Apple Powerbook 170 - samt schicker Original-Designer-Tasche

Die 10 wichtigsten tragbaren Computer aller Zeiten

Wir haben ja bereits darüber geschrieben: Dir Uridee vom tragbaren Computer stammt vom Digitalhelden Alan Kay aus den frühen(!) Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Es dauerte über zehn Jahre bis tatsächlich der erste transportable Rechner für Geld zu kaufen war. Seitdem haben Portables, Laptop, Notebooks und Tablets eine tiefgreifende Evolution durchlaufen. Wir möchten heute 10 wichtige Stationen auf dem Weg bis heute vorstellen.

1. Osborne 1

Osborne 1 - die schleppbare CP/M-Maschine
Osborne 1 – die schleppbare CP/M-Maschine (Foto: Tomislav Medak via Wikimedia und Flickr)
Anfangs ging’s in Sachen Tragbarkeit überhaupt nur darum, alle Komponenten eines PC in eine halbwegs schleppbare Kiste zu packen. Die Zielgruppe war klein, denn es gab in den frühen 80ern nur wenige Manager, die selbstpersönlich an Tastatur und Bildschirm wirkten – und dies auch noch unterwegs. Dafür hatte man(n) eine Sekretärin. Tatsächlich waren es vor allem Freiberufler und Leute aus der IT, die zum Osborne-CP/M-Ungetüm griffen und sich mit unzulänglichen Mitteln herumzuschlagen hatten.

2. Compaq Portable

Der Compaq Portable von 1983 (Foto: old-computers.com)
Der Compaq Portable von 1983 (Foto: old-computers.com)
Die Jungs von Compaq kopierten das Konzept des Osborne, bauten aber IBM-PC-kompatible Hardware ein – und erweiterten damit den Kundenkreis gewaltig. Hunderte Unternehmen, die an vielen, wenn nicht allen Arbeitsplätzen MS-DOS-Rechner aufgebaut hatten, beschafften diese auch noch besonders leicht tragbare Kiste und gaben sie Mitarbeitern an die Hand, damit die auch im Hotelzimmer oder zuhause fleißig für die Firma schuften konnten.

3. Grid Compass

GRiD Compass 1100 - der erste Tragbare im Clamshell-Design
GRiD Compass 1100 – der erste Tragbare im Clamshell-Design (Foto: The Old Computers Museum)
Ja, der GRiD Compass war das erste Laptop, wobei der Streit nach dem Motto “Wer hat’s erfunden?” nie final geklärt wurde. Jedenfalls haben wir es hier mit dem ersten für Geld zukaufenden Computer zu tun, bei dem das Display als Klappe fungiert, die im Ruhezustand die Tastatur abdeckt. Dieses Ding aber war nicht kompatibel und sauteuer, sodass fast die gesamte Produktion an die US-Regierung und an die NASA ging.

4. Epson HX20

Epson HX - 8 Bit, Drucker integriert (Foto: Steven Stengel, oldcomputers.net via Wikimedia)
Epson HX – 8 Bit, Drucker integriert (Foto: Steven Stengel, oldcomputers.net via Wikimedia)
Dieses Gerät war zunächst einfach nur strange und wirkte, als ob es sich nicht entscheiden konnte, ein Taschenrechner oder ein Computerchen zu sein. Tatsächlich war der HX20 der erste brauchbare Rechner mit integriertem (Thermo)Drucker, eine 8-Bit-Schachtel der Größe DIN A4, die besonders bei Außendienstlern einigermaßen beliebt war.

5. Sinclair Z88

Der Cambridge Z88 (Foto: Old Computers Net)
Der Cambridge Z88 (Foto: Old Computers Net)
Die Ideen des Computerhelden Sir Clive Sinclair waren immer ein bisschen gaga, aber was dabei herauskam durchaus praxistauglich. Seine Vorstellung vom mobilen Computer goss er in ein A4-großes, flaches Ding von geringem Gewicht, das mit stinknormalen AA-Batterien mehrere Tage(!) zu arbeiten in der Lage war. Wer sich in den Z88 verliebte, liebte und nutzte ihn ewig, zumal es Lösungen für den Datenaustausch mit richtigen Computern gab, die zuverlässig funktionierten.

6. Compaq Portable III / IBM PC Portable

Compaq Portable III - einer der ersten im Kofferradio-Design
Compaq Portable III – einer der ersten im Kofferradio-Design (Foto: The Old Computers Museum)
Niemand hatte so viel Erfahrung mit dem Schleppen von PC wie Compaq. Deshalb tüftelten deren Ingenieure immer wieder an Verbesserungen. Und kamen auf ein Design, das hierzulande mit dem Kofferradio oder der Koffernähmaschine verglichen wurde. Mit dem Portable III brachte man also einen PC heraus, bei dem das Display an einer der breiten Seiten eines rechteckigen Kastens angebracht war. Während des Transports wurde es von der Tastatur gedeckelt – und das Ding durfte im Handgepäck im Flieger reisen. Streng genommen sind IBM-Leute zur gleichen Zeit auf einen ähnlichen Gedanken gekommen, aus dem der IBM PC Portable entstand. Und weil das Konzept für die damalige Zeit so praktisch war, wurde es zigfach kopiert – es gab sogar eine solche Nähmaschine von VOBIS…

