So sieht's aus, das Handyticket

Was zur Hölle… Sind Handytickets sinnvoll?

Die Silbe “-los” beherrscht ja schon lange die ganze digitale Welt. Vor gar nicht so langer Zeit träumte man vom papierlosen Büro, und mit dem Einzug des E-Commerce wollen alle das bargeldlose Bezahlen. Wenn es eine absolut alterstaugliche Anwendung gibt, in der sich die Träume verwirklichen, dann ist es das Handyticket. Bezahl wird online, und anstatt einen Fahrschein in der Hosentasche zu haben, findet sich auf dem Display des Smartphones ein grafischer Code, der als Ticket gilt. Kommt die Kontrolle, zeigt man einfach das Phone mit diesem Bild vor und ist fein raus.

Wer regelmäßig mit den Fernzügen der Bahn reist, wird feststellen, dass beim Erscheinen des Schaffners immer mehr Fahrgäste das Smartphone zücken. Da im Zug heutzutage ohnehin die meisten Menschen das mobile Gerät in der Hand haben, um sich auf Facebook oder per Whatsapp zu unterhalten, Musik zu hören oder Videos zu schauen, ist es natürlich enorm bequem auf das Durchwühlen der Taschen nach dem Ticket verzichten zu können. Und auch die Bahn-Mitarbeiter lieben es. Schaffnerin Marina S.: “Ob ich ein Stück Papier oder einen Handybildschirm mit meinem Gameboy scanne, macht eigentlich keinen Unterschied. Außer: Ich kann so ein Smartphone abscannen, ohne es in die Hand nehmen zu müssen. Das geht einfach schneller.” Nach Angaben der Bahn liegt der Anteil an Handytickets bei Fernreisen inzwischen bei über 20 Prozent und wächst kontinuierlich. Stellt sich die Frage für den Anwender: Und wie sicher ist die Sache? Die Schwachstelle beim Verfahren ist natürlich der Zahlungsverkehr. Das Risiko, betrogen zu werden, ist allerdings gerade beim Zugfahren extrem gering, weil man ja nur mit der Bahn sowie den Zahlungsdienstleistern, die man sonst auch nutzt, zu tun hat. Inzwischen arbeitet auch die Technik mit annähernd hundertprozentiger Sicherheit. Heißt: Dass ein Code gar nicht aufs Handy geliefert wird oder Fehler in diesem Code stecken, ist so gut wie ausgeschlossen.

Gut für Bahnreisende und ÖPNV-Nutzer
Ganz ähnlich sieht die Sache auch im ÖPNV aus, wo die Nutzungsquote allerdings noch wesentlich geringer ist. Hier trifft man übrigens auf zwei Verfahren, die ihre Vorbilder in der Echtwelt haben: Entweder man bezahlt online für jede einzelne Fahrt, oder man erwirbt ein Mehrfachticket und ruft für jede Fahrt eins davon ab. Dabei kann der Fahrgast heute noch ganz schön sparen. So kostet die Fahrt im VRR (Verkehrsverband Rhein-Ruhr) einzeln in der Preisstufe A für einen Erwachsenen 2,60 Euro. Im Rahmen eines Vierertickets kommt man auf 2,40 Euro pro Fahrt, aber bei einem Zehnerticket, das es nur als Handyticket gibt, sind es nur noch 2,20 Euro. Die Ersparnis liegt also bei satten 40 Cent bzw. rund 18 Prozent. Zudem kann man sich auf der Website des zuständigen Verkehrsunternehmens jederzeit über den Kontostand und die noch nutzbaren Tickets informieren sowie Quittungen anfordern.

Weil das alles so prima funktioniert, kann Menschen, die gern und/oder oft mit der Bahn reisen oder den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, dringend zum Handyticket raten. Für den ÖPNV ist HandyTicket Deutschland zu empfehlen, weil man damit Tickets für die großen Verkehrsverbünde lösen kann und es Apps für Android und iOS gibt und zusätzliche sogar eine voll funktionsfähige mobile Website, über die alle Transaktionen ausgeführt werden können. Alle Informationen zum Handyticket der Bahn gibt es hier; auch hier liegen Apps für Android und iOS vor. Natürlich muss man sich bei HandyTicket Deutschland und der Bahn vorher registrieren, um diese Methode nutzen zu können.

Handytickets im Flieger und anderswo
Auch im Flugverkehr gibt es etwas Ähnliches. So kann man bei der Lufthansa zu einem gebuchten (und bezahlten) Flug knapp einen Tag vor dem Start eine Mobile Bordkarte anfordern, die dann auf die entsprechende App auf dem Smartphone transferiert wird. Nach Auskunft der Fluggesellschaft nutzen immer mehr Vielflieger diesen Service – besonders auf den innereuropäischen Strecken. In den USA bieten praktisch alle Airlines diese Methode an, und natürlich kann man bei den großen internationalen Carriern auch per Smartphone einchecken.

Dass auch Autofahrer von bargeld- und papierlosen Verfahren profitieren können, ist noch ein relativ neuer Hut. Bisher war es zum Beispiel in Frankreich nur möglich, die Autobahnmaut auf diesem Weg zu entrichten, wenn ein französischer Telekom-Anbieter genutzt und ein französisches Bankkonto angegeben wurde. Die Möglichkeit, in Parkhäusern oder an Parkautomaten in Deutschland per App zu bezahlen, ist noch extrem gering verbreitet – hier setzen die Betreiber immer noch auf das eher archaische Bezahlen per SMS.

Ein Gedanke zu „Was zur Hölle… Sind Handytickets sinnvoll?“

  1. Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklung das ganze nimmt. Sicherlich ist das Interesse da, dennoch greifen immer noch wenige Menschen auf diese Tickets zurück, da man sich schon die Frage über die Datensicherheit der eigenen Daten stellt.

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