Raus aus Facebook? Wir wollen reden.

Sonntag abend, am 12.02. ab 18 Uhr. Auf unserer Facebookseite. Kommentare dann bitte direkt dort. Wir bauen die ein und reden darüber. Und wer schon nicht mehr in Facebook ist oder nie drin war, der kann hier mitreden: über Twitter: Einfach einen Tweet an @Digisaurier. Kommt auch bei uns an.

Achtung: einige Browser zeigen unser Vorschaufenster nicht oder mit einer falschen Uhrzeit an. Der Termin ist tatsächlicher der 12.02. ab 18 Uhr.

Raus aus Facebook

Hier ist der Link zur Digisaurier Facebook Seite

Den Trailer zur Sendung und ein paar Infos gibt es hier.

Den Artikel zum Thema vom Martin, der der Auslöser zu dieser Sendung war, findet sich hier…

Und hier könnt ihr direkt zu unserem neu gestarteten Youtube Kanal – und noch besser: ihr könnt ihn auch direkt abonnieren. Wir freuen uns auf euch.

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Unser Facebook-Beitrag

Raus aus Facebook

Digisaurier Next Stop: Der Talk “Raus aus Facebook”

Raus aus Facebook – ist das Selbstschutz? Ist das Rettung der eigenen Person? Oder ist das Flucht? Darüber wurde in der Digisaurier Livesendung letzten Sonntag gesprochen. Alle Zuseher wurden herzlich eingeladen, bei diesem Thema mitzureden …

Direkt unter dem Livestream-Fenster, befindet sich eine Gesamtzusammenfassung der Livesendung.

Der Auslöser der Diskussion

Bei den Digisaurieren war es Martin, der diese Diskussion zum Thema “Raus aus Facebook” mit seinem Artikel ausgelöst hat. Zwar ist er nicht komplett aus Facebook ausgestiegen, aber er hat sein Nutzerverhalten doch drastisch verändert. Er bewegt sich mittlerweile deutlich weniger auf der sozialen Plattform und darüber hinaus auch viel umsichtiger. Die Gründe dafür liegen einerseits in dem Diskussionsklima auf Facebook, bei dem er sich nicht mehr sehr wohlgefühlt hatte und andererseits in der Erkenntnis, dass Facebook ihn viel zu viel Zeit gekostet hat.Eine interessante Erkenntnis hatte Christian bei der Recherche zu diesem Thema – gerade im Videobereich findet man noch gar nicht sehr viel dazu. Ein Video von einem jungen Mann, der seinem Frust kundtut hat er in der Livesendung kurz angespielt

Gibt es Alternativen zu Facebook?

Auf diese Frage einer Zuseherin meinte Martin, bei ihm hat sich Pinterest als alternative Plattform durchgesetzt. Natürlich hängt es aber auch davon ab, wie man das beruflich nutzen möchte. Für den Tippscout passt diese Plattform einfach perfekt. Erwähnt wurde in der Sendung auch noch die Plattform Ello, wobei die ich in Wirklichkeit nicht so richtig durchgesetzt hat. Ganz klar: Jeder muss für sich selber entscheiden, ob er Facebook komplett verlässt und sich eventuell eine alternative Plattform sucht, oder seine Nutzung von Facebook einfach nur reduziert. Es muss ja nicht immer Schwarz oder Weiß sein, meinte Martin in der Sendung und Kontakt halten mit anderen Leuten kann man auch immer noch – es gibt eMail, WhatsApp etc.

Hat sich das Verhalten der Menschen durch Facebook verändert?

Hier stellte Martin von vorne herein klar: die Utopie eines aufgeklärten und gerechten Internet, bei dem alle mitreden und alle einen guten Diskurs führen, ist seiner Meinung nach gescheitert. Facebook so denkt er, hat das Verhalten der Menschen insofern verändert, dass viele einfach enthemmter sind und auch nicht mehr wissen, mit wem sie es da eigentlich  zu tun haben. Trotzdem gab es einige Stimmen, die sagten, man sollte auf keinen Fall deswegen komplett aus Facebook raus gehen – Facebook dürfe nicht den Hatern und Trollen überlassen werden. Martin stand dem kritisch gegenüber – er hat sich in der Sendung gefragt, ob das der richtige Weg ist, vor allem wenn die Fronten schon mal verhärtet sind.  Christian zeigte den Zusehern  an dieser Stelle ein schon etwas älteres (2015) Video zum Thema Ausstieg aus Facebook  …

