Liebling, ich habe den AdBlocker ausgeschalltet...

Liebling, ich habe den AdBlocker ausgeschaltet! Hat überhaupt nicht wehgetan…

Und das kam so. Nachdem die aktuellen Versionen meines Leib-und-Magen-Browsers Firefox (der schon in seiner ersten Inkarnation als “Phoenix” ins Haus kam) sich mit meinem Desktop-PC und Windows 10 nicht so recht vertragen wollen, bin ich auf Google Chrome umgestiegen. Und dort habe ich erst gar nicht damit angefangen, diese ganzen Add-Ons und Plugins und Erweiterungen und Tools zu installieren. Chrome läuft quasi pur. Und eben auch ohne AdBlocker. Ich gestehe: Ich bin ein Reklameallergiker. Mir geht Werbung jeglicher Art auf die Nerven. In schönen digitalen Zeiten, in denen ich mich jederzeit selbst über das Angebot an Produkten, die ich brauche oder möchte, informieren kann und nullkommanull auf die Anpreisungen der Anbieter angewiesen bin, halte ich die altmodische Werbung in Gestalt von Plakaten, Anzeigen (print und online) und TV-Spots für anachronistischen Kram. Unternehmen, die heutzutage noch so werben, haben meiner Meinung nach den digitalen Knall nicht gehört. Noch bescheuerter wird dieser ganze Werbeunfug dadurch, dass es für ein ganz normales Geschäftsmodell gehalten wird, Online-Content werbefinanziert anzubieten. Aber das sehen Betreiber solcher Geschäftsmodelle, allen voran die verstaubten Totholzverlage, natürlich völlig anders. Sollen sie doch, denn wer wie ich Reklame auch und gerade im Web hasst, der hat ja immer noch den AdBlocker. Und den habe ich nun abgeschafft, also: vorübergehend.

Denn dass Chrome ohne AdBlock Plus läuft, ist ein Experiment. Ich will die Gelegenheit nutzen und testen, wie lange ich es aushalte, auf meinen Lieblings-Sites mit Werbung belatschert zu werden. Nun liegen meine Erfahrungen mit vollgepflasterten Seiten schon gut zehn Jahre zurück, und damals waren die Zeiten diesbezüglich fürchterlich. Kaum hatte man die Website des Online-Ablegers eines Printmediums geöffnet, flogen einem die animierten Dinger nur so um die Ohren. Den echten Content musste man sich mühsam zwischen dem quietschbunten und blinkenden Reklamekram raussuchen. Manche Skyscarper machten es schier unmöglich, einen Text in Ruhe zu lesen. Mal ganz davon abgesehen davon, dass man vor allem mit Anpreisungen von Waren und Dienstleistungen bombardiert wurde, die einem ganz grundsätzlich am Heck vorbei gingen.

Werbeschild (1 von 1)
Werbung kann sich anpassen…

So ist das tatsächlich nicht mehr. Zum Beispiel auf Spiegel Online, dem liebevoll SpOn genannten Ding, das immer noch zu meiner Tageslektüre zählt. Entweder die kriegen keine fette Werbung mehr oder sie haben verstanden und präsentieren Anzeigen durchgehend sehr dezent. Was ich da an Reklame sehe, stört mich nicht. Dito bei Focus Online, wobei einem da die schiere Menge der Werbebriefmarken auf den Beitragsseiten auf den Zwirn gehen kann. Stern.de macht es auch recht freundlich, hat aber ein ziemlich fettes und animiertes Banner oben im Header. Bei Sueddeutsche.de und ZEIT online bleiben die Startseiten (weitestgehend) werbefrei, und auf den Content-Seiten sind Anzeigen nur oben und rechts untergebracht, wo man sie geistig leicht ausblenden kann. Eher als Negativbeispiel muss der Kicker.de herhalten, bei dem die Seiten ganz schön vollgepflastert sind; vor allem mit Reklame für Zeug, das mit mir nichts zu tun hat. Aber auch die Anbieter von mehr oder weniger themenspezifischen Content-Websites haben offensichtlich aus dem Widerstand der Besucher gegenüber Werbung gelernt. Bis auf einige wenige Sammelsuriumsseiten und diese Websites, die falsch Informationsversprechen machen, sind die seriösen Web-Angebote diesen Typs inzwischen auch ohne AdBlocker gut zu nutzen.

Dies als erster Eindruck aus der werbefinanzierten Web-Welt. Nein, ich werde Reklame so nicht lieben lernen, sondern – wenn alles gut geht – weiterhin mühelos ignorieren, auch wenn man versucht, sie mir auf dem Display nahezubringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.