Was der Computer mit dem Kleinlaster zu tun hat

Mein neuer iMac ist da. Und ich freue mich wie verrückt darüber. Über einen Computer? Na klar. Denn für mich ist es immer noch etwas besonderes, einen Computer zu kaufen.

Die Freude geht zurück auf eine  Zeit, als ich mir meinen ersten Atari 800 XL mit Floppy verdient habe. Ich meine, das Set hat damals an die 1.800 Mark gekostet. Und als Abiturient hatte ich ziemlich genau fast nix.

Also habe ich im Sommer nach dem Abi einen Job als Fahrer bei Siemens in Nürnberg angenommen, um mir meinen ersten richtigen Computer zu finanzieren.

Antreten im GWW-Ast

Jeden Morgen um halb sieben bin ich im  GWW-Ast angetreten – im Gerätewerk Wien, Außenstelle Nürnberg und bin auf einen VW LT 35 geklettert. Damals habe ich eine Menge gelernt, zum Beispiel:

  • Beim LT 35 ist die Handbremse links neben dem Fahrersitz.
  • Menschen gucken lustig, wenn sie eine Europalette schwerer Technik loswerden wollen und man mit einem VW Polo vorfährt, weil der Transporter in der Inspektion ist.
  • Eine zwei Meter hoch gestapelte Palette mit teuren Oszilloskopen stellt man nicht ungesichert auf die Mitte der Ladefläche. Denn bei der ersten Bremsung fallen sie scheppernd um.
  • Das Rauchen einer Salem No. 6 am frühen Morgen auf der Autobahn kann richtig high machen.

Ich habe auch gelernt, dass mir das Fahren von Transportern und kleinen LKW einen riesen Spaß macht. Und die Vorliebe für Transportfahrzeuge habe ich mir bis heute bewahrt. Aber das ist eine andere Geschichte. Wichtig ist nur: ich habe mir in den sechs Wochen das Geld für den ersten richtigen Computer verdient.

Das Schreib-Büro

Atari 800XL
Atari 800XL

Was macht die Faszination an einem neuen Computer aus? Bei meinem überhaupt allerersten Compi, einem VZ200 war es der seltsame Geruch des Plastiks. Und es waren die ersten Basic-Programme. Nach dem Ausschalten des Computers waren die allerdings wieder weg. Denn ich hatte den Rechner, aber keine Speichermedien.

Beim mit dem Siemens-Job verdienten 800XL war es das robuste Gehäuse, die echte Tastatur und die Möglichkeit, Daten auf Disketten zu speichern. Wow! Sogar eine Textverarbeitung gab es für den Atari XL. Zusammen mit dem bald nachgekauften Star NL 10 hatte ich ein komplettes Schreibbüro zu Hause – ohne dass ich jemals wieder diese dusslige, elektrische Schreibmaschine verwenden musste.

Der Atari XL war mein erstes Schreibgerät. Und er war der Einstieg in meine Karriere als Autor. Erstes Thema, über das ich geschrieben habe: Der Atari 800 XL.

Die Faszination ist geblieben

Bis heute schreibe ich mit dem Computer hauptsächlich über Computer. Heute wie damals faszinieren mich die Geräte. Bei meinem neuen iMac freut mich nicht so sehr die Geschwindigkeit, sondern das Retina-Display. Das Display ist der Hammer. Ein Vergleich mit Papier hielte nicht stand, denn der Bildschirm ist schärfer als gedruckte Zeichen. Dabei fällt das bei der ersten Nutzung gar nicht auf. Erst wenn ich wieder auf einen anderen Computer gucke, zum Beispiel auf mein Notebook, sehe ich, wie schwach dessen Auflösung ist. Gegen ein Retina-Display wirken herkömmliche Bildschirme reichlich unscharf.

Retina-Display des iMacRückblickend erkenne ich also einen Fortschritt. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich mich immer noch von Technik faszinieren lasse.  Denn meine Vergleichsmöglichkeiten reichen weit zurück. Weit zurück in eine Zeit, da eine Datasette und der Neunnadel-Drucker noch Standard waren.

Kaum zu glauben, dass ich vor bald 30 Jahren noch auf einen portablen Fernseher gestarrt habe,  auf dem gerade mal 40 Zeichen in eine Zeile gepasst haben. Das Display meines Mac ist heute doch um einiges besser.

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