7. Apple Powerbook

Steve Jobs soll Mitte der 80er einmal auf die Frage nach tragbaren Computern gesagt haben: “Unser Macintosh ist tragbarer als die meisten anderen Computer – er ist leicht, er hat einen Tragegriff, und so kann man ihn mühelos von einem Raum in den anderen bringen.” Recht hatte er, aber mit diesem Standpunkt verbaute er Apple den Zugang zum Thema “Laptop” für lange Zeit. Und als man sich dann doch entschloss, einen portablen Mac zu bauen, griff man beim ersten Versuch tief ins Klo. Erst das Powerbook erwies sich als konkurrenzfähiges Laptop und erfreute sich schnell bei allen Mac-Freunden höchster Beliebtheit. Auch weil es vom Design her (Man achte auf die stylishe Tasche!) mehr hermachte als alle anderen Clamshell-Kisten zusammen.

8. Sony Vaio Notebook

Sony Vaio PCG-505 - für kurze Zeit ein Kultcomputerchen
Sony Vaio PCG-505 – für kurze Zeit ein Kultcomputerchen
Ab den späten 90ern spielten in Dutzenden von Spielfilmen plötzlich tragbare Computer mit. Und immer waren es Apple-Maschinen oder Vaio-Notebooks von Sony. Natürlich waren es die jeweiligen Vereinbarungen in Sache “Productplacement”, die darüber entschieden, ob nun der Apfel auf dem Deckel zu sehen war oder der fein geschwungene Vaio-Schriftzug. Ja, Sony war auf dem besten Weg mit den Vaios den Powerbooks den Rang als Lifestyle-Gadget abzulaufen. Und dann haben sie’s systematisch geschmissen. Baureihe um Baureihe wurde gelauncht bis man auf dem Niveau der Billigheimer angelangt war. War dann eben nicht mehr schick, ein Vaio-Notebook bei sich zu haben … eher im Gegenteil.

9. Apple MacBook Pro

Apple MacBook Pro - ein ziemlich teurer Traum-Laptop (Foto: Apple)
Apple MacBook Pro – ein ziemlich teurer Traum-Laptop (Foto: Apple)
Nach den rundlichen Schachteln in den bunten Farben, die eher nach Fisher-Price-Activity-Center aussahen als nach Apple, besann sich die Company und setzte in Sachen MacBook auf Qualität. Am Ende dieser Bemühungen, die sich über ein Dutzend Jahre hinzogen, steht das aktuelle MacBook Pro, das möglicherweise DAS perfekte Notebook schlechthin ist. Bis auf einen Aspekt, der seine Ursache in apple-typischer Sturheit hat: Nein, wir bauen kein Touchscreen ein! Wer auf dem Display touchen und tappen und malen will, soll sich gefälligst ein iPad anschaffen! Und Microsoft lacht sich ins Fäustchen…

10. Microsoft Surface Book

Microsoft Surface Book - am Rande der Perfektion (Foto: Microsoft)
Microsoft Surface Book – am Rande der Perfektion (Foto: Microsoft)
…weil man auch ein fast perfektes Notebook hat entwickeln lassen, dessen Display aber eben ein Touchscreen ist. Und weil man Tastatur und Display trennen kann, ist solch ein – im Übrigen todschickes – Surface Book gleichzeitig auch ein Tablet-PC. Ähnlich wie Apple verlangt Microsoft für dieses Wunderding aber einen fast unverschämten Mondpreis.

Und jetzt? Kommt noch was? Sind grundsätzliche Verbesserungen vorstellbar? Oder bloß das Drehen an kleinen Stellschrauben? Schwer zu sagen, ob das Konzept “Laptop” bzw. “Notebook” schon ganz und gar ausgereizt ist. Jedenfalls hat die Industrie es mittlerweile geschafft, Alan Kays Visionen von 1972 Realität werden zu lassen. Hat aber auch gedauert…

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2 Gedanken zu „Die 10 wichtigsten tragbaren Computer aller Zeiten“

  1. Haha, ich hab den alten Sony Vaio immer noch irgendwo hier liegen! Aber mal zu den Fragen im Fazit:

    Ja, Verbesserungen sind durchaus möglich: Alles kann immer ein bisschen kompakter gebaut werden (Außer CPUs, die schon langsam an den Grenzen ankommen.) Die eigentliche Frage ist: Ist es profitabel, bessere Designs einzubauen? Meistens leider nicht.

    1. Ja – ich habe auch noch einen oder zwei im Regal ;-) Die Frage – auch was Design betrifft – ist ja letztlich. Wird die Form wie wir Computer kennen erhalten bleiben. Schon mit Smartphone & Co hat sich das ja geändert. Nun erst recht durch Sprachsteuerung und dergleichen. Insofern: man darf gespannt sein.

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