Foto-Trends 2019: Die beste Kamera ist die, die man gerade dabei hat

Diese alte Fotografen-Weisheit gilt immer noch, auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, hochmoderner Systemkameras, cleverer Apps und beeindruckender Smartphone-Bildqualität. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wofür man sich entscheidet – und genau deshalb haben wir uns die Foto-Trends des neuen Jahres angeschaut.

Basis der beiden Aufmacherbilder: Pixabay.com

Es tut sich was auf dem Foto-Markt! Immer smarter werden nicht nur die Kameras in modernen Handys, sondern auch klassische Digitalkameras – sogar KI-Funktionen halten immer mehr Einzug und fördern neue Geschäftsfelder. Zu den Wachstumsmärkten zählen neben Apps und Bildsoftware vor allem Cloud-Speicherlösungen, Technologien mit virtueller Realität (Augmented, Virtual und Mixed Reality), aber auch Profikameras im hohen Preisbereich.

Spannend zu beobachten ist die Entwicklung: Auf der einen Seite ist der Markt der Digitalkameras, was den Absatz betrifft, im Laufe von nur drei Jahren auf die Hälfte geschrumpft…

Entwicklung der verkauften Imaging-Produkte von 2013 bis 2017. (C) PIV

… doch auf der anderen Seite ist der Umsatz im gleichen Zeitraum relativ stabil geblieben:

Entwicklung der Umsätze bei verkauften Imaging-Produkten von 2013 bis 2017. (C) PIV

Die Kamerakäufer von heute sind also wenig preissensibel und schauen gezielt auf den professionellen Bereich.

Trend Nr. 1: Fotos direkt in der Kamera bearbeiten

„Snapseed ist ein so mächtiges, aber gleichzeitig so leicht zu bedienendes Werkzeug, dass ich meine Fotos nur noch im Smartphone bearbeite. Die kleine App kann alles: zuschneiden, optimieren, schärfen, Histogramm anpassen und vieles, vieles mehr. Und im Grunde alles nur mit Tippen und Wischen.“

Thomas Kuhn, Wirtschaftwoche

Der Begeisterung von Digisaurier-Gesprächspartner Thomas Kuhn, IT-Experte des Magazins „Wirtschaftswoche“, können wir uns nur anschließen: Wer die App einmal in den Fingern hatte, wird es sich ziemlich sicher überlegen, ob er seine Handy-Bilder in Zukunft noch zu Hause auf dem PC bearbeiten wird.

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Klar, das Smartphone ist ja nicht nur eine Kamera, sondern längst auch ein leistungsfähiger Rechner.

Snapseed ist ein mächtiges Werkzeug zur Bildbearbeitung. Bild: Screenshot Snapseed

Mit Snapseed – und diese App soll nur ein Beispiel für zahlreiche kreative Lösungen sein, die in den App-Stores erhältlich sind – lassen sich Ihre Bilder direkt verschönern oder verfremden, jedoch weit über die Möglichkeiten der normalen Smartphone-Foto-App hinaus.

Mit Snapseed gelingen zum Beispiel kreative Unschärfe-Effekte. Bild: Screenshot Snapseed

Schiefe Horizonte begradigen, Störungen wegzaubern, Unschärfen setzen, Schrift einbauen, Bilder in Bilder einfügen – der Fantasie sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Foto-Trend Nr. 2: Smartphone-Funktionen erobern Profikameras

Selbst in System- und Spiegelreflexkameras hält die Technik zunehmend Einzug: Moderne klassische Digitalkameras warten mit Bearbeitungsfunktionen auf, wie man sie bisher nur von Smartphones kannte. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, müsste man meinen – handelt es sich doch bei den „richtigen“ Kameras um Werkzeuge für Profis, die nicht darauf warten wollen, bis sie am heimischen Rechner weiterarbeiten können.

Es dauerte halt eine Zeit, bis die Kamera-Hersteller sich darauf eingelassen habe, stellt Experte Thomas Kuhn fest.

„Die Kamerahersteller sind von dem hohen Ross, auf dem sie saßen, inzwischen doch sehr deutlich heruntergestiegen und haben verstanden, dass es Funktionen gibt, die die Konsumenten einfach haben wollen.“

(Thomas Kuhn)

Foto-Trend Nr. 3: Systemkameras mit Vollformatsensoren

Kenner wissen: Die sogenannten Systemkameras, die ohne beweglichen Spiegel auskommen, gibt es schon seit gut einem Jahrzehnt.

Schwingspiegel in der Spiegelreflexkamera. (C) Von Smial Original uploader was Smial at de.wikipedia(Original text: Smial) – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3479089

Der Grund, warum sie bisher qualitativ zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkameras angesiedelt waren, sind die kleineren Bildsensoren, die systembedingt nicht so viel Licht auffangen konnten.

Das hat sich nun geändert: Jetzt erreichen die Hersteller sozusagen Spiegelreflex-Qualität ohne Spiegel, indem Vollformatsensoren für ungleich mehr Licht verwendet werden. Nachdem Sony vorpreschte, ziehen andere Hersteller nun nach. Allerdings sind die Preise – ab 2000 Euro nur für die Bodys, also ohne Objektiv – trotzdem recht hoch. Dafür bekommt man kleinere, leichtere, insgesamt kompaktere Kameras mit sehr hoher Bildqualität.

Als Beispiel ein Video von Panasonic über die Lumix-Kamera-Serie:

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„Der Markt hat großes Interesse an den neuen Systemkameras. Die Hersteller prognostizieren jetzt schon, dass Spiegelreflexkameras in fünf Jahren weitgehend verdrängt worden sein werden.“

(Thomas Kuhn)

Heißt für Interessenten, die sich mit dem Gedanken tragen, eine neue Kamera zu kaufen: Entweder jetzt eine gute Systemkamera mit Wechselobjektiven ab 800-1000 Euro kaufen (wenn auch aktuell noch mit kleineren Sensoren) – oder lieber direkt zum guten Kamera-Smartphone greifen (auch wenn es in Extremsituationen wie Dunkelheit oder schnelle Bewegung nicht mithalten kann).

Kuhns Fazit auf die Frage, wer soll nun was kaufen: „Für 250 Euro würde ich keine Kamera mehr kaufen.“ Anders gesagt: da ist das Smartphone die deutlich bessere Wahl.

Foto-Trend Nr. 4: Bilder professionell aufbewahren

Das bestbearbeitete Foto nützt aber nichts, wenn es vielleicht einmal durch irgendeinen Umstand verloren geht – zum Beispiel durch eine defekte Speicherkarte oder durch Diebstahl des Smartphones. Wenn man seine Meisterwerke rechtzeitig gesichert hat, kann einen der Verlust des Originals nicht gänzlich schocken.

Fotos immer sichern!

Immer mehr Hobbyfotografen – die Profis sowieso – gehen dazu über, ihre Fotos in der Cloud zu sichern. Ob direkt nach dem Fotografieren per Mobilfunk oder nach Ankunft im heimischen WLAN, die geschossenen Bilder lassen sich in einen geschützten Bereich ins Internet übertragen und dort auch komfortabel verwalten. Ausgefeilte Bildanalyse-Verfahren sorgen zudem auf Wunsch dafür, dass die Bilder gleich katalogisiert werden, zum Beispiel durch Einbeziehung der Geoinformationen oder sogar durch Erkennung der Bildinhalte.

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Bekannteste Anbieter sind: Google Drive in Kombination mit Google Fotos, iCloud von Apple, Dropbox mit der Gratis-App „Carousel“, OneDrive von Microsoft – oder auch die Creative Cloud von Adobe, die gleich die Programme Lightroom und Photoshop und damit umfangreiche Bildbearbeitungsmöglichkeiten beinhaltet. Die Unterschiede der Cloud-Dienste liegen im Speicherplatz, in der Monatsgebühr sowie in der Bedienung und im Funktionsumfang, doch kommen Hobbyfotografen sicher mit allen Lösungen gut zurecht.

Wichtig ist nur, DASS die Fotos überhaupt gesichert werden – und wenn es nur über eine externe Festplatte (möglichst zwei!), dafür aber regelmäßig geschieht. Genauso hilft auch eine Netzwerk-Festplatte („NAS“), über die sich ein eigener Cloud-Dienst mit Zugriff von unterwegs realisieren lässt.

Übrigens: Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage gehen Smartphone-Fotografen mit ihren Aufnahmen sorgloser um als Kameranutzer. 60 Prozent speichern ihr Bildmaterial selten oder nie ab – dabei hatten bereits über die Hälfte aller Fotografen einen Bilddatenverlust.

Hatten wir schon gesagt, dass Sie Ihre Fotos bitte immer, immer, immer sichern sollten? ;-)

Text: René Wagner

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