RAM, RAM, RAM! (Foto via pixabay.com)

RAM! Mehr RAM! Noch mehr RAM! – So war es immer schon…

Es gibt wenig Dinge, die sich in der Geschichte der persönlichen Computerei nie geändert haben. Eines davon ist der ewige Hunger nach RAM, nach Random Access Memory, nach dem Speicherplatz für Betriebssystem, Anwendungen und von ihnen benutzte Daten. Das begann schon mit den aus heutiger Sicht niedlichen Homecomputern der späten Siebziger.

Nehmen wir mal den legendären Sinclair ZX81 von 1981. Der kam ab Werk mit einem Arbeitsspeicher von 1.024 Bytes. Das ist 1 (in Worten: ein) Kilobyte. Oder 0,001 Megabyte beziehungsweise 0,000001 Gigabyte. Mein frisch in Dienst gestelltes Notebook ist mit 16 GB RAM ausgestattet; das sind – wenn ich mich nicht verrechnet habe – 17.179.869.184 Byte, also das 17 Milliardenfache. Was für Dimensionen!

Der Sinclair ZX81 - der Computer, der am TV hing
Der Sinclair ZX81 – der Computer, der am TV hing (Foto: privat)

Den Sinclair mit den Radiergummitasten, der einen Fernseher als Monitor nutzte und einen Kassettenrekorder als Massenspeicher, konnte mit sündhaft teuren RAM-Riegeln aufgerüstet werden. Zwei dieser Erweiterungsmodule wogen mehr als der eigentliche Computer und kosteten das Doppelte der kleinen Kiste. RAM war teuer, weil die Produktionsverfahren für Speicherbausteinen noch in den Kinderschuhen steckten. Ich las kürzlich irgendwo, dass heute weltweit an einem Tag ungefähr sieben Milliarden mal mehr RAM-Bytes produziert werden als 1979 in einem ganzen Jahr.

Speichererweiterung für den Commodore VC20 (Foto via Wikimedia)
Speichererweiterung für den Commodore VC20 (Foto via Wikimedia)

Dementsprechend kosten Speichererweiterungen heute nicht mehr die Welt – außer bei Apple übrigens, die bei Mac-Modellen mit mehr RAM sehr kräftig aufschlagen. Bei der heute üblichen Wahl zwischen 8 und 16 GB RAM in einem Notebook liegt der Aufschlag gewöhnlich zwischen rund 200 und 300 Euro. Menschen, die sich gerade mit der Anschaffung eines neuen, zeitgemäßen Laptops befassen, kann nur dringend empfohlen werden, sich für mehr RAM zu entscheiden. Ganz einfach: Unabhängig vom verwendeten Prozessor wird damit alles schneller.

Das war nicht immer so. Denn jeder Computerarchitektur kennt eine Obergrenze, also die maximale Größe an RAM, die adressiert werden kann. Die hängt von der CPU, dem internen Datenbus und der vom Betriebssystem vorgegebenen Adressierung ab. Gerade Letzteres wird in Leistungsdiskussionen gern übersehen. So kann Windows 10 Home in der 32-Bit-Version nur 4 GB adressieren; darüber hinaus eventuell vorhandener Speicher wird schlicht nicht verwendet. Windows 10 Pro 64 Bit kann dagegen 2 Terrabyte nutzen. Das bedeutet in diesem Beispiel konkret, dass CPU und Betriebssystem gleichzeitig die 50-fache Menge an Daten im Speicher halten und verarbeiten können.

Speicher erweitern bei einem Mac mini (Screenshot: Apple Support)
Speicher erweitern bei einem Mac mini (Screenshot: Apple Support)

Überhaupt hat die 64-Bit-Architektur, die um das Jahr 2000 aus der Welt der Server in die der Desktop-PCs und Laptops schwappte, einen echten Quantensprung ausgelöst. Denn angesichts komplexer, speicherplatzfressender Anwendungen – speziell im Bereich von Bild- und Videobearbeitung – konnten mit 32-Bit-Architekturen die nötigen Datenmengen nur mit Tricks bearbeitet werden. Wobei diese im Laufe der 10 Jahren zuvor recht ausgereift und praxistauglich waren: Daten wurden geschickt zwischen RAM und Festplatte hin und her geschaufelt. Das findet übrigens auch bei 64-Bit-Architekturen immer noch statt, wenn der zu verarbeitende Datenbrocken größer ist als der zur Verfügung stehende Speicherplatz.

[Bildnachweis – VC20-RAM: Kungfuman via Wikimedia unter der Lizenz CC BY-SA 3.0]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert