Dropbox auf allen Geräten

Was zur Hölle… Brauch ich eine Dropbox?

Zauberwörter kommen und gehen in der Computerei. So ist es auch mit dem netten Begriff „Cloud“. Vor vier, fünf Jahren war Cloud-Computing in aller Munde, heute redet kaum noch jemand drüber, aber ein großer Teil der Anwender speichern Daten in einer Cloud und haben sich an die Nutzung gewöhnt. Da fragt sich doch der Silversurfer, ob er auch so etwas braucht und fragt dann konkret nach der Dropbox (es sei denn, er ist Apple-Fan, dann will er wissen, was es mit der iCloud auf sich hat). Schauen wir uns also das Cloud-Prinzip in der Geschmacksrichtung „Dropbox“ etwas genauer an. Eine solche Cloud ist nichts anderes als ein abgegrenzter Speicherplatz irgendwo in einem oder mehreren Rechenzentren irgendwo auf dem Globus. Daten vom eigenen Computer werden automatisch in dieser Cloud gespeichert, wenn man sie in einem bestimmten Verzeichnis auf dem heimischen PC ablegt. Damit die Daten daheim und in der Wolke immer identisch sind, werden sie automatisch synchronisiert. Jede Änderung an einer Datei auf einer der beiden Seiten wird umgehend auf die jeweils andere Seite angewendet.

Noch einmal: Die Daten verschwinden nicht einfach in der Dropbox-Cloud, sondern liegen auch jederzeit physikalisch auf dem eigenen Computer vor. Gut, denkt sich Otto Normalanwender, dann sind meine Daten eben identisch an zwei Orten gespeichert. Richtig, aber zu kurz betrachtet. Denn die Daten sind – die richtigen Zugangsdaten vorausgesetzt – jederzeit von jedem anderen Ort mit jedem anderen Gerät aus der Dropbox abholbar. Hat jemand beispielsweise einen starken und schnellen PC daheim und verfügt außerdem über ein kleines Notebook für unterwegs, müssen Daten nicht mehr vom stationären auf den mobilen Rechner kopiert werden. Sobald das Notebook mit dem Internet verbunden ist, synchronisiert Dropbox auch hier die Daten, sodass dann auf dem kleinen PC exakt dieselben Dateien im Dropbox-Verzeichnis gespeichert sind wie auf dem heimischen Computer. Besser noch: Da es Dropbox-Apps auch für Android, iOS und Windows mobil gibt, können die Daten auch auf mobilen Endgeräten synchronisiert werden. Das wilde Umhertragen von USB-Sticks, das Kopieren und Löschen von Dateien auf solch transportablen Datenträgern hat sich praktisch erledigt.

Wie sicher ist die Dropbox?
Mittlerweile gibt es weltweit rund 400 Millionen Dropbox-Konten, wobei mehr als die Hälfte von Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern für Jobzwecke genutzt werden. In der Vergangenheit ist Dropbox mehrfach erheblicher Kritik angesichts mangelnder Sicherheit geraten. Inzwischen scheint man bei den Dropboxlern gelernt zu haben, denn seit Mitte 2014 gab es keine nennenswerten Sicherheitsvorfälle mehr. Eine grundsätzliche Kritik an der Dropbox geht in Richtung Datenspionage. Auch wenn aktuell nichts über das Ausspähen von Dropbox-Daten durch die NSA bekannt ist, dürfte die Grenze zwischen der Behörde und dem Unternehmen hauchdünn sei – besonders angesichts der Tatsache, dass die Sicherheitsberater von Ex-Präsident George w. Bush, also Condoleeza Rice inzwischen im Dropbox-Aufsichtsrat sitzt.

Dropbox im Browser
Die Dropbox im Browser – wenn Dateien und Freigaben zu verwalten sind
Für Privatanwender bedeutet das alles wenig, wenn es nur um Urlaubsfotos oder ähnlich unverfängliche Daten geht. Gespeichert wird von der Dropbox auf Amazon S3, einem Service des großen E-Commerce-Versenders. Auf dem Weg dorthin werden die Daten von Dropbox verschlüsselt, was aber auch bedeutet, dass das Unternehmen selbst ungehinderten Zugang zu den Daten der Nutzer hat. Wer sich davor schützen möchte, dass Dropbox mitliest, sollte seine Daten grundsätzlich mit einer End-to-End-Software verschlüsseln. Das kann man automatisieren, indem die Dropbox-Verzeichnisse auf den verschiedenen eigenen Computer allesamt automatisch verschlüsselt werden – zum Beispiel mit TrueCrypt oder dem in Windows ab Version 7 integrierten BitLocker.

Wie nutzt man die Dropbox optimal?
Neben dem Grundprinzip der Synchronisierung bietet die Dropbox zwei Eigenschaften von besonderer Nützlichkeit. So können Dateien in der eigenen Dropbox freigegeben werden. Wer zum Beispiel Fotos einer Hochzeit allen Gästen zugänglich machen will, schiebt diese in einen Dropbox-Ordner und gibt diesen dann frei. Dabei wird eine eindeutige Webadresse erzeugt, über die jeder, der diesen Link kennt, auf den Ordner mit den Hochzeitsbildern zugreifen kann. Es geht noch besser: Man kann Verwandte, Kollegen und Freunde zu einem Ordner einladen. Dazu müssen die allerdings auch ein Dropbox-Konto haben. So kann der Hochzeitsfotograf alle anderen Gäste, die ebenfalls geknipst haben, einladen, ihre Bilder ebenfalls in diesen Dropbox-Ordner zu legen. Dort kann auch eine Gästeliste liegen, die jeder der eingeladenen User nicht nur ansehen, sondern auch bearbeiten kann. Zurzeit nutzt eine nicht ganz unbekannte Rockgruppe eine gemeinsame Dropbox zur gemeinsamen Arbeit an Songtexten und Abmischungen der fertigen Stücke.

Im allereinfachsten Fall nutzt man die Dropbox als eine Art hyperintelligentes Backup. Die Intelligenz steckt nicht nur in der automatischen Synchronisierung, sondern in der Versionshistorie. Wird eine Datei verändert oder gelöscht, sichert Dropbox automatisch die Vorgängerversion. So kann jeder Anwender auch nach versehentlichen Löschungen oder unerwünschten Bearbeitungen auf die zuletzt gültige Variante zugreifen. Und das übrigens über mehrere Veränderungsebenen hinweg – wie weit das Rückgängigmachen möglich ist, hängt vom bereitstehenden Speicherplatz ab.

Was kostet Dropbox?
In der Standardversion ist die Dropbox-Nutzung kostenlos. Dann stehen dem Anwender schlappe 2 GB Platz zur Verfügung. Für jeden neuen Dropboxler bekommt man weitere 500 MB gutgeschrieben, außerdem gibt es ab und an Aktionen, bei denen man weiteren Speicherplatz erwerben kann. Die Pro-Version, die vor allem Leuten, die das Ding beruflich nutzen, dringend empfohlen werden kann, bietet 1 TB Speicher sowie weitere Freigabe- und Löschfunktionen und kostete 9,99 Euro im Monat. Für monatlich 12 Euro bekommt man die Business-Variante mit unbegrenztem Speicherplatz und damit auch einer unbegrenzten Historie zum Rückgängigmachen – dieses Abo gilt pro Nutzer. Arbeiten beispielsweise sechs Anwender in einer Business-Dropbox zusammen, kommt man auf 72 Euro im Monat.

Ähnliche Preise gelten inzwischen auch bei fast allen anderen Anbietern von Cloud-Services. Interessant an der Dropbox ist übrigens auch, dass sie – im Gegensatz zur iCloud bei Apple und zu OneDRive bei Windows – unabhängig vom Betriebssystem funktioniert. Kurz und gut: Wer als Privatanwender seine Daten online sichern will und von verschiedenen Geräte aus auf die so gespeicherten Dateien zugreifen möchte, dem kann die Dropbox ruhigen Gewissens empfohlen werden.

2 Gedanken zu „Was zur Hölle… Brauch ich eine Dropbox?“

  1. nun weiss ich immer noch nicht, was mit meinen Dateien passiert, wenn ich mich von der dropbox trennen will, brauche ich die drpbox wirklich als privatanwender?

  2. Danke für die ausführliche Information, vor allen Dingen verständlich! Aber letztendlich muss ich dann doch jetzt selbst entscheiden ob eine Dropbox für mich Sinn macht!

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