Betrachtet man die soziale Plattform aus heutiger Sicht, stellten die beiden Digisaurier in der Sendung fest, hat sich noch nicht sehr viel verändert. Eigentlich ist alles noch wie vorher, der Algorithmus hilft denen die besonders laut schreien und besonders viel Resonanz produzieren – in welcher Form auch immer. Und es kommt noch hinzu: wenn Leute dagegenhalten, helfen sie noch dabei, die Botschaften noch weiter zu verbreiten.

Je weniger Facebook, desto besser die Laune

Diese Überschrift war in der Sendung ein Kommentar eines Zusehers und die konnte auch Martin für sich vollends unterschreiben. Seitdem er seine Nutzung von Facebook eingeschränkt hat, geht es ihm auch von seiner Laune her besser. Christian bemerkte zu Recht in der Sendung, dass das Smartphone in Hinblick auf Facebook, auch eine Art “Einfallstor” ist. Man guckt dann eben oft dann doch schnell mal rein. Martin sieht sich selber da eher als konservativer Smartphone Nutzer. Doch in der Sendung gibt er schon auch zu, dass er ab und zu auf Instragram reinschaut, um zu gucken, ob er für eine Fotos ein Herzchen bekommen hat.

Ist die Filterblase ein Problem?

Martin hat die Filterblase mit dem verglichen, was in seinem Kopf passiert ist, als er Depressionen hatte: wenn man in einer Blase sitzt und eigentlich gar nichts Positives rein kann und alles Negative  im Kopf bzw. in der Blase hin und her hüpft. Und das wird auch enorm verstärkt auf Facebook. Und darin sieht Martin auch das Problem bei der Filterblase. Man kann natürlich versuchen seinen Facebookstream zu beeinflussen. Also dafür zu Sorgen das Trolle, Hater und Leute die einem ein Gefühl von der Welt geben, das nicht wirklich stimmt, auszublenden. Mit “Diesen Beitrag verbergen” hat auch Martin schon gute Erfahrungen gemacht – er hat sehr viele Beiträge so aus seiner Timeline rausgehalten. Aber er ist sich da nicht sicher, ob da nicht Facebook ein bisschen eingegriffen hat. Aber das hilft leider nicht immer. Denn  es gibt, einerseits das, was im persönlichen Stream passiert und andererseits das was in Gruppen diskutiert wird, oder auch die Freunde die etwas anklicken bzw. Teilen. Und an diesem Punkt wird es seiner Meinung nach schon etwas absurd, denn um solche Inhalte nicht mehr zu sehen, müsste er sich ja auch von seinen Freunden “entfreunden”. 

Von Mensch zu Mensch sieht die Welt anders aus

Basis dieser Überschrift ist ein Kommentar eines Zuschauers – müssen wir lernen uns bei Facebook zu verhalten, wie im echten Leben? Dagegen spricht aus Sicht der beiden Digisaurier auf jeden Fall die Unsichtbarkeit der beiden Ebenen Mimik und Gestik. Ganz klar, da ist die Mensch-zu-Mensch Kommunikation einfach der Kommunikation auf Facebook überlegen. Außerdem wiegt man sich sehr oft, in der schon angesprochenen Filterblase, in Sicherheit. Und das wiederum hat sicher etwas mit der Anonymisierung im Internet haben – da waren sich beide Digisaurier einig. Christian hat dazu noch ein Beispiel vom Radfahren erzählt. Beim Fahrrad fahren neigt er wohl dazu, sich im Straßenverkehr deutlich anders zu verhalten , als er es als Autofahrer mag.

Kann Facebook technisch was tun?

