablesen. Neben dem, was jede Maus und jedes Touchpad kann, beherrscht das Gadget bestimmte Gesten, die nur an einem Apple-Gerät Sinn machen – zum Beispiel das Aufrufen von Mission Control und das Blättern durch Desktops.

CheerPod im Ground-Modus - mehr schlechter als rechter Mausersatz (Foto: DS)
CheerPod im Ground-Modus – mehr schlechter als rechter Mausersatz (Foto: DS)

Der Clou – auch im Vergleich zu ähnlichen Gadgets – ist, dass es zwei Modi gibt: Ground und Air. Im Ground-Mode fungiert das CheerPod exakt wie eine Maus. Die Bewegungen der Schachtel bewegen den Mauszeiger, man kann links und rechts klicken, Drag&Drop praktizieren und scrollen. Weil die Oberfläche des Geräts wie ein Touchpad arbeitet, kann man sogar zoomen. Überhaupt kann das Touchpad an einem Notebook alles, was die eingebaute Bedienfläche kann. Es folgt das große Aber: Spaß macht das nur sehr bedingt, weil eine rechteckige Maus im Querformat nicht wirklich ergonomisch ist. Um halbwegs genau zu arbeiten, muss man das Ding zwischen Daumen und kleinem Finger halten und die mittleren Finger für die anderen Funktionen nutzen. Okay, man gewöhnt sich daran…

Das hintere Ende mit USB-C-Anschluss (Foto: DS)
Das hintere Ende mit USB-C-Anschluss (Foto: DS)

Spätestens, wenn man in den Air-Mode schaltet und eine Powerpoint-Präsentation auf dem Schirm hat, wird man zum Fan des CheerPods. Jetzt sind Größe und Format kein Problem mehr, sondern ein Feature. Jetzt funktioniert das Touchpad ähnlich wie der Mini-Joystick an meiner PPT-Fernbedienung, aber sogar exakter und mit mehr Funktionen. Dass dieses Gadget sich an Presenter wendet, wird klar, wenn’s ans Blättern durch die Folien geht. Mit einem Tap auf die obere Hälfte (im Air-Mode hält man das Teil hochkant) wird ein Linksklick ausgelöst, um einen Rechtsklick zu bekommen, muss man dagegen die untere Hälfte lang drücken. Heißt: Schnell weiterblättern ist nur einen Klick entfernt. Wahlweise kann man Drücken (nicht Klicken) der oberen Hälfte vorwärts und mit Drücken der unteren Hälfte rückwärts blättern. Das ist praxisgerecht. Und der Laserpointer tut, was er soll. Bei meinem Exemplar hatte er leider einen Geisterpunkt, was an einem Produktionsfehler der Linse lag.

Das vordere Ende mit der Linse des Laserpointers (Foto: DS)
Das vordere Ende mit der Linse des Laserpointers (Foto: DS)

Nominell, also beim Hersteller CheerDots, kostet der CheerPod unverschämte 69 US$ (heruntergesetzt von wahnwitzigen 99 US$), im einschlägigen europäischen Online-Handel ist er bisweilen für rund 35 Euro zu bekommen. Dafür bekommt man nicht nur eine todschicke Verpackung, sondern ein handliches Etui zum Mitnehmen. Genau bei diesem Preis habe ich zugeschlagen. Mehr würde ich für dieses niedliche und teilweise nützliche Gadget aber auch nicht ausgeben wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.