Klar ist:  man kann selber etwas tun, um sich vor bösen Überraschungen  bei Facebook zu schützen. Allerdings war für Christian schon ein Punkt zu sagen: Facebook muss auch etwas tun. Sonst werden im Laufe der Zeit immer mehr Leute komplett aussteigen. Und bevor sich die soziale Plattform nur mehr ausschließlich auf bestenfalls, Stammtisch Niveau diskutiert. Für Martin war klar – das kann noch dauern. Vielleicht ist in 10 bis 15 Jahren die künstliche Intelligenz dann soweit, tatsächlich menschliche Emotionen zu erkennen. Ob Facebook aus diesem Dilemma raus kommt, das wird sich wahrscheinlich noch zeigen. Mehr zum Thema “Problemfelder bei Algorithmen” gibt es in der Sendung ab diesem Timecode …

Inspirationen durch die Timeline

Facebook ohne Timeline – für Christian war dieser Gedanke nicht ganz vorstellbar. Für ihn ist die Timeline die ihn antreibt bzw. dafür sorgt, dass er immer mal wieder auf einen Gedanken kommt, eine Sache die er sieht, die er sonst gar nicht wahrnehmen würde, einen Artikel liest, den er sonst gar nicht lesen würde. Facebook wäre für ihn lange nicht so nutzfähig. Martin war an dieser Stelle anderer Meinung: was die Inspiration oder Ideen betrifft, verhält er sich inzwischen anders – er geht einfach wieder ganz normal auf News-Seiten, er hat seine Lesezeichen-Liste wieder etwas aufgebaut – er holt sich mittlerweile Themen und Inspirationen wieder woanders her. Nach dem Motto: Back to the roots. Christian erzählte in der Sendung, dass er die Timeline liest wie eine Zeitung – da interessierten ihn auch gewisse Teile nicht so sehr, da hat er dann einfach darüber hinweg geblättert. Da hat er auch oft auf Basis der Überschrift entschieden, ob er das nun lesenswert findet, oder eben auch nicht.

Die Zuspitzung der Medien

Für Christian stellte sich die Frage: Sind wir selber Schuld daran, dass Facebook so aussieht, wie es aussieht? Haben wir uns zum Clickbaiting verführen lassen? Martin sah es in der Sendung für sich ganz klar: diese Zuspitzung von den die Medien leben,  ist mittlerweile pervertiert. Für jeden Beitrag gilt es irgendwie die maximale Clickzahl zu erzeugen, also wird jeder Beitrag maximal zugespitzt geteast. Den Schuh, dass auch er Schuld daran ist, zieht sich Martin nicht an. Als “Ratgeber-Mensch” muss er das nämlich nicht machen. Aber für ihn war klar: die Verantwortung liegt einerseits beim Medienmacher und andererseits bei Facebook, zu schauen, dass man eben nicht auf diese Zuspitzung alleine setzt.

Initiativen, Medienkompetenz und Fake-News

Im letzten Drittel der Sendung stellte Christian noch die Initiative #ichbinhier vor. Hier organisieren sich tausende Facebook-Aktivisten im Kampf gegen Hate Speech. Es soll zeigen, dass es nicht nur die schweigende Mehrheit gibt, sondern dass es auch eine Mehrheit gibt, die auch ganz deutliche Grenzen zieht. Es soll er Diskussionskultur förderlich sein, also es geht nicht darum andere zu beschimpfen, sondern einfach aufzuzeigen, wir sind hier. Auch das Tema Medienkompetenz spielte in diesem Zusammenhang in der Sendung eine Rolle. Als Beispiel zeigte Christian hier einen Spiegel-Artikel, wo es darum geht, dass Politiker sich in Format wie den “7. Sinn” für das Internet wünschen – in der Sendung kann man direkt hier auf diese Stelle springen. 

Christian erwähnte zum Thema Fake-News die Seite www.mimikama.at. Die Kollegen dort, haben vor kurzem den “Goldenen Blogger” bekommen für ihre Leistung. Sie gehen Fake-Geschichten nach und überprüfen sie auf ihren Wahrheitsgehalt. Christian erzählte den Zusehern, wie er selbst dagegen angeht. Er versucht 1-2 Mal in der Woche, eine Geschichte die er in seiner Timeline findet, wo er nicht glaubt, das sie stimmt, ganz höflich und mit ganz viel Freundlichkeit gegenüber dem der es gepostet hat bzw. geteilt hat, etwas dazu sagen bzw. auf seriöse Quellen verweisen